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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Corbould; Cordier; Cormon

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Corbould - Cormon.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Cope'

der Fresken im Parlamentshaus aus, z. B. im Haus der Lords: Eduard III. verleiht seinem Sohn, dem Schwarzen Prinzen, den Hosenbandorden; Prinz Heinrich erkennt die Autorität des Richters Gascoigne an u. a., welche freilich den Erwartungen nicht entsprachen. Unter den interessantesten Bildern aus dem letzten Decennium nennen wir noch: die Siesta Lanzelot Gobbos (1870), Ja oder Nein (1873), die Lähmung der Widerspenstigen (1874), Frühlingszeit (1877), der jungfräuliche Streit (1878) und eine sehr sonderbare Darstellung des guten Hirten (1880). Sehr geschätzt werden auch seine Radierungen. 1843 wurde er Genosse und 1848 Mitglied der Akademie.

Corbould (spr. kórbohl), Edward Henry, engl. Historienmaler, geb. 5. Dez. 1815 zu London, widmete sich als Sohn des Malers und Zeichners Henry C. (1787 bis 1844) und Enkel des Porträt- und Landschaftsmalers Richard C. (1757-1831) ebenfalls der Kunst und übertraf beide namentlich in der Aquarellmalerei. Nachdem er mit dem Ölbild: der Sturz des Phaethon 1834 erfolgreich debütiert hatte, brachte er im folgenden Jahr einen heil. Georg mit dem Drachen und 1836 ein griechisches Wagenrennen, die alle drei eine Medaille erhielten, ließ dann noch einige Ölbilder nach Spensers »Fairy queen« folgen und widmete sich seitdem völlig der Aquarellmalerei, deren Schöpfungen er seit 1838 regelmäßig auf die Ausstellungen der Akademie brachte. Verschieden an Wert, haben sie ihre Hauptstärke in der Zeichnung, während es ihnen oft an Tiefe der Empfindung fehlt, an deren Stelle sich bisweilen eine gewisse süßliche Eleganz bemerklich macht. Zu den besten gehören: die Versammlung der Canterbury-Pilger, die Ehebrecherin vor Christus (1842), das Turnier zu Eglington, der Tanz der Salome vor Herodes, die Pest in London, die Taufe Ethelberts und Bilderstürmer in Basel (1854). Von 1851 bis 1872 war er Lehrer der Zeichenkunst und Malerei bei den Kindern der Königin Victoria.

Cordier (spr. kordjéh), Henri Joseph Charles, franz. Bildhauer, geb. 19. Okt. ↔ 1827 zu Cambrai, trat 1845 in die École des beaux-arts und wurde Schüler von Rude. Nach einem glücklichen Debüt (1848) machte er auf Kosten der Regierung eine Reise nach Afrika und dem östlichen Asien und studierte überall die Typen der verschiedenen Menschenrassen und Völker, was ihn dazu befähigte, sie als Büsten wie als Einzelstatuen und Gruppen in ihrer ganzen Natur- und Lebenswahrheit darzustellen, wobei er es auch an dem für die Plastik wenig geeigneten Prunk der Ausstattung nicht fehlen ließ; z. B.: Büste von Saïd Abdallah, afrikanische Venus, Neger- und Mongolentypen, eine Jüdin in Algier (1862, emaillierte Bronzebüste), ein griechischer Pallikare, Büste eines Fellahmädchens, Chinesen und Chinesinnen und eine die Harfe spielende Isispriesterin (1874, emaillierte Bronze). Neben diesen ethnographisch interessanten Bildwerken schuf er auch mythologische, allegorische und Porträtstatuen, wie: eine Marmorstatue der Amphitrite, Statue des Marschalls Gérard (in Verdun, 1856), eine Psyche, die Harmonie, die Poesie, Triton und Nereïde, die Marmorstatue Emanuel Escaudons für die Stadt Orizaba in Mejiko und die des Columbus in Mejiko (1874), die Reiterstatue Ibrahim Paschas für Kairo, die Statuen des heil. Jacobus, der heil. Klothilde und zahlreiche Porträtbüsten. Er ist Ritter der Ehrenlegion seit 1860, Inhaber des Mauritius-Ordens und des türkischen Medschidieh-Ordens.

Cormon (spr. kormóng), Fernand, eigentlich Fernand Piestre, franz. Historien- und Porträtmaler, geb. 22. Dez. 1845 zu Paris, Schüler von Cabanel, Fromentin und Portaels, machte sich seit 1870 durch einige krasse Blutscenen, die von einem technisch sehr ausgebildeten Talent zeugen, einen Namen. Es sind namentlich eine Mordscene im Serail (1874) und der Tod des Ravana, Königs von Lanka, der, an Delacroix' Blutbad auf Skio erinnernd, in der Ausstellung von 1875 den Preis davontrug. Nachher stellte er noch eine Auferweckung der Tochter des Jairus und ein Porträt des Bildhauers Carrier-Belleuse aus. 1880 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.