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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Brunet-Houard; Brunner; Brunow; Brütt

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Brunet-Houard - Brütt.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Brunet-Debaines'

Louis Alfred, franz. Aquarellmaler und Radierer, geb. 5. Nov. 1845 zu Havre, war, in Paris Schüler von Pils, besuchte die École des beaux-arts und das Atelier Lalannes. Unter seinen sehr ansprechenden landschaftlichen und architektonischen Aquarellen nennen wir: Ufer der Seine in Chatou und Harfleur (1867), Landhaus in Charette sur Doubs, die Kirche St. Vivien in Rouen, der Hof des Hôtel-Dieu in Beaune, perspektivische Ansicht der Terrassen von St. Germain en Laye (1872), Ruinen des Palastes der Tuilerien, und unter seinen Radierungen: Ruinen von Tancarville (1866), Hof des Schlosses St. Germain en Laye im Jahr 1867, Kapelle des heil. Ludwig in St. Germain, Notre Dame in Bourges, ebenso mehrere Radierungen nach Bildern von Canaletto, Albert Cuyp, Daubigny, Turner, Français u. a.

Brunet-Houard (spr. brünäh-uáhr), Pierre Auguste, franz. Landschafts- und Tiermaler, geb. 1829 zu St. Maixent (Deux-Sèvres), studierte Jura und war bereits zwei Jahre lang Aktuar, als er diese Laufbahn aufgab, die Malerei ergriff und Schüler von Couture wurde. Später machte er Studienreisen nach Italien und ließ sich in der Malerkolonie zu Fontainebleau nieder, um dort besonders die Jagd zu studieren. Unter seinen namentlich in den Tieren sehr ausdrucksvollen Bildern von ansprechendem Kolorit nennt man: das Jägerrecht im Schloß von Fontainebleau, das Innere einer Menagerie, den Bärenführer, den Kleriker in der Bretagne etc.

Brunner, 1) Hans, Genre- und Porträtmaler, geb. 2. März 1813 zu München, besuchte dort bis 1830 die Polytechnische Schule und 1831 die Akademie unter Cornelius, wo er das Zeichnen nach der Antike und nach der Natur lernte und sich in der Malerei ohne Lehrer durch Kopieren der Bilder in der königlichen Gallerie ausbildete. 1833 machte er die erste Studienreise ins bayrische Gebirge und Tirol und hielt sich eine Zeitlang in Venedig auf. Aus Gesundheitsrücksichten verließ er 1840 München und lebte bis 1865 in Salzburg und dem südlichen Tirol, dann ↔ zog er nach Stuttgart und nahm 1869 seinen Wohnsitz wieder in München. Unter seinen geschmackvoll komponierten und im Ausdruck der Gestalten recht ansprechenden Genrebildern nennen wir nur: die Sage vom Untersberg bei Salzburg und Gnomenbilder dieser Sage, Heimkehr von der Jagd, Gondelfahrt (1876) und Weinprobe (1877). Auch seine vorzugsweise aus den Kreisen der österreichischen Aristokratie gemalten Porträte sind charaktervoll aufgefaßt und trefflich modelliert.

2) Joseph, Landschaftsmaler, geb. 1826 zu Wien, war anfangs Koch, bis er es durchsetzte, beim Maler Joseph Feid in die Lehre zu kommen. Nachdem er dann Studienreisen in Deutschland, Italien, der Schweiz und der Walachei gemacht hatte, trat er mit Landschaften großenteils aus Österreich auf, die meistens von trefflicher Zeichnung und feiner, wirkungsvoller Farbe sind; z. B.: der schwarze Turm bei Mödling, Hochgebirgssee in Kärnten, Landschaft aus Schlesien, Föhren im Alpenglühen, Partie an der Traun. Er lebt in Wien.

Brunow, Ludwig, Bildhauer, geb. 9. Juli 1843 zu Lutheran bei Lübz (Mecklenburg-Schwerin), ergriff, in ländlicher Arbeit aufgewachsen, auf Antrieb des Kunstforschers Fr. Eggers erst mit 23 Jahren den Künstlerberuf, besuchte die Akademie in Berlin unter verschiedenen Meistern, namentlich unter Siemering und erhielt 1873 den ehrenvollen Auftrag für ein Denkmal Moltkes in dessen Vaterstadt Parchim, welche Aufgabe er in sehr befriedigender Weise löste (errichtet 1876). Nachdem er sich 1874 kurze Zeit in Paris und 1876-77 auch in Italien aufgehalten hatte, bildete er noch einen Pegasus für das neue Theater in Frankfurt a. M., die Figuren: Tag und Nacht für den Anhalter Bahnhof in Berlin und mehrere Idealgruppen. In Philadelphia erhielt er 1876 die große Medaille.

Brütt, Ferdinand, Genremaler, geb. 13. Juli 1849 zu Hamburg, widmete sich anfangs dort der Lithographie, bis er 1870 auf die Kunstschule in Weimar ging, wo er Schüler von Pauwels wurde. 1876 nahm er seinen Wohnsitz in Düsseldorf.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 84.