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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Dollinger; Domingo; Donaldson; Donndorf; Donner

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Dollinger - Donner.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Doby'

Komischen Oper in Wien, nach Laufberger; den Sieg des Prinzen Eugen bei Zenta, nach Engerth; die Familie van Eyck, nach Gonzales Coques u. a.

Dollinger, Konrad, Architekt, geb. 22. Juni 1840 zu Biberach in Württemberg, bildete sich 1858-60 auf dem Polytechnikum in Stuttgart und 1860-62 im Atelier von Leins. Hierauf machte er größere Studienreisen in Deutschland und Italien und hielt sich 1866-67 in Paris auf. Seine Hauptwerke sind: das Kurhaus in Friedrichshafen, das Kriegerdenkmal in seiner Vaterstadt, die Restauration des spätgotischen Rathauses in Tübingen und vor allen seit 1875 die 1879 eingeweihte neue evangelische Garnisonskirche in Stuttgart, ein sehr gelungener Bau, der durch seine Kuppel über der Vierung an die rheinischen spätromanischen Kirchen des 12. Jahrh. erinnert. Sehr geschätzt sind als Muster des Skizzierens die von ihm herausgegebenen autographierten Reiseskizzen aus Deutschland, Frankreich und Italien.

Domingo, J., span. Genremaler, war in Paris Schüler des ältern Meissonier, dem er in zarter, delikater Behandlung und scharfer Charakteristik seiner Figuren sehr nahe kommen soll. Unter seinen auch gegenständlich mit Meissoniers Werken sehr verwandten, meistens kleinen Bildern, von denen mehrere in Paris und London ausgestellt wurden, nennt man namentlich: die Kartenspieler, der Antiquar, Rückkehr von der Weide und (vielleicht sein Meisterstück) der Halt der Kavaliere vor einem Wirtshaus.

Donaldson (spr. dónaldss'n), Andrew Brown, engl. Historien- und Landschaftsmaler, geb. 1840 zu London, besuchte die dortige Akademie und machte dann Studienreisen in Italien, Frankreich und Deutschland. Von seinen Historienbildern sind zu erwähnen: nach der Schlacht (1871), eine Missionspredigt in Rom, Jeanne d'Arc (1875), Scene aus »Tannhäuser«: von seinen landschaftlich-architektonischen: die Mauern Nürnbergs, eine Straße in Bamberg, und die Aquarelle: Ansicht von Chester und von den Giardini pubblici in Venedig. ↔

Donndorf, Adolf, Bildhauer, geb. 1835 zu Weimar, besuchte bis zu seinem 19. Jahr das dortige Lehrerseminar, wurde aber in dem Zeicheninstitut von Franz Jade zur Kunst angeregt, so daß er sich zur Bildhauerei entschloß. Er trat deshalb 1853 in das Atelier von Rietschel in Dresden, unter dessen Schülern er einer der talentvollsten war, so daß ihm nach seines Meisters Tod (1861) für dessen Luther-Denkmal in Worms die Ausführung der Figuren: Savonarola und Petrus Waldus (sitzend an zwei der Ecken des Sockels) sowie Friedrich der Weise, Reuchlin und die Figur der Stadt Magdeburg (auf dem großen Unterbau des Denkmals) übertragen wurden, was er in so glänzender Weise durchführte, daß er zum Ehrenmitglied der Akademie in Dresden ernannt und mit zahlreichen Orden geschmückt wurde. Bereits vor der Vollendung des ganzen Denkmals (1868) hatte er acht berühmte Frauengestalten aus der Geschichte der Wartburg begonnen, und bald nach denselben entstanden die treffliche Reiterstatue des Großherzogs Karl August auf dem Fürstenplatz in Weimar (enthüllt 1875), die reizende Statuette Goethes, ein großer Auferstehungsengel für die Grabkapelle des Schlosses Rheineck, ein Denkmal für Freiligrath auf dem Uffkirchhof in Kannstatt (1878) und als eins seiner neuesten und schönsten Werke die 1879 in Düsseldorf enthüllte Erzstatue von Cornelius, ein des großen Meisters würdiges, meisterhaftes Werk, das ihn in höchster Naturtreue darstellt, gehüllt in den wohlbekannten Pelzmantel, neben ihm Poesie und Religion als die leitenden Genien seines Schaffens. Seine neueste größere Arbeit, das Denkmal Robert Schumanns über dessen Grab auf dem Friedhof zu Bonn, wurde 2. Mai 1880 enthüllt. 1877 folgte er einem Ruf als Professor der Bildhauerkunst an der Kunstschule zu Stuttgart.

Donner, Otto, Historienmaler, geb. 10. Mai 1828 zu Frankfurt a. M., erhielt den ersten künstlerischen Unterricht bis 1847 im Städelschen Institut und ging dann nach Paris ins Atelier von Delaroche, kehrte aber infolge der Revolution

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 140.