Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Cassioli; Castan; Castiglione; Castres; Cauer

97

Cassioli - Cauer.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Cassagne'

Sie gaben ihm den Stoff zu den lithographischen Werken: die Normandie (1852), Luxemburg (1854), der Rhein (1855) und die Auvergne (1856). Nachher zog er nach Paris und von da nach dem bei den Landschaftsmalern beliebten Fontainebleau. Unter den besten seiner in Stimmung und Kolorit und namentlich in den Lufttönen trefflichen Landschaften (in Öl wie in Aquarell) werden genannt: Feldweg im Walde, die Allee, der Abend etc. Er gab einige theoretische Werke über die Zeichenkunst, die Perspektive und die Aquarellmalerei heraus.

Cassioli, Amos, ital. Historienmaler, geb. 1838 zu Siena, Schüler von Luigi Mussini, machte sich zuerst einen Namen durch sein Bild: Lorenzo von Medici zeigt dem Ludovico Sforza seine Juwelen (1868), das, von der italienischen Regierung mit einem Preis gekrönt, sich durch elegante Zeichnung, archäologische Richtigkeit der Details und warmes Kolorit auszeichnet. Später folgten: die figurenreiche Schlacht bei Legnano (Gallerie moderner Bilder in Florenz), Provenzano Solvani empfängt von den Bürgern die Gaben zur Loskaufung eines Gefangenen (Palazzo pubblico in Siena), Bianca Capello und das Atelier des Lionardo da Vinci. Er ist Professor an der Kunstakademie in Florenz.

Castan (spr. kastáng), Gustave, Landschaftsmaler in Genf, geb. 1823 daselbst, einer der besten Schüler von Calame, der als Sohn der Schweizer Berge die Natur in ihrem stillen Walten belauscht und sehr poetische Stimmungslandschaften von glänzendem Kolorit malt, z. B.: Erinnerung an die Franche-Comté, Sturm im Winter (Gemäldegalerie in Lille), Wald im Winter (Museum in Langres), aus der Umgegend von Genf bei Lancy, der besonders tiefpoetische Eingang in den Wald im Spätherbst, Ostern im Winter, Gießbach in den Hochalpen, der Vierwaldstätter See bei hereinbrechendem Gewitter und (Münchener Ausstellung von 1879) Waldinneres im Herbst.

Castiglione (spr. kastilijónĕ), Giuseppe, ein in Paris lebender Genremaler aus Neapel, der sich auf der internationalen Ausstellung von 1878 durch zwei Genrebilder ↔ von fein erfundenen Charakteren und scharfer, geistvoller Ausführung hervorthat. Das eine war das Schloß Haddon Hall (Derbyshire) in dem Augenblick, wo der Schloßherr in dem Park mit seinen Damen durch die eindringenden Soldaten Cromwells sehr unangenehm überrascht wird, das andre ein Kardinal, der in einem Park bei Frascati den Besuch seiner aus Rom kommenden Neffen und Nichten empfängt.

Castres (spr. kásstr), Edouard, franz. Genremaler, geboren zu Genf, wurde in Paris Schüler von Zamacoïs (gest. 1871) und von Barth. Menn, brachte seit 1872 auf die Pariser Ausstellungen mehrere geistvolle, technisch sehr gelungene Genrebilder, z. B.: den japanesischen Bazar, die Rückkehr vom Markt, Kairo, den Bettelmönch, Zigeuner, die über den Simplon ziehen, Karawane bei Kairo und die unentgeltliche Konsultation.

Cauer, Karl Ludwig und Robert, Bildhauer, Söhne und Schüler des 1867 in Kreuznach gestorbenen Bildhauers Emil C. Der ältere, Karl, geb. 1828 zu Bonn, setzte 1846-47 seine Ausbildung unter Alb. Wolff in Berlin fort, ging auf ein Jahr nach Rom und studierte während eines mehrmaligen Aufenthalts in London (1851 und 1854) die Elginschen Skulpturen vom Parthenon, die ihn in seiner Neigung zum antiken Stil noch bestärkten. Er begann daher mit antiken Stoffen und schuf zunächst einen Theseus, der das Schwert seines Vaters findet, Achilles mit verwundeter Ferse (1854, beide in Amsterdam), einen olympischen Sieger, der den Göttern dankt (Bronze, im Besitz des deutschen Kaisers), Hektors Abschied von Andromache und Astyanax, Achilles und Minerva, ging dann aber auch zu monumentalen Porträtstatuen über und brachte aus Rom das Modell der nachher in Erz gegossenen Statue eines jugendlichen Schiller in Mannheim (1862 errichtet), eine Marmorstatue des Kaisers von Österreich (1857), die Statue des Dr. Prieger in Kreuznach (1867), eine Porträtbüste König Friedrich Wilhelms IV., aber auch Werke idealen Inhalts, z. B.: eine Nymphe, Pudicitia, Kassandra, Psyche, Merkur

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 98.