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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Calliat; Calmels; Calvi; Cambi

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Calliat - Cambi.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Calderon'

die Gunst des Publikums gewann, ließ er im Lauf der Jahre eine bedeutende Reihe von Genrebildern folgen, die von großer Lebenswahrheit, Frische der Darstellung und kräftiger Malerei sind und bei ihrer Mannigfaltigkeit von reicher Empfindungsgabe zeugen. Zu den wichtigsten unter den ältern gehören: die Tochter des Kerkermeisters (1858), französische Landleute, die ihr geraubtes Kind wiederfinden (1859), Freigebung Gefangener, der Heiratsantrag (1861), der als eins seiner besten Bilder gerühmt wird, die englische Gesandtschaft in Paris am Abend des Bartholomäustags (1863), der junge Lord Hamlet (1868), und namentlich 1871 eins seiner Hauptwerke: Wohin? dem dann in den 70er Jahren noch viele andre folgten, z. B.: nach der Schlacht die Serenade im Mondschein, die Königin der Turniere (1874), wachsame Augen, der Obsthändler (1877), la gloire de Dijon (1878). Unter seinen sieben 1878 in Paris ausgestellten Bildern waren sehr gelungen: die junge Fürstin bei ihrer Haarfrisur beschäftigt und die Mutter mit ihrem Söhnchen am Paradebett ihres gefallenen Gatten, widerwärtig dagegen Katharina von Lothringen, die Jacques Element zum Mord Heinrichs III. anstachelt. 1867 wurde er Mitglied der Akademie und erhielt auf der Pariser Weltausstellung als einziger englischer Künstler für jene englische Gesandtschaft die goldne Medaille.

Calliat (spr. kalliáh), Victor, franz. Architekt, geb. 1. Sept. 1801 zu Paris, besuchte die École des beaux-arts, war 1819-24 Schüler von Vaudoyer und Châtillon, wurde schon im folgenden Jahr bei den öffentlichen Bauten angestellt, leitete später den Bau des Hôtel de Ville in Paris und wurde schon 1846 Ritter der Ehrenlegion. Sehr geschätzt sind seine schriftstellerischen Arbeiten im Fach der Architektur: »Hôtel de ville de Paris« (1846), »Parallèle des maisons de Paris, construites depuis 1830 jusqu'à nos jours« (1850, 125 Tafeln), »Église St-Eustache« (1850) und seine 1850 gegründete Zeitschrift »Encyclopédie d'architecture«.

Calmels, Anatole Célestin, franz. ↔ Bildhauer, geb. 26. März 1822 zu Paris, Schüler von Elshoecht, Bosio und Pradier und der École des beaux-arts, wo er 1839 den großen römischen Preis erhielt. Man kennt von ihm eine Reihe von idealen Bildwerken, von Porträtbüsten und Statuetten, die ihm einen bedeutenden Namen machten; z. B. die Reliefs: Geburt der heil. Jungfrau und Darstellung im Tempel (Kirche St. Maurice in Lille, 1850 bis 1852), Psyche, Kalypso, der heil. Clemens (Turm St. Jacques in Paris), die Gruppe der Industrie, die Statue Massénas und ein Kreuzesweg. Vor mehreren Jahren ließ er sich in Lissabon nieder, wo er 1874 korrespondierendes Mitglied der Kunstakademie wurde.

Calvi (spr. -wi), Pietro, ital. Bildhauer, geb. 1833 zu Mailand, bildete sich von 1850 an auf der dortigen Akademie, wurde 1853 wegen Verdachts einer politischen Verschwörung von der österreichischen Regierung verhaftet und nahm 1859 an dem Unabhängigkeitskampf unter Garibaldi teil. Später betrieb er in Paris und in Turin die Porträtbildnerei und nahm dann 1866 seinen Wohnsitz in Mailand. Seine Arbeiten sind von vorzüglicher Technik, aber häufig im derbsten Realismus auf den äußern Effekt berechnet, namentlich die aus verschiedenfarbigem Marmor und Bronze zusammengesetzten, z. B. eine Halbfigur des Othello in Büstenform; andre sind von großer Anmut und Lieblichkeit. Für den Dom seiner Vaterstadt und für die Galleria Vittorio Emanuele schuf er mehrere dekorative Statuen.

Cambi, Ulisse, ital. Bildhauer, geb. 1807 zu Florenz, besuchte die dortige Akademie und setzte seine Studien in Rom fort, von wo er sein erstes bedeutendes Werk, die Gruppe: Daphnis und Chloe, einsandte, der 1844 das Denkmal des Guiseppe Sabatelli im Chor von Santa Croce in Florenz, 1845 die Statue des Benvenuto Cellini im Portikus der Uffizien und 1849 das Denkmal des Marchese Luigi Tempi für die Kirche Sant' Annunziata folgten. Aus der Zahl seiner übrigen Werke, unter denen besonders die Statuetten und die kleinern Terrakotta-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 93.