Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Ferstl; Feyen-Perrin; Fichel; Fiedler

174

Ferstl - Fiedler.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Ferstel'

britischen Architektur und der Akademien zu Amsterdam und Berlin.

Ferstl, Anton, Glasmaler in München, geb. 1844 daselbst, erhielt seine Ausbildung auf der dortigen Akademie, machte dann mehrere Jahre lang Studienreisen in den rheinischen Städten, in den Niederlanden und der Schweiz und bildete sich noch weiter in Paris und Wien aus. Seine Glasmalereien sind zwar in den Figuren nicht immer gelungen, aber wohl in der Ornamentik und im Glanz des Kolorits, z. B. die in der Frauenkirche zu Eßlingen, in den Kirchen zu Karlstadt am Main, zu Burghausen (Oberbayern), zu Murau in Steiermark und in der Hauskapelle des Erzherzogs Karl in Wien.

Feyen-Perrin (spr. fäjäng-pĕrräng), François Nicolas Augustin, franz. Genre- und Porträtmaler, geb. 1829 zu Bey sur Seille (Meurthe-et-Moselle), machte anfangs klassische Studien, besuchte die Zeichenschule in Nancy und wurde in Paris Schüler von Cogniet und Yvon. Seit 1855 brachte er auf die Ausstellungen teils Porträte, teils poetische Genrebilder, oft Einzelfiguren von tiefer Empfindung, unter denen wir nur aus den letzten zehn Jahren nennen: die Melancholie, der Frühling des Jahrs 1872 (Allegorie), Frauen aus der Bretagne am Brunnen, die Rückkehr vom Markt (1873), die Rückkehr vom Austernfang (1874, im Luxembourg) und der Tod des Orpheus. Er ist auch in der Radierung tüchtig. 1878 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Fichel (spr. fischäl), Eugène Benjamin, franz. Genremaler, geb. 30. Aug. 1826 zu Paris, war Schüler von Paul Delaroche. Seine Bilder sind nach der Art von Meissonier miniaturartig mit großem Geschick und viel Sorgfalt ausgeführt, trefflich in der Zeichnung und Charakteristik der Figuren. Eins seiner frühesten war die Ankunft im Wirtshaus (1863, Museum des Luxembourg), ferner: die Münzkenner, der Violoncellspieler (im Hôtel Drouot), der Herzog von Choiseul beim Abbé Barthélemy, Bonaparte übergibt seinem Stiefsohn Eugen Beauharnais den Degen seines Vaters, ein Fest im Jahr 1776, Daubenton in seinem Laboratorium, Lacépède, ↔ der die Geschichte der Fische schreibt, Soldaten und Grisetten, der Schuhflicker und der Bankier (1878) und die 1879 in München ausgestellten: die schöne Krämerin, die letzte Errungenschaft des Meisters, der Neffe des Pfarrers und die Schachspieler. Mehrere seiner Bilder sind im Privatbesitz in Hamburg. 1870 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Fiedler, Bernhard, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 23. Nov. 1816 zu Berlin, bildete sich auf der dortigen Akademie, lernte dann beim Dekorationsmaler Gerst und wurde Schüler des Marinemalers Wilhelm Krause. 1843 machte er, unterstützt vom König Friedrich Wilhelm IV., eine Studienreise nach Venedig und hielt sich längere Zeit in Oberitalien und in Dalmatien auf. Die Revolution von 1848 veranlaßte ihn, nach Triest zu gehen, wo er der Erzherzogin, der später so unglücklichen Kaiserin Charlotte Unterricht erteilte. Seine zweite Reise war die mit dem Internuntius (spätern Minister) von Bruck nach Konstantinopel; bald nachher die dritte, längere, im Auftrag des Königs von Preußen nach Syrien, Palästina und Ägypten, wo er zahlreiche Studien machte, die er nach seiner Rückkehr seinen Bildern zu Grunde legte. Eine ähnliche Reise, zugleich nach Griechenland und Italien, machte er 1855 als Zeichner und Maler mit dem jetzigen König der Belgier und wanderte dann 1865 zum drittenmal nach Ägypten. Das Hauptfeld seiner künstlerischen Thätigkeit ist daher die südliche und namentlich die orientalische Landschaft und die Darstellung der dort befindlichen Bauwerke, die er in Ölbildern wie in Aquarellen und Bleistiftzeichnungen höchst poetisch und doch naturwahr aufzufassen und zu malen weiß; meisterhaft ist besonders die den Bildern verliehene Färbung. Als einige seiner besten Schöpfungen nennen wir nur: Amphitheater in Pola (1846, Nationalgallerie in Berlin), Kairo (1864), ein Stimmungsbild von eigentümlich ernstem, hochpoetischem Charakter, Eingang zur Moschee des Sultans Hassan in Kairo, der Turm von Rhodos, Granitbrüche bei Siena, Ruinen von Baalbeck (1872), Jerusalem (1879).