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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Butler; Bütler; Butterfield; Büttler; Cabanel

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Butler - Cabanel.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Busson'

malt er auch Nebel, die bei untergehender Sonne aus den Wiesen aufsteigen. Bisweilen sind seine Landschaften inhaltreicher, freundlicher und mit Tieren staffiert. Bilder dieser Art in den Museen von Tours, Compiègne und im Luxembourg. Pariser Ausstellung von 1878: die letzten Blätter (1873), die Gräben des Schlosses Lavardin (1874, Museum des Luxembourg), nach dem Regen und das Dorf Lavardin. Sehr gelungen war auch 1879 der alte Mühlteich bei Montoire. 1866 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Butler, Elizabeth, s. Thompson, Elizabeth.

Bütler (oder Büttler), Joseph Nikolaus, Landschaftsmaler, geb. 16. Okt. 1822 zu Küßnacht in der Schweiz, besuchte die dortige Bezirksschule und zog zu Anfang der 40er Jahre mit seinem Vater nach Luzern, wo er sich der Kunst als Autodidakt widmete und manche recht günstig aufgenommene Landschaften ausstellte. Erst 1852 war er imstande, die Akademie in Düsseldorf zu beziehen, wo er in die Landschaftsklasse unter Schirmers Leitung kam und, abgesehen von einigen Studienreisen, fast zwei Jahre blieb und sein erstes größeres ↔ Bild, die Reuß am St. Gotthard, malte, das in Privatbesitz kam. Dann kehrte er auf einige Jahre nach Luzern zurück, machte auch von dort seine Studienreisen und ließ sich 1856 in Düsseldorf nieder. Er beschickt die Vereinsausstellungen mit größtenteils sehr gelungenen, naturwahren Bildern, fast alle den Alpengegenden der Schweiz entnommen.

Butterfield (spr. bött'rfihld), William, engl. Architekt, geb. 7. Sept. 1814, bildete sich für die praktische Baukunst aus, widmete sich daneben mit Eifer dem wissenschaftlichen Studium der gotischen Stilarten und führte hierin sowohl in Kirchen als in Privatbauten vielfach die Buntfarbigkeit des Backsteins und des Marmors ein. Seine Hauptbauten sind: das St. Augustine College in Canterbury, die im Äußern wenig ansprechende, im Innern prachtvolle Allerheiligenkirche in London, die Kirche in Baldersby (Yorkshire), die neue Kapelle des Baliol College und des Keble College in Oxford (1868-70), die St. Albanskirche in London (1853) und das County Hospital in Winchester.

Büttler, s. Bütler.

C.

Cabanel, Alexandre, franz. Historienmaler, geb. 28. Sept. 1823 zu Montpellier, folgte als Schüler Picots anfangs noch der klassischen Weise Davids, z. B. in seinen Bildern: Tod des Moses (1852) und Verherrlichung des heil. Ludwig (1855, Museum des Luxembourg), zeigte aber schon damals ein bedeutendes Talent für Komposition. Zu einem modernen Gegenstand griff er dann in dem Genrebild: die Witwe des Kapellmeisters (1859), und wiederum in die Renaissancezeit in dem florentinischen Dichter (1861), einem Bild von höchstem Adel und einer gewissen elegischen Stimmung. Den größten Beifall aber fand er, als er die Schönheit der nackten menschlichen Gestalt mit der Wärme des sinnlichen Lebens darstellte, aber weniger in realer Naturwahrheit ↔ und Körperlichkeit als in einem bläulichrosigen Ton des Fleisches und üppig geschwungenen Linien des Körpers. Das erste Bild dieser Art war die vom Faun entführte Nymphe (1861); noch ziemlich kräftig im Kolorit, matter und bläulichsilbern ist dagegen das Kolorit in seinem Hauptwerk: Geburt der Venus (1863), die freilich keine Göttin mehr ist, sondern eine schöne, wollüstig auf den Wellen sich hinstreckende Frau. Noch bedenklicher ist die Nacktheit in dem Kolossalbild des Sündenfalls, das ins Maximilianeum zu München kam. Daß er übrigens in dekorativen Bildern eine anmutige Wirkung hervorzubringen weiß, zeigen seine Arbeiten im Hôtel Péreire in Paris, worin er den französischen Freskomalern des 18. Jahrh. folgte; ähnlich (1873): der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 90.