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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Dehn-Rotfelser; Dehodencq; Deiker

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Dehn-Rotfelser - Deiker.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Deger'

gründliches Verständnis der Präraffaeliten. Dann begann er für den König Friedrich Wilhelm IV. die Ausschmückung der Kapelle auf dem Schloß Stolzenfels bei Koblenz, wo er zwölf Fresken ausführte, die, beginnend mit dem Paradies und schließend mit dem Jüngsten Gericht, die Erlösung des Menschengeschlechts vom Fluch der Sünde darstellen. Während und nach der Ausführung dieser Arbeiten entstanden auch mehrere religiöse Ölbilder, die sowohl den Einfluß der italienischen Studie als auch jener Fresken auf die Ölmalerei verraten; z. B.: die heil. Katharina (1842), die heil. Magdalena (1843), der heil. Joseph mit dem Christuskind (1844), die heil. Jungfrau als Altarbild und als Wiederholung des Bildes in der Apollinariskirche eine Auferstehung Christi im Maximilianeum zu München u. a. Seit mehreren Jahren scheint er der Ausübung seiner Kunst entsagt zu haben. 1849 wurde er Mitglied der Berliner Akademie, 1851 Professor und 1869 Lehrer der religiösen Historienmalerei an der Akademie zu Düsseldorf.

Dehn-Rotfelser, Heinrich von, Architekt und Kunstschriftsteller, geb. 6. Aug. 1825 zu Hanau, besuchte in Kassel das Gymnasium, die höhere Gewerbschule und die Akademie, wurde 1844 Eleve bei der Hofbaudirektion, 1865 Vorstand derselben und der Schloßbaudirektion in Kassel, 1867 Professor der Architektur an der dortigen Akademie, 1876 Referent für das Bauwesen im Regierungskollegium daselbst und 1878 Regierungs- und Baurat in Potsdam. Seine Hauptschöpfung ist das neue Galleriegebäude in Kassel im Renaissancestil (1872-77). Seine schriftstellerischen Werke sind: »Mittelalterliche Baudenkmäler in Kurhessen« (1862-66); »Die Baukunst in der Ausstellung von 1867 und die neueste Bauthätigkeit in Paris« (1868); »Die Baudenkmäler im Regierungsbezirk Kassel« (gemeinsam mit Wilh. Lotz, 1870); »Das Gemäldegalleriegebäude zu Kassel« (1879) und mehrere Aufsätze in architektonischen Zeitschriften.

Dehodencq (spr. dö-ohdängk), Edme Alexis Alfred, franz. Genremaler, geb. 23. April 1822 zu Paris, besuchte hier das Atelier ↔ Cogniets, machte mehrere Reisen nach Spanien und dem nördlichen Afrika und behandelte in der Folge mit großer Naturwahrheit u. trefflicher Farbenwirkung vorzugsweise Scenen aus dem spanischen und marokkanischen Leben, bisweilen aber auch historische Stoffe und Porträte. Wir nennen darunter: der heil. Stephanus zum Tode geführt (1846), die Heimsuchung Mariä, Camoens, der am Meeresstrand gefundene Leichnam der Virginia (1849), Stiergefecht in Spanien (1851, Museum des Luxembourg), Zigeuner in Andalusien (1853), jüdisches Konzert in Marokko (1855), Hinrichtung einer Jüdin in Marokko, jüdisches Fest daselbst, Columbus im Kloster La Rabida (1864), Ruth und Naemi, Verhaftung der Charlotte Corday, Oktobermorgen in Luxemburg, Othello etc. 1870 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Deiker, 1) Johannes Christian, Tier- und Jagdmaler, geb. 27. Mai 1822 zu Wetzlar als Sohn des Zeichenlehrers am dortigen Gymnasium, Friedrich D., der später in Paris unter David Porträtstudien machte und längere Zeit in England als Porträtmaler lebte. Von ihm erhielt der Sohn den ersten Unterricht, dann ging er auf die Zeichenakademie in Hanau, besuchte das Städelsche Institut in Frankfurt und war Schüler von Jakob Becker. Von Braunfels aus, wo er eine Zeitlang bei dem Fürsten Solms lebte, ging er auf ein Jahr nach Antwerpen. 1843 begann er die Ausübung der Malerei mit Erfolg im Porträtfach, bis er sich in Braunfels, mit Vorliebe der Jagd obliegend, mehr und mehr der Darstellung des jagdbaren Wildes widmete, worin er seitdem manche recht schätzbare Bilder brachte, z. B. aus neuester Zeit: Hirsche in der Kalbzeit, Hund mit Hasen, Hund auf der Jagd, Hühnerhund vor einer Kette Feldhühner und ähnliche. 1868 ließ er sich in Düsseldof (Anmerkung des Editors: richtig: Düsseldorf) nieder.

2) Karl Friedrich, Jagdmaler, geb. 3. April 1836 zu Wetzlar, Bruder des vorigen, besuchte in Hanau die Realschule und seit seinem 16. Jahr die dortige Zeichenakademie, wo er sich der Tiermalerei widmete. 1858 zog er nach Karlsruhe zu

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 130.