Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Burr; Bush; Busi; Busson

88

Burr - Busson.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Burnitz'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

maler, geb. 1824 zu Frankfurt a. M., studierte Jura, wurde 1847 in Heidelberg zum Doktor promoviert, bereiste im folgenden Jahr Italien und Sicilien und ließ sich 1849 als Advokat in Frankfurt nieder. Als er aber 1850 auch Algerien und Spanien bereiste und nach Paris kam, wurde er dort von der Malerei so angezogen, daß er, seiner künstlerischen Neigung folgend, sich ganz der Landschaftsmalerei widmete und zehn Jahre in Paris blieb. Seine künstlerische Auffassung ist daher ganz französisch, sein Ton stimmungsvoll mit melancholischem Charakter. Flußufer und weit hingestreckte Ebenen gelingen ihm besser als waldige Gegenden, weil es seinen Bäumen an scharfer Zeichnung fehlt. Zu seinen gelungenen Bildern gehören: Waldpartie an der Nidda (1860, Städelsches Institut) und der Starnberger See (1871). Auf der Münchener Ausstellung 1879 hatte er drei gelungene Landschaften. Seit 1860 hat er seinen Wohnsitz in seiner Vaterstadt.

2) Rudolf Heinrich, Architekt, geb. 18. Febr. 1827 zu Frankfurt a. M., machte dort seine ersten künstlerischen Studien, ging dann in das Atelier von Stüler in Berlin und das von Hübsch in Karlsruhe. Unter der Leitung des letztern war er beim Bau des dortigen, 1853 vollendeten neuen Theaters (moderner Renaissancestil) beschäftigt. 1853-55 machte er Studienreisen in Italien und kehrte dann in seine Vaterstadt zurück, wo er den Umbau des Stadttheaters vornahm, die Verkaufshallen, die Petersschule und 1859-60 den Saalbau und das Haus der Polytechnischen Gesellschaft errichtete. In den folgenden Jahren beschäftigte ihn der Bau mehrerer Villen und 1871-73 der des Schlosses Seerhausen bei Riesa. Sein bedeutendstes Werk ist die von ihm und O. Sommer nach einer Bauzeit von fünf Jahren 4. März 1879 eingeweihte neue Börse zu Frankfurt, ein großartiger Monumentalbau von ebenso imposantem, harmonischem Äußern wie praktischer Einrichtung des Innern.

Burr (spr. börr), Alexander H., schott. Genremaler, geb. 1835 zu Manchester von schottischen Eltern, wurde auf der Akademie in Edinburg ausgebildet und stellte dort 1856 zuerst Porträte und Landschaften ↔ aus, ging dann aber entschieden zum Genre über, z. B.: der Obstladen, die Politiker (1857), die Überrumpelung und die Musikgesellschaft (1858), unter denen besonders das zweite sehr gefiel. 1861 ließ er sich mit seinem Bruder (s. unten) in London nieder und beschickte die Ausstellungen mit einer großen Zahl recht ansprechend komponierter lebenswahren Genrebilder, z. B.: das Bibellesen, die Maske (1862), der Scherz (1864), die Flucht der Königin Henriette (1869), Karl I. in Exeter (1870), die Rückkehr vom Markt (1876) und die Musik (1878). - Auch sein älterer Bruder John B., geb. 1881 zu Edinburg, auf derselben Akademie ausgebildet, ist ein geschätzter Genremaler.

Bush (spr. busch), Norton, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1824 zu Rochester (New York), wurde 1852 in New York Schüler von Cropsey, verweilte hier auch noch später einige Jahre, nahm aber seinen Wohnsitz in San Francisco. 1853, 1868 und 1875 machte er größere Studienreisen nach Mittel- und Südamerika und widmete sich namentlich den Darstellungen dieser tropischen Gegenden, die ihm in San Francisco großen Ruf verschafften; z. B.: der Nicaraguasee, die Bai von Panamá, der Chimborazo, die Anden von Peru, die Kordilleren von Ecuador u. a.

Busi, Luigi, ital. Genremaler, geb. 1838 zu Bologna, besuchte die dortige Kunstschule, bildete sich in Rom weiter aus und bereiste später Italien, Deutschland und Frankreich. Unter seinen besonders trefflich charakterisierten Genrebildern nennt man: Tasso und der Kardinal Aldobrandini in Sant' Onofrio, den Kondolenzbesuch, die gesetzwidrige Heirat, den Besuch bei der Wöchnerin. 1871 wurde er Professor an der Akademie von Bologna und ist Inhaber des Ritterkreuzes der Krone Italiens.

Busson (spr. büssóng), Charles, franz. Landschaftsmaler, geb. 15. Juli 1822 zu Montoire (Loir-et-Cher), wurde in Paris Schüler von Rémond und Louis Français. In seinen Landschaften behandelt er mit Vorliebe weite Heideflächen, die er durch einfachen Zug der Linien und durch eigentümliche Beleuchtung zu anziehenden Stimmungsbildern zu machen weiß; so

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 89.