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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Defaux; Defregger

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Defaux - Defregger.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Davis'

wurde. Auch nach seiner Rückkehr stellte er die allmählich immer vollkommener gewordenen Landschaften: Feldarbeit im Frühling (1866), Aprilnachmittag (1863), abendlicher Tau (1870), Mondaufgang (1871) und andre ähnlichen Inhalts aus. 1872 fertigte er auch das Modell eines trabenden Stiers, der in Erz gegossen 1873 in Wien prämiiert wurde. Auf der Pariser Ausstellung von 1878 hatte er drei sehr ansprechende Landschaften. 1863 wurde er Genosse der Akademie in London.

Defaux (spr. d'foh), Alexandre, franz. Landschaftsmaler, geb. 27. Sept. 1826 zu Bercy bei Paris, Schüler von Corot, malt aus der Umgegend von Paris, aus dem Wald von Fontainebleau und den Küsten der Normandie flott ausgeführte, pikante Landschaften, die, von der Kritik sehr geschätzt, erst allmählich beim Publikum beliebt wurden; z. B.: Ansicht von Caen, verlassener Steinbruch in Ivry (1859), Küste von Gravelle in Charenton (1863), Umgegend von Méréville (1865), Frühlingsabend (1869), ein schöner Februartag in Bas-Meudon (1872), Ufer der Loire nach der Überschwemmung (1873), Birken im Wald von Fontainebleau (1874), Frühlingsmorgen in Cernay (1878) u. a.

Defregger, Franz, einer der hervorragendsten Genremaler, der sich durch seine meisterhafte Schilderung des Tiroler Volkslebens einen bedeutenden Namen erworben hat. Geb. 30. April 1835 zu Stronach, einem zur Gemeinde Dölsach im Pusterthal gehörenden Bauernhof, wuchs er im Anblick einer herrlichen Gebirgswelt auf, im Sommer die Herden hütend, im Winter die Schule besuchend. Als Knabe formte er aus Brotteig allerlei Figuren, schnitt aus Papier Figuren und Landschaften und bemalte mit dem Bleistift alle irgend erreichbaren Flächen. Nachdem er so bis 1857 auf dem Gehöft seines Vaters gearbeitet hatte, mußte er nach dessen Tode den Hof selbst übernehmen. Dabei bewies er sich so ungeschickt und fand so viele Widerwärtigkeiten, daß er das Besitztum verkaufte und nach Innsbruck ging, um Bildhauer zu werden. Da der Lehrer aber noch größeres Talent zur Malerei in ihm fand, so riet er ihm, ↔ nach München zu gehen, wo er seinen Schüler 1860 bei Karl Piloty einführte, dessen dort im Entstehen begriffener Nero einen gewaltigen Eindruck auf den Ankömmling machte. Nach dem Besuch der Vorbereitungsklasse kam er in die Malklasse der Akademie unter Anschütz. Da aber weder dieser akademische Unterricht, noch das Münchener Klima ihm zusagte, so ging er nach Paris, wo er in fünf Vierteljahren zwar nicht viel weiter kam, aber für die Ausbildung seines Geschmacks manches lernte. Dann zog er sich in die Heimat zurück und machte auf der Alm eine Menge von Studien, malte zahlreiche Bildnisse von Bekannten und schuf das Bild eines verwundeten Wilderers, mit dem er 1864 nach München zurückkehrte, wo er nun Schüler von Piloty wurde, dem er besonders in der Technik viel zu verdanken hat. In dieser letztern Hinsicht bedeutend gefördert, trat er 1868 mit dem Bild: Joseph Speckbacher auf, das weniger durch den Glanz der Farbe als durch die wahrhaft dramatische Behandlung des Auftritts und durch die Charakteristik der einzelnen Persönlichkeiten seinen Weltruf begründete (Ferdinandeum zu Innsbruck). Nachdem er dann im folgenden Jahr den Ringkampf, die meisterhafte Darstellung des bekannten volkstümlichen Spiels der Tiroler, gebracht hatte, betrat er mit dem Bilde: die beiden Brüder das Gebiet, auf dem er später noch größere Triumphe feierte: die gemütvolle Schilderung des friedlichen Tiroler Lebens, in der er durch Tiefe der Empfindung, frischen Humor und Ausdruck seiner Gestalten so zu fesseln weiß, daß man von jeder Figur glaubt, sie könne nur so und nicht anders sein. Um diese Zeit wurde er von einem so heftigen Gelenkrheumatismus befallen, daß er zwei Jahre lang nur liegend arbeiten konnte. Auf diese Weise vollendete er für sein heimatliches Dorf Dölsach ein Altarbild, eine heilige Familie darstellend, mit wunderbar lieblichem Kopf der Maria, das ziemlich unbekannt blieb. Nach seiner Genesung entstanden zunächst die italienischen Bettelmusikanten, interessant durch den Kontrast der italienischen zerlumpten

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 128.