Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Cambos; Camino; Camphausen

93

Cambos - Camphausen.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Cambi'

arbeiten sehr geschätzt werden, nennen wir noch: einen tanzenden Bacchus, einen reizenden bettelnden Amor, einen Fischerknaben, Eva und ihre beiden Kinder, die Kolossalstatue des Francesco Burlamacchi in Lucca (aus dem Jahr 1833) und die schöne, 1873 errichtete Statue des Dichters Goldoni beim Ponte alla Carraja in Florenz.

Cambos (spr. kangbóhß), Jean Jules, franz. Bildhauer, geb. 27. April 1828 zu Castres (Tarn), Schüler von Jouffroy, brachte seit 1857 viele Bildwerke von geistreicher Auffassung und tüchtiger Durchbildung, unter denen besonders hervorragen: die Grille (in Marmor 1865, in Bronze 1868), die Ehebrecherin (in Marmor und in Bronze), Eva (1872, Gipsstatue), die Ameise (1874) und Lydia sowie eine Statue an der Fassade der Kirche St. Ambroise in Paris und in der Kathedrale von Nevers.

Camino, 1) Charles, franz. Miniatur- und Aquarellmaler, geb. 1824 zu St. Etienne, bildete sich zunächst in seiner Vaterstadt und in Lyon, bereiste dann fast ganz Frankreich und Algerien und ließ sich 1856 in Paris nieder, wo er durch seine eleganten Miniaturporträte sehr beliebt wurde. Als seine Hauptwerke werden genannt: der heil. Hieronymus (für den Papst Pius IX. gemalt), Porträt des Marschalls Pélissier, des Marschalls Randon, des Königs und der Königin der Belgier etc. Viele von seinen Aquarellen kamen in den Besitz Napoleons III.

2) Giuseppe, ital. Landschaftsmaler, geb. 29. Okt. 1819 zu Turin, war anfangs im Ministerium des Innern angestellt, ergriff später ohne Lehrer die Landschaftsmalerei, worin er sich nur nach der Natur und durch das Studium der ältern Meisterwerke ausbildete. Nachdem er mehrere Jahre in Rom und andern Städten Italiens gelebt sowie Paris und London besucht hatte, ließ er sich 1853 in Turin nieder, wo er 1854 Professor an der Akademie wurde. Von seinen großartig aufgefaßten Landschaften nennt man als bedeutend: den Urwald, Sturm in der Campagna, die Gletscher des Montblanc u. a. Wie er manche seiner Landschaften mit ↔ historischer Staffage versah, so griff er auch bisweilen zum wirklichen Historienbild.

Camphausen, Wilhelm, einer der bedeutendsten Maler der Schlachten und des Soldatenlebens, geb. 8. Febr. 1818 zu Düsseldorf, trat, im Zeichnen von Alfred Rethel unterrichtet, 1834 als Schüler der dortigen Akademie in die Vorbereitungsklasse. Nach vierjährigem Studium in derselben unter der Leitung Sohns arbeitete er fünf Jahre in der ersten Klasse, erhielt dann ein Atelier in der Meisterklasse, in der er mit kurzen Unterbrechungen bis 1850 blieb. Den Stoff zu seinen ersten Bildern nahm er meistens aus dem kecken Soldatenleben des Dreißigjährigen Kriegs und aus der Zeit Cromwells und zeigte sich besonders glücklich in der Schilderung der Konflikte zwischen englischem Puritaner- und Königtum. Dann wandte er sich mit noch mehr Geschick und Glück der Zeit Friedrichs d. Gr. und den deutschen Freiheitskriegen zu und zeigte auch hierin wie in den jener Zeit angehörenden Reiterporträten überall eine große Frische und Leichtigkeit der Darstellung, Richtigkeit der Zeichnung und echt künstlerischen Realismus. Als Bilder dieses Inhalts und dieser Zeit nennen wir nur zunächst: die Reiterporträte von Seydlitz und von Zieten, des Feldmarschalls Keith (bei Hochkirch), Schwerins (bei Prag) und des alten Dessauers sowie Friedrich II. und das Dragonerregiment Baireuth bei Hohenfriedberg, Blüchers Gefangennehmung als schwedischer Kornett, Friedrich II. an der Leiche Schwerins, Friedrich d. Gr. auf einer Parade bei Potsdam, Choral der Preußen nach der Schlacht bei Leuthen und namentlich Blüchers Rheinübergang bei Kaub am Neujahrsmorgen 1814. Ein neues Feld seiner Thätigkeit eröffnete ihm der schleswig-holsteinische Krieg, den er 1864 mitmachte, und wiederum zwei Jahre später der preußisch-österreichische Krieg, in welchem er dem Hauptquartier des Kronprinzen in Böhmen folgte. Dahin gehören aus jenem die trefflichen Bilder: Erstürmung der Düppeler Schanze Nr. 2, Übergang nach Alsen (1866, Kunsthalle in Bremen) und Düppel nach dem Sturm (1867, Nationalgallerie in Berlin); aus

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 94.