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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Desjardins; Desmaisons; Desmannez; Destailleur

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Desjardins - Destailleur.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Desgoffe'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

franz. Landschaftsmaler, geb. 2. März 1805 zu Paris, Schüler von Ingres, bereiste 1837-42 Italien, malt Landschaften, oft mit historischer Staffage, mitunter auch biblische Historienbilder von trefflicher Zeichnung, aber etwas gesuchter idealer Haltung. Wir nennen unter seinen ältern Bildern: Argus, der die Io bewacht, Herkules und der nemeïsche Löwe, die Campagna bei Rom und Thal der Nymphe Egeria, worauf dann nach seiner Rückkehr aus Italien folgten: der See von Albano, die Meditation, der Kyklop (Museum in Lyon), Narcissus an der Quelle, Landschaft bei Hyères, Christus am Ölberg, Orestes und die Eumeniden, Martyrium des heil. Mauritius, Umgegend von Neapel (1859), Joseph von seinen Brüdern verkauft, Auferstehung Christi, Raserei des Orestes (Museum des Luxembourg), Golf von Neapel, Umgegend von Antibes (1868); unter den nicht landschaftlichen: die heil. Margarete (in St. Pierre zu Dijon), Christus heilt die Blinden in Jericho (Kirche St. Nicolas du Chardonnet) und mehrere Bilder für Taufkapellen und für den Lesesaal der kaiserlichen Bibliothek (1868). 1857 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

2) Blaise Alexandre, franz. Stilllebenmaler, geb. 17. Jan. 1830 zu Paris, Neffe des vorigen, erlernte die Malerei unter Flandrin und später unter Bouguereau, indem er sich fast ausschließlich dem Stillleben widmete, worin er besonders in der Wiedergabe der verschiedenen Metalle, der Goldschmied- und Glaswaren, der Teppiche und andrer Stoffe im Arrangement und noch mehr in der Nachahmung der Wirklichkeit das Höchste leistet, so daß man die Gegenstände greifen zu können glaubt; weniger gelungen ist die Nachahmung der Früchte. Eins seiner frühesten Bilder (1859) ist die Amethystvase des 16. Jahrh. im Museum des Luxembourg, sodann ein Gefäß aus Bergkrystall aus dem 16. Jahrh., ein Geldbeutel Heinrichs II. (1863), ein alter Birnbaum (1875), Thee in einem Künstlerzimmer, der Helm und Schild Karls IX., der Sporn Karls d. Gr., ein Karabiner des 16. Jahrh., die Krone der Könige von Frankreich und ähnliche Gegenstände. ↔ 1878 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Desjardins (spr. däschărdäng), Louis Joseph Isnard, franz. Kupferstecher, geb. 1814 zu Paris, war anfangs Schüler von Gros, widmete sich aber nachher dem Linienstich und machte sich besonders bekannt durch die Anwendung des sogen. chromotypographischen Stichs (Faksimilestich), der mittelst vier Stahlplatten nacheinander die verschiedenen Farben aufträgt und so das Original genau wiedergibt. Zu seinen Hauptblättern gehören: die heimliche Erklärung, nach Guillemin (1847); der Markt am Strand, nach Auguste Delacroix (1850); Nelken und Rosen, nach Mad. Girardin; Jagdhunde, nach Decamps; die Ebbe, nach Auguste Delacroix und mehrere Faksimiles nach Aquarellen von Bellange, Le Poittevin u. a.

Desmaisons (spr. dämäsóng), Pierre Emile, franz. Lithograph, geb. 19. Dez. 1812 zu Paris, besuchte die École des beaux-arts und die Ateliers von Granger und Guillon-Lethière, debütierte 1831 mit Porträten, widmete sich aber später der Lithographie, worin er es zu großer Vollkommenheit brachte, namentlich in seinen Blättern nach Vidal, z. B.: Fatinitza, der gefallene Engel, eine Thräne der Reue, das Gebet, die Ruhe, Edith, Helena u. v. a., ebenso das bekannte Schokoladenmädchen nach Liotard (Museum in Dresden). 1863 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Desmannez (oder Demannez, spr. dämannéh), Joseph Arnold, belg. Kupferstecher, geb. 1826 zu Antwerpen, Schüler von Calamatta, brachte bis jetzt mehrere geschätzte Linienstiche: ein christlicher Märtyrer, nach Slingenbyer (1863); Romeo und Julie, nach Jalabert; das glückliche Ereignis, nach Navez; la pensierosa, nach Johnston; das Kabinett des Erasmus, nach Leys; die Witwe, nach Willems; Selbstporträt van Dycks u. a. Er lebt in Brüssel u. ist Ritter des belgischen Leopold- und des portugiesischen Christus-Ordens.

Destailleur (spr. dätăjöhr), Hippolyte Alexandre Gabriel Walter, franz. Architekt, geb. 27. Sept. 1822 zu Paris, Schüler von Achille Leclère und der École des beaux-arts, wurde 1848 an Stelle seines

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 134.