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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Cobb; Cogniet; Coignard; Col; Cole

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Cobb - Cole.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Cluysenaar'

gen, gut charakterisierten Genrebildern malte er als sein Hauptwerk die Fresken in der Universität zu Gent, darstellend die Zeit der römischen Weltherrschaft, Gründung des christlichen Dogmas, Kampf des Papsttums gegen die weltliche Herrschaft, Reformation und Renaissance und die französische Revolution. Ziemlich verunglückt in der Auffassung war sein 1878 in Paris ausgestelltes Bild: Heinrich IV. in Canossa. Er ist Ritter des belgischen Leopoldordens und des französischen Ordens der Ehrenlegion.

Cobb, Darius und Cyrus, Zwillingsbrüder, geb. 1834 zu Nadden (Massachusetts), bildeten sich beide bis zu ihrem 20. Jahr gemeinschaftlich aus, benutzten die Gelegenheit, sich in Europa der Kunst zu widmen, nicht, sondern studierten in Boston nur nach der Natur und nach den Werken amerikanischer Maler. Beide begannen mit der Porträtmalerei. Darius malte später auch Landschaften, Figurenbilder und ideale Köpfe. Unter seinen Porträten erwähnen wir nur das des Naturforschers Agassiz und des Staatsmanns Charles Sumner, und unter seinen historischen Bildern: König Lear, das Ende des Judas Ischariot, Christus vor Pilatus. 1869 lieferten beide die Zeichnung zu dem später in Cambridge (Massachusetts) errichteten Kriegerdenkmal. Cyrus hatte bald die Kunst aufgegeben und sich der Jurisprudenz gewidmet.

Cogniet (spr. konnjä), Léon, der berühmte, in seiner Thätigkeit bereits der Vergangenheit angehörende Nestor der franz. Maler, geb. 29. Aug. 1794 zu Paris, der in seinen Werken eine edle, stilvolle Auffassung und Form mit einem kräftigen, warmen Kolorit verband, aber bereits mehrere Decennien vor seinem 20. Nov. 1880 in Paris erfolgten Tod seine künstlerische Thätigkeit aufgegeben hatte. Er war Schüler von Guérin, setzte von 1817 an seine Studien in Rom fort, wo er sich anfangs noch an klassische Stoffe hielt. Später ging er zur modernen Geschichte über und brachte hierin Schilderungen von großer Tiefe des Gefühls, aber auch einige freilich weniger bedeutende Kirchenbilder. Wir erinnern nur an seine ↔ Hauptwerke: der bethlehemitische Kindermord, Ausmarsch der Pariser Nationalgarde 1792 (1836, historisches Museum in Versailles), das Deckengemälde im ägyptischen Museum: Napoleon und die gelehrten Altertumsforscher in Ägypten, und namentlich Tintoretto seine auf dem Totenbett liegende Tochter malend. Noch größeres Verdienst als durch diese Werke und seine vorzüglichen Porträte erwarb er sich bei seiner ungemeinen Lehrfähigkeit durch seine Schule, die eine der besuchtesten der neuern französischen Malerei war. Schon 1828 erhielt er das Ritter-, 1846 das Offizierkreuz der Ehrenlegion und 1865 den preußischen Orden pour 16 le mérite.

Coignard (spr. koanjáhr), Louis, franz. Landschafts- und Tiermaler, geboren um 1812 zu Mayenne (Orne), wurde in Paris Schüler von Picot, widmete sich anfangs verschiedenen Fächern der Malerei, beschränkte sich aber nachher auf die Landschaft und das Tierstück, worin er es zu vorzüglichen Leistungen brachte. Dahin gehören: Kühe im Wald (1845), Stierkampf (1847), die Tränke (1848), die Morgenruhe, die Eiche Heinrichs IV., Weide in Holland, Landschaft in der Normandie (1863), Herde von Kühen u. v. a.

Col, David, belg. Genremaler, geb. 6. April 1822 zu Antwerpen, bildete sich von 1840 an auf der dortigen Akademie, debütierte aber erst 1846. Seine in fast allen Museen und Sammlungen Belgiens zerstreuten Bilder, meistens von kleinen Dimensionen, zeigen eine feine Beobachtungsgabe, sind von großer Naturwahrheit, gesundem Humor und sorgfältiger Ausführung; z. B.: der Rasiertag, Hinaus mit dir! das Schneeballwerfen, die Liebhaber von Kanarienvögeln, die unterbrochene Mahlzeit u. a. 1875 erhielt er den belgischen Leopoldorden.

Cole (spr. kohl), 1) Foxcroft, amerikan. Landschaftsmaler geb. 1837 zu Jay (Maine), widmete sich in Paris der Kunst, war dort 1860-63 Schüler von Lambinet und später von Charles Jacque. Nachdem er sich noch einige Jahre in Paris aufgehalten, ließ er sich in Boston nieder. Unter seinen poetischen, wegen ihrer Farbenharmonie gerühmten Bildern, häufig

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 110.