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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Canon; Canton

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Canon - Canton.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Camphausen'

diesem namentlich die Eroberung einer Standarte durch das 10. Dragonerregiment, Zusammentreffen des Kronprinzen mit Prinz Karl bei Chlum und König Wilhelm bei Königgrätz, der dem Kronprinzen den Orden pour le mérite verleiht. Selbstverständlich bot ihm auch der Krieg von 1870/71 manchen Stoff für seine Bilder, unter denen aber, abgesehen von den Reiterporträten, keins seinen frühern gleichkommt, am wenigsten der Einzug des Kaisers Wilhelm in Berlin nach Beendigung des Kriegs. Meisterhaft sind dagegen, noch mehr als seine frühern, die lebensgroßen Reiterporträte gerade aus diesem letzten Krieg. Schon früher hatte er z. B. gebracht: Friedrich d. Gr. auf einem Schimmel mit Seydlitz, Zieten und dem Prinzen Heinrich voransprengend (1870) und der Große Kurfürst auf einem Schecken mit dem alten Derfflinger; dann aber folgten aus der neuesten Zeit: Kaiser Wilhelm auf einem Fuchs mit Roon, Bismarck und Moltke (1872, Museum in Köln), Kaiser Wilhelm auf einem Braunen mit Moltke (1873, im Besitz des Kaisers) und (1879) für den sogen. Intormentissaal des Potsdamer Schlosses der Gründer der preußischen Armee, Friedrich Wilhelm I., mit dem alten Dessauer im Hintergrund, ein Bild, das ein Stück preußischer Geschichte in lebendiger Wahrheit vor die Augen stellt. Weniger gelungen war 1878 ein Bild von der Schlacht bei Fehrbellin. Auch als Porträtmaler und als Zeichner ernster und humoristischer Illustrationen hat er Treffliches geleistet. Für den Düsseldorfer »Malkasten« lieferte er zahlreiche Gedichte und Festspiele und schrieb eine Chronik desselben in mittelalterlichem Stil; bekannter wurde sein Tagebuch aus dem schleswig-holsteinischen Feldzug unter dem Titel: »Der Maler auf dem Kriegsfeld« (Leipz. 1865). Er ist Mitglied der Akademien in Berlin und in Wien, seit 1859 Professor an der Akademie in Düsseldorf.

Canon, Johann (eigentlich Johann v. Straschiripka), Genre-, Historien- und Porträtmaler, geb. 1829 zu Wien, anfangs Schüler von Waldmüller, 1848 bis 1855 Kürassieroffizier in der österreichischen Armee, widmete sich erst spät völlig ↔ der Kunst und wurde besonders durch Rahl beeinflußt, unter dem er freilich keine großen Erwartungen erweckte. Dann machte er größere Reisen im Orient, in Frankreich und England, lebte 1860-1869 in Karlsruhe, später eine Zeitlang in Stuttgart und ließ sich zuletzt in Wien nieder. Infolge seiner Hingabe an Tizian, Rubens und van Dyck haben seine Bilder ein merkwürdig antikisierendes Gepräge, das zur originellen Natur seines Schaffens geworden ist. Unter seinen frühern historischen Bildern zeichnet sich Cromwell vor der Leiche Karls I. durch Energie des Ausdrucks aus, unter den spätern auch die Loge St. Johannis (im Belvedere), die das »Liebet euch untereinander« in etwas verkünstelter Weise allegorisiert. Als die besten seiner Genrebilder sind zu nennen: der moderne Diogenes in Gestalt eines seine Hosen flickenden Schusters, von genialem Humor; ferner: der Pagenjunge, das Obstmädchen, der trunkene Bacchus, Bajadere, Flamingojagd, der Waffenhändler und namentlich das Fischermädchen. Auch in der ornamentalen Malerei hat er sich durch Bilder im großherzoglichen Wartesaal zu Karlsruhe, in den Deckenbildern im Salon Auspitz und in Entwürfen einer Speisesaaldekoration für New York glänzend hervorgethan. Seit mehreren Jahren widmet er sich auch der Porträtmalerei. Ein fast verfehltes Werk, nur eine Reminiscenz an Rubens' San Ildefonso im Belvedere, war ein ihm 1879 aufgetragenes Votivbild.

Canton, Gustav, Landschaftsmaler, geb. 4. Juli 1813 zu Mainz, besuchte 1832-36 die Akademie in München unter Cornelius, hielt sich ein Jahr in seiner Vaterstadt auf, ging 1837 auf die Akademie in Düsseldorf, wo er besonders von Schirmer beeinflußt wurde und infolge seiner jährlichen Reisen in die Schweiz Alpenlandschaften mit Tieren und Figurenstaffage malte. 1847 zog er nach Mainz und zeichnete dort eine Menge von Landschaften und Tierstudien auf Stein. 1851 besuchte er England und Schottland und zeichnete dort viele eigne Kompositionen auf Holz, bereiste 1853 einen großen Teil von Frankreich und die Pyrenäen,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 95.