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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Dietrichson; Diez

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Dietrichson - Diez.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Dietrich'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

storienmalerei und erlangte durch eine Kartonzeichnung: Rudolf von Habsburg an der Leiche Ottokars von Böhmen, das sächsische Reisestipendium. 1859 ging er nach Düsseldorf und malte dort Faust bei Gretchen im Kerker, das weniger günstig aufgenommen wurde. Nachdem er 1861 Italien besucht und Skizzen zu einem Cyklus von Darstellungen aus dem Leben Ottos d. Gr. entworfen hatte, wurde er mit dem Freskenschmuck in der Aula der Kreuzschule zu Dresden beauftragt, wo er in trefflicher, wirkungsvoller Weise die Tugenden der Liebe zu Gott durch das Opfer Abrahams, zum Vaterland durch den Tod des Marcus Curtius, zur Wahrheit durch den Tod des Sokrates und den geistigen Mut durch Luther auf dem Reichstag zu Worms sowie in acht Friesbildern die Hauptvertreter der Kulturgeschichte und die allegorische Figur der Schule als Lehrerin ausführte (1868-72). Später malte er noch im Johanneum zu Zittau das sowohl in der Hauptgestalt wie in der Charakteristik der übrigen Figuren ebenfalls sehr gerühmte Freskobild: Paulus predigt auf dem Areopag in Athen.

Dietrichson, Mathilde, geborne Bonneire, norweg. Genremalerin, geb. 12. Juli 1837 zu Christiania, erlernte dort die Anfangsgründe ihrer Kunst und ging dann nach Düsseldorf, wo sie 1857-61 Schülerin von Mengelberg und ihrem Landsmann Tidemand (gest. 1876) war. 1862 heiratete sie den Litterarhistoriker D., Professor an der Akademie in Stockholm, und bereiste mit diesem Deutschland, wo sie in Berlin eine Zeitlang unter Julius Schrader lernte, Italien, wo sie drei Jahre verweilte, und 1869 auch Griechenland, Italien und Frankreich, wo sie wiederum den Unterricht Chaplins genoß. Ihre Genrebilder, unter denen wir nur als die letzten das gebildete Dienstmädchen (1872) und des Meisters Tochter (1873) nennen, zeigen viel Gemüt und Poesie, eine gute Beobachtungsgabe und eine geschickte Pinselführung.

Diez, 1) Robert, Bildhauer, geb. 20. April 1844 zu Pößneck (Sachsen-Meiningen), besuchte das Gymnasium in Meiningen und bezog 1863 die Akademie in Dresden, ↔ war von 1867 an im Atelier Schillings und arbeitete seit 1872 selbständig. Später machte er Reisen nach Paris und Italien. Seine bis jetzt geschaffenen Hauptarbeiten sind: ein Cyklus allegorischer Statuetten in mittelalterlichem Kostüm (1871), zwei Kamingruppen in Bronze, die Statuen des Oberon und der Titania (Hoftheater in Dresden), die Statue Heinrichs des Erlauchten für die Albrechtsburg in Meißen (1878), der mit überaus glücklichem Humor und großer Gewandtheit dargestellte Gänsedieb, als Brunnenfigur in Bronze 1880 in Dresden aufgestellt, und die Gruppe: Heimkehr des Sohns an dem von Breymann (gest. 1878) unvollendet hinterlassenen Braunschweiger Landesdenkmal.

2) Wilhelm, Genremaler und Illustrator, geb. 17. Jan. 1839 zu Baireuth, bezog schon mit 14 Jahren die Akademie in München, wo er bis 1856 seine Studien machte, und war eine Zeitlang Schüler von Piloty, mit dessen Anschauungen er sich aber nicht vertraut machen konnte. Seine erste Arbeit, die ihm einen ehrenvollen Namen erwarb, waren Illustrationen zu Schillers »Dreißigjährigem Krieg«, die ein gründliches Studium der damaligen Zeit verrieten und sehr lebendig, fast in der Weise Wouwermans komponiert waren. Ähnliche treffliche Illustrationen lieferte er für die »Fliegenden Blätter«, für das Werk »Aus deutschen Bergen« (2. Aufl.: »Unser Vaterland«), für Hesekiels »Buch vom Grafen Bismarck« (Bielef. 1869 u. öfter) u. a. 1872 wurde er Professor an der Münchener Akademie. D. malte mehrere treffliche Genrebilder, meistens von kleiner Dimension und in der Weise Meissoniers, z. B.: die Marodeure, der Hinterhalt (1873), Reisegesellschaft im 17. Jahrh. in einem elenden Dorf (1874, ein kleines Meisterwerk von Komposition und Kolorit), bei der Marketenderin (1876), zwei Reiter vor einer Schenke, 1879 auf der Münchener Ausstellung der ebenfalls sehr gerühmte Pferdemarkt und Excellenz auf Reisen. In seinem Bild: aus dem 16. Jahrhundert gibt er ein ganzes wahrheitsgetreues Stück Kulturgeschichte.