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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Félon; Felu; Fergusson; Ferrári

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Félon - Ferrari.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Felix'

und im Genrebild, worin er bisweilen allerliebste Kompositionen schuf, so das im Belvedere befindliche hübsche Bild: der erste Freund, das Maleratelier, die kleinen Gratulanten, der Falkonier und besonders der Pan mit Bacchantinnen, ein Meisterwerk in der Behandlung des Nackten und in der Gruppierung. Unter seinen Bildnissen zeichnen sich namentlich das des Anatomen v. Rokitansky, des Komponisten Rubinstein und des Herzogs Philipp von Württemberg aus.

Félon (spr. felóng), Joseph, franz. Maler, Bildhauer und Lithograph, geb. 22. Aug. 1818 zu Bordeaux, widmete sich zunächst der Malerei unter Court und debütierte 1848 mit Porträten. Dann ergriff er die Bildhauerkunst, trieb aber daneben auch die Pastellmalerei, die Steinzeichnung und die Ölmalerei. Unter seinen ersten, ganz verschiedenen Kunstzweigen angehörenden Werken sind die bedeutendsten die Bilder: die drei theologischen Tugenden, der Tod des Erzbischofs Affre (1849), Venus aus den Wellen steigend (1852) sowie die Pastellbilder und Zeichnungen: Christus und die heilige Jungfrau mit Engeln, die Melancholie, die Melodie, die Harmonie und viele Lithographien nach eignen und fremden Bildern. Dazu kamen in den folgenden Jahren: ein Relief der Morgen- und Abenddämmerung (1857), Ackerbau und Industrie (1859), Kartons zu Glasgemälden für die St. Perpetuakirche in Nîmes, für dieselbe Kirche der plastische Schmuck der Giebelfelder über den drei Eingangsthüren, ein Karton zum Glasfenster (Einzug Ludwigs XI. in Toulouse) sowie viele Arbeiten für öffentliche Denkmäler, z. B. die Verkündigung an der Fassade von St. Etienne du Mont und am Neuen Louvre die allegorischen Statuen der Wahrheit, Geschichte, Gerechtigkeit, Standhaftigkeit, Klugheit und Stärke.

Felu (spr. fölü), Charles, belg. Porträtmaler, wurde 1820 ohne Arme geboren, brachte es aber mit der ausdauerndsten Mühe dahin, daß er mit dem rechten Fuß zeichnen lernte und infolge einer solchen Federzeichnung 1859 in die Akademie zu Antwerpen eintreten konnte, wo er dann das Malen mit Ölfarben lernte. Er kopiert ↔ nicht nur im Antwerpener Museum Bilder (ebenso auch 1874 im Kensington-Museum), die sofort ihren Käufer finden, sondern malt auch mit besonderer Vorliebe Porträte von sprechender Ähnlichkeit und sehr charaktervoller Auffassung.

Fergusson (spr. férrgöss'n), James, Architekt und berühmter Architekturschriftsteller, geb. 1808 zu Ayr in Schottland, begann seine Ausbildung auf der Hochschule in Edinburg, kam dann nach London in eine Privatschule und in ein Handelshaus und ging nach Ostindien, wo er Teilhaber eines Handelshauses wurde. Nach einigen Jahren verließ er aber diesen Beruf, um sich dem Studium der Architektur zu widmen, und bereiste den Orient. Früchte dieser Studien sind eine Reihe gediegener illustrierten Werke, von denen wir anführen: »Die indischen Felsentempel« (1845); »Malerische Ansichten der alten Bauwerke in Hindostan« (1849); »Versuch der Topographie des alten Jerusalem« (1847); »Historische Untersuchung der wahren Grundsätze der Kunst mit besonderer Beziehung auf die Architektur« (1849). Ihnen folgten: der »Versuch eines neuen Systems der Befestigungsarbeiten« (1849), der sowohl im Krimkrieg als im Bürgerkrieg der Vereinigten Staaten Anwendung fand; »Restauration der Paläste in Ninive und Persepolis« (1851), wonach er den Bau des Ninive Court im Krystallpalast zu Sydenham unternahm; »Restauration des Mausoleums zu Halikarnaß« (1862); das illustrierte »Handbuch der Architektur« (1855, 2 Bde.), welches später zu der »Geschichte der Architektur aller Länder« (1862-67, 3 Bde.; 2. Aufl. 1874, 4 Bde.) erweitert wurde; »Geschichte der modernen Stilarten der Architektur« (1862); ein Werk über den »Baum- und den Schlangenkultus« mit 100 Tafeln (2. Aufl. 1873); »Die Tempel der Juden zu Jerusalem« (1878); »Die Grottentempel Indiens« (1880). 1871 erhielt er als große Auszeichnung die goldne Medaille.

Ferrári, 1) Ettore, ital. Bildhauer, geb. 25. März 1847 zu Rom, Sohn und Schüler des Bildhauers Filippo F. (gest. 1865), besuchte nachher die dortige Akademie, beschäftigte sich auch viel mit lit-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 172.