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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Fraikin; Français; Franceschi

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Fraikin - Franceschi.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Fraccaroli'

schöne Idealbüste: Venedig, der verwundete Achilles (wohl sein bestes Werk), die Marmorgruppe des Dädalos und Ikaros, die Gruppe: Atala und Chactas, David, Kyparissos beklagt den Tod seines Hirsches (nach Ovids »Metamorphosen«), eine immaculata conceptio, die Kolossalbüste einer Venezia und die große Gipsgruppe der Kreuzabnahme (1857). Er ist Mitglied der Akademien von Mailand und Venedig.

Fraikin (spr. frekäng), Charles Auguste, einer der besten belg. Bildhauer, geb. 14. Juni 1819 zu Herenthals bei Antwerpen, widmete sich anfangs auf der Akademie in Brüssel der Malerei, mußte aber nach dem Tode des Vaters Medizin studieren und ließ sich als Arzt in Brüssel nieder, beschäftigte sich jedoch daneben mit Modellieren und brachte es bald dahin, daß er in die Akademie zu Brüssel treten konnte, wo er sich unter Puyenbroeck ausbildete. Nachdem er sich durch eine Statue der Venus mit der Taube (1848) einen Namen gemacht hatte, schuf er zwei allegorische Statuen am Rathaus zu Brüssel und einen gefangenen Amor. Nach einem Aufenthalt in Italien 1846 und 1847 vollendete er die reizende Gruppe: Amor und Venus, die ihm den belgischen Leopoldorden einbrachte, eine Statue der heil. Jungfrau, eine Statue der Unschuld (1850), Psyche beweint den Amor (1851), die Wiege Amors, eine Venus Anadyomene, den Triumph des Bacchus, das treffliche Grabmal der Königin der Belgier in der Peter- und Paulskirche zu Ostende (1858), eine Statue des Schlafs und als eins seiner bedeutendsten die freilich auch vielfach getadelte Bronzegruppe: Egmont und Hoorn vor dem Rathaus in Brüssel (1864), später noch den Erstgebornen mit seiner Mutter und 1880 die Marmorstatue des Astronomen Quételet in Brüssel. Er ist Ritter der Ehrenlegion und des portugiesischen Christus-Ordens sowie Mitglied der Akademie in Brüssel.

Français (spr. frang'ssäh), François Louis, franz. Landschaftsmaler, geb. 17. Nov. 1814 zu Plombières (Vogesen), kam 1829 als Lehrling zu einem Buchhändler in Paris, zeichnete und lithographierte aber daneben so fleißig und so geschickt, daß er ↔ Aufträge auf Vignetten und Illustrationen erhielt. Dadurch sah er sich imstande, die Malerei unter Corot und Gigoux zu erlernen und 1837 mit einem (in Gemeinschaft mit Henri Baron) gemalten Bild: der Gesang unter den Weidenbäumen, zu debütieren, worauf dann eine Menge andrer Landschaften folgte. Er sucht das ideale Element mit dem naturalistischen zu verbinden, weiß gewisse Lichtstimmungen in der Natur aufzufassen und treu zu beobachten, bleibt aber dabei gewöhnlich etwas kühl und weiß das Gefühl wenig anzuregen. Anfangs nahm er seine Motive aus der nordischen Natur und ging allmählich mehr zu der italienischen über, in der er eine große, ernste Wirkung hervorzubringen weiß. Zu den bedeutendem gehören aus seiner ersten Zeit: Weg im Wald von Fontainebleau (1841), der November (1841, eine Waldallee in bläulichem Abendduft), das Ende des Winters (1853, Museum des Luxembourg), aus den Umgebungen von Rom (1853), Thal von Montmorency, Fußpfad im Kornfeld aus den 60er und 70er Jahren: Orpheus am Grab der Eurydike (1863, im Luxembourg), eine Villa bei Rom (1864), der heil. Hain (1864, Museum in Lille), neue Ausgrabungen aus Pompeji (1865), Daphnis und Chloe (1872, ebenfalls im Luxembourg), Erinnerung an Nizza (1873), Hohlweg in Puits-Noir (Morgenstimmung, 1875). Sehr gerühmt werden auch seine bisweilen ausgestellten Zeichnungen und Aquarelle aus der Campagna sowie einige Porträte. 1853 wurde er Ritter und 1867 Offizier der Ehrenlegion.

Franceschi (spr. franntschéski), Lodovico Giuliano, genannt Jules, franz. Bildhauer italienischer Abkunft, geb. 11. Jan. 1825 zu Bar sur Aube, besuchte das Atelier von Rude und die École des beaux-arts, lieferte viele recht anmutige Gestalten und mehrere verdienstliche Monumentalstatuen. Zu seinen besten Werken gehören: Bronzestatue des bei Magenta gefallenen Miecislas Kamienski für dessen Grabmal auf dem Montmartre (1861), Marmorstatue einer Danaïde (1863), der Glaube, Hebe (1866), Sandsteinstatue des

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 182.