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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Denuelle; Denzinger; Desanges; Desgoffe

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Dennelle ^[richtig: Denuelle] - Desgoffe.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Demmler'

gische Dienste als Baukondukteur, wurde Landbaumeister mit Überweisung des Schweriner Landbaudistrikts, 1837 Hofbaumeister und 1841 Hofbaurat. Von ihm sind bis 1851 die hauptsächlichsten Hochbauten Mecklenburgs entworfen und ausgeführt worden, vor allen das Residenzschloß in Schwerin, das er unter Benutzung der vom alten Bau herrührenden Fundamente und festen Mauerreste im Geschmack der französischen Renaissance (mit Reminiscenzen an Schloß Chambord in Frankreich) von 1844 an erbaute, bis er 1851 aus politischen Gründen seines Dienstes entlassen wurde, sich auf Reisen begab und nach sechsjähriger Abwesenheit 1857 zurückkehrte. Das Schloß wurde unterdessen von Willebrand unter Stülers Oberleitung fortgesetzt und 1858 vollendet. 1859 wurde er in Frankfurt Mitstifter des Nationalvereins. 1866 gab er einen Erweiterungs- und Verschönerungsplan von Schwerin heraus. Später machte er abermals Reisen nach der Schweiz, Italien, Sicilien und Tunis. 1875 erweiterte er den Zuschauerraum des von ihm früher erbauten Hoftheaters. 1877 war er Reichstagsabgeordneter für den Leipziger Landkreis (socialdemokratisch). Nach 1879 trat er eine abermalige längere Reise nach Italien an.

Dennelle (Anmerkung des Editors: richtig: Denuelle (= Alexandre Dominique Denuelle, 1818-1880)) (spr. dennäl), Dominique Alexandre, franz. Maler im dekorativen Fach, geb. 1818 zu Paris, begab sich mit 17 Jahren nach Deutschland, um die Keramik zu studieren, widmete sich dann unter Delaroche und Duban der Monumentalmalerei, beteiligte sich bei den Arbeiten im Schloß Dampierre und studierte in Italien die dekorative Malerei. Unter seinen überaus zahlreichen Arbeiten dieser Art, die er in verschiedenen Städten Frankreichs ausführte, nennen wir: in Paris die in den Kirchen St. Germain des Prés, Ste. Clotilde und Ste. Trinité, in drei Kapellen der Kirche St. Sulpice, in der Kapelle der heil. Jungfrau in St. Eustache; in St. Denis die Dekorationsmalereien der Abteikirche, in Nîmes in St. Paul, andre in Lyon, Beauvais, Carcassonne, Orléans, ebenso in vielen Profangebäuden in Paris und andern Städten. 1859 ↔ wurde er Ritter und 1874 Offizier der Ehrenlegion.

Denzinger, Franz Joseph, Architekt, geb. 1821 zu Lüttich als Sohn eines Professors an der Universität, mit dem er infolge der Ereignisse von 1830 nach Würzburg zog. Dort machte er auf der Universität seine Studien und ging dann, um sich zum Architekten auszubilden, auf die polytechnische Schule und die Akademie in München. 1854 erhielt er eine Anstellung als Civilbauingenieur zu Regensburg, wurde bei der Reorganisation des bayrischen Bauwesens 1858 königlicher Baubeamter daselbst und 1859 mit dem Ausbau und der Vollendung des dortigen gotischen Doms beauftragt, eine Aufgabe, die er in zehn Jahren in glänzender, allgemein befriedigender Weise löste. 1869 vollendete er die beiden herrlichen Türme, 1872 auch das Querschiff. Schon vor der Vollendung des letztern erhielt er einen Ruf nach Frankfurt a. M., um die 1867 durch Brand zerstörte Domkirche nebst ihrem sogen. Pfarrturm wiederherzustellen und auszubauen. Er siedelte deshalb 1870 nach Frankfurt über und entledigte sich auch dieser Aufgabe in würdiger Weise. Seine übrigen bedeutendern Bauten sind: das Badegebäude der Saline zu Kissingen, das chemische Laboratorium in Erlangen, die Stadtpfarrkirche zu Burghausen in Bayern, das städtische Archivgebäude (eröffnet 1878) und die Dreikönigskirche zu Frankfurt.

Desanges (spr. däsángsch), Lewis William, engl. Porträtmaler, geb. 1822 zu London, ging mit seinen Eltern 1828 nach Florenz, kehrte 1831 nach England zurück, empfing hier den ersten künstlerischen Unterricht und begab sich 1838 nach Lyon, wo Michel Grobon sein Lehrer wurde. Nachdem er mehrmals Italien bereist hatte, malte er 1845 ein großes figurenreiches Bild: Erkommunizierung des Königs Robert, das sehr gerühmt wurde; dann aber widmete er sich in London der Porträtmalerei, worin er besonders bei der Damenwelt sehr beliebt wurde. Später malte er noch Scenen aus dem Krimkrieg und aus dem Aufstand in Indien.

Desgoffe (spr. dägóff), 1) Alexandre,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 133.