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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Chaplain; Chaplin; Chapman; Chapon

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Chaplain - Chapon.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Champney'

Europa u. bildete sich 1867 unter Edouard Frère in Ecouen aus, wo er, abgesehen von einem kurzen Aufenthalt in Antwerpen, bis 1869 blieb und sein erstes Genrebild malte. Den Winter 1869-70 brachte er in Rom zu, wandte sich wieder in seine Heimat, gründete 1870 ein Atelier in Boston, besuchte mehrmals Europa und ließ sich zuletzt (1876) in Deerfield (Massachusetts) nieder. Er ist Mitglied der amerikanischen Gesellschaft der Aquarellisten, deren Ausstellungen er regelmäßig beschickt. Zu seinen besten und bekanntesten Bildern gehören: Nicht so häßlich, wie er aussieht (1875), der beste Schüler, Herzen und Diamanten, der Schiedsrichter, das vertrocknete Blatt und die 1876 in Philadelphia ausgestellten: Großmamas Liebling, Zur Gesundheit! Nicht anfassen! Seit 1869 bezeichnet er seine Bilder, um Namensverwechselung zu vermeiden, nur »Champ«.

Chaplain (spr. schapläng), Jules Clément, franz. Bildhauer und Medailleur, geb. 12. Juli 1839 zu Mortagne (Orne), Schüler von Jouffroy und Oudiné, erhielt 1863 den großen römischen Preis und bildete sich fünf Jahre in Rom weiter aus. Die bedeutendsten der nach seiner Rückkehr von ihm ausgestellten Porträtmedaillons sind: Robert Fleury, Frau Carolus Duran (1869), Ernest Renan (1870, Bronze) und der Marschall Mac Mahon (1877), sowie die Medaillen: das siegreiche Frankreich, die Verteidigung von Paris (1872), Bau der Kirche St. Ambroise (1876) und Ehrenmedaille der Weltausstellung von 1878 (letztere sein Meisterwerk). 1877 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Chaplin, 1) (spr. schapläng) Charles, franz. Maler im Porträt- und allegorischen Fach und Radierer, geb. 8. Juni 1825 zu Les Andelys (Eure), Schüler von Drolling, malte anfangs Landschaften von kräftigem, gesundem Realismus, ging aber bald in der Weise Bouchers zur Boudoirmalerei über und brachte elegante Frauenbilder von etwas koketter, sinnlicher Erscheinung. Zu seinen frühern Bildern gehören: der von Pfeilen durchbohrte heil. Sebastian (1847), Dorfstraße in der Auvergne, Abend in der Heide (Museum in Bordeaux), der Morgen ↔ (1855); zu denen der spätern Art: Diana (1859), die Seifenblasen (1864, Museum des Luxembourg), das Kartenhaus, die Lottospielerin (die beiden letztern Aquarelle), Geburt der Venus, Scenen aus Ovid, die Mairose, die zerbrochene Leier u. a. Als Porträtmaler weiß er besonders die den eleganten Französinnen eigentümliche Grazie wiederzugeben. 1861 malte er mit großem Geschick Decken- und Wandbilder in den Tuilerien und im Elysée. Radierungen machte er sowohl nach eignen Kompositionen als nach Rubens, nach Watteau und nach Bida für dessen Ausgabe der Evangelien. 1865 wurde er Ritter und 1877 Offizier der Ehrenlegion.

2) (spr. tschäpplĭn) Christine, verehelichte Brush, amerikan. Blumenmalerin, geb. 1842 zu Bangor (Maine), brachte mehrere Jahre in Europa zu und war Schülerin von Charles Chaplin und von Harpignies in Paris. Später ließ sie sich in Boston nieder. Besonders geschickt ist sie in der Malerei (Öl und Aquarell) der Feldblumen.

Chapman (spr. tschäppmän), John Gadsby, vielseitiger amerikan. Künstler, geb. 1808 zu Alexandria (Virginia), zeigte schon in früher Jugend ein großes Talent zum Zeichnen und bildete sich in Italien durch lange Wanderungen aus. Nach seiner Rückkehr lebte er meistens in New York, wo er 1836 Mitglied der Zeichenakademie wurde und besonders im Holzschneiden thätig war. 1848 ließ er sich in Rom nieder und kam erst 1878 zu einem Besuch nach Amerika. So sind auch seine Bilder, deren Zeichnung und Kolorit sehr gelobt werden, verschiedenen Inhalts, bald Landschaften, bald Genrebilder aus Italien und aus Amerika. Eins seiner bessern ist die durch Nachbildungen sehr verbreitete Landung des Columbus. Er beschäftigt sich auch viel mit Illustrationen der Bibel und historischer Werke, mit Aquatintastich und Holzschnitt, radiert eigne Kompositionen und schrieb ein »Drawing book«, das in England und den Vereinigten Staaten große Verbreitung fand.

Chapon (spr. schapóng), Léon Louis, franz. Formschneider, geb. 5. März 1836 zu Paris, wo er Schüler der Akademie und

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 101.