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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Desvachez; Detaille; Detouche

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Desvachez - Detouche.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Destailleur'

Vaters Architekt des Justizministeriums und der Nationaldruckerei und 1852 des Hôtel des monnaies. Außer verschiedenen Hotels in Paris erbaute er das Mutterhaus des Herz-Jesu-Ordens, das Grabmal der Familie Collard auf dem Kirchhof Montparnasse, das Schloß und die Kirche in Mouchy, die Schlösser Divonne, Mello, Courance, ein Hotel des Barons Albert v. Rothschild in Wien und ein Schloß für Ferdinand v. Rothschild in England. Er restaurierte das Hôtel Pourtalès in Paris, das Schloß Vaux-Praslin sowie das Schloß Pleß in Schlesien und gab heraus: »Recueil d'estampes relatives à l'ornementation des appartements au XVI., XVII. et XVIII. siècles«. 1878 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Desvachez (spr. däwaschéh), David Joseph, franz. Kupferstecher, geboren zu Valenciennes, Schüler von Calamatta, hat sich durch mehrere treffliche Stiche nach bedeutenden Historienbildern einen Namen gemacht; es sind namentlich: die Heimsuchung, nach Sebastiane del Piombo (im Louvre, 1867); die Madonna Connestabile, nach Raffael; die heil. Familie, nach Navez; Christus zwischen den beiden Schächern, nach Rubens; Angelika, nach Ingres; das Kompromiß der Edlen, nach Bièfve, und mehrere Porträte nach van Dyck, Memlinc u. a.

Detaille (spr. dötáj), Edouard Jean Baptiste, einer der bedeutendsten der jüngern franz. Schlachten- und Soldatenmaler, geb. 5. Okt. 1848 zu Paris, zeigte schon in früher Kindheit eine ungewöhnliche Lust an Soldatenbildern. Trotz seiner Leidenschaft für das Zeichnen machte er doch das Lycée Bonaparte (jetzt Lycée Fontanes) durch und trat mit 17 Jahren ins Atelier Meissoniers, der das bedeutende Talent dieses Schülers zu leiten wußte und ihn in sehr strenge, heilsame Zucht nahm. Nach zwei Jahren stellte er sein erstes Bild, das Atelier seines Lehrers, aus, das noch etwas schülerhaft ausfiel. Einige Monate reiste er mit Meissonier im südlichen Frankreich und brachte von dort das erste bedeutende Bild: Kürassiere beschlagen ihre Pferde, dem dann 1868 der Halt der Tamboure und 1869 die beim Manöver ruhenden Grenadiere ↔ folgten, die ihm zahlreiche Aufträge zuzogen; z. B.: die Journallektüre in einem öffentlichen Garten, der Feldzugsplan, das Café unter dem Direktorium, die Incroyables im Luxembourg und die Aquarelle: der General auf Vorposten und Ordonnanzkürassiere von 1797. Nur ungern trennte er sich 1869 von Meissonier und gründete sein eignes Atelier, worin er zunächst den Kampf zwischen Kosaken und Ehrengarden im Jahr 1814 schuf, der, obgleich eins seiner besten Werke, doch von zu sorgfältiger Ausführung der Details ist. Als bald nach seiner Rückkehr von einer im Frühjahr 1870 angetretenen Reise durch Spanien nach Algier der Krieg ausbrach, trat er in das achte Mobilgardebataillon der Seine und hatte als Sekretär des Generals Appert Gelegenheit zu vielen Skizzen, welche, da der Krieg einen tiefen Eindruck auf ihn machte, einen viel ernstern und strengern Charakter zeigen als seine frühern Bilder. Ein treffliches Werk dieser Art ist die Begrüßung der verwundeten Feinde, die vor einem französischen Stabsoffizier defilieren. Viel besprochen wurde 1872 sein Bild: die Sieger als Plünderer, das, obwohl meisterhaft gemalt, doch mit richtigem Takt von der Ausstellung in Paris ausgeschlossen wurde. 1873 folgte sein bestes Bild: auf dem Rückzug, das ihm das Kreuz der Ehrenlegion einbrachte. Wenn die 1874 entstandenen Kürassiere bei Morsbronn nur geringen Beifall fanden, so wurden dagegen die übrigen Bilder der Jahre 1874 und 1875, z. B. das defilierende Regiment, mit um so größerm Beifall begrüßt. Ebenso bedeutend war 1876: auf Rekognoszierung. Bei der Ausstellung von 1878 beteiligte er sich nicht, dagegen war 1879 das Schlachtenbild von Champigny im Dezember 1870, das wiederum mit größter Virtuosität geschaffene Meisterstück der Ausstellung um so schätzenswerter, da es keine Huldigung an Frankreich war.

Detouche (spr. dotúsch), Laurent Didier, franz. Historien- und Genremaler, geb. 29. Juli 1815 zu Reims, vertauschte die Jurisprudenz mit der Malerei und wurde Schüler von Delaroche und Robert-Fleury (1837). Unter seinen zahlreichen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 135.