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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Frémiet; French; Frère

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Frémiet - Frère.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Freeman'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

geboren in Neuschottland, trat schon in früher Jugend in die Schule der Nationalakademie zu New York, malte dort eine Zeitlang und lebte dann viele Jahre in Rom, von wo aus er, wenigstens bis 1868, Bilder in New York ausstellte. Zu seinen besten, bekanntesten Bildern gehören: die sehr charaktervollen, trefflich ausgeführten Bettler, ein Blumenmädchen, Savoyardenknabe in London und der schlechte Schuh. In England gab er ein Buch, betitelt: »Italienische Skizzenmappe«, heraus.

Frémiet (spr. frehmjäh), Emmanuel, franz. Bildhauer, geb. 1824 zu Paris, Schüler seines Oheims Rude, widmete sich anfangs ausschließlich der Tierplastik, studierte deren Anatomie, führte mehrere anatomische Studien aus und debütierte 1843 mit einer Gazelle, worauf dann in den nächsten Jahren ein Dromedar (in Wachs), mehrere Hunde- und Katzengruppen, ein Fuchs, ein verwundeter Bär, ein besonders meisterhafter verwundeter Jagdhund (im Luxembourg) u. a. folgten. Um die Mitte der 50er Jahre wandte er sich auch zu menschlichen Figuren und brachte einen Karabinier, einen Artilleristen zu Pferd, einen Voltigeur, einen Kentauren, einen gallischen Reiter (Bronze), aber auch hin und wieder noch Tierfiguren. Ein von vielen getadeltes Werk ist die kleine Reiterstatue der Jungfrau von Orléans (errichtet 1874) auf dem Rivoliplatz in Paris. Dazu später noch ein sehr gelobter Mann aus der Steinzeit, ein Minstrel des 15. Jahrhunderts (Statuette in versilberter Bronze), ein Jäger mit einem Gorilla, eine Hofdame aus dem 16. Jahrhundert und 1878 eine Marmorstatue des heil. Gregor von Tours für die Kirche Ste. Geneviève. 1860 wurde er Ritter und 1878 Offizier der Ehrenlegion.

French (spr. frenntsch), Daniel Chester, amerikan. Bildhauer, geb. 1850 zu Exeter (New Hampshire), widmete sich den Kunststudien unter Rimmer in Boston, arbeitete eine Zeitlang in New York unter dem Bildhauer Ward und von 1875-76 unter Thomas Ball in Florenz. Nachdem er dann eine Zeitlang wieder in den Vereinigten Staaten gelebt hatte, ließ er sich in Florenz nieder. Eins seiner Hauptwerke ↔ ist der bronzene »minute man«, ein Jüngling, von seiner Feldarbeit zum Kriegsdienst gerufen (1875); ferner die Maikönigin (Marmor), der Tagesanbruch (Relief), die kolossale Gruppe: Friede und Krieg (im Zollhaus zu St. Louis) und das Erwachen des Endymion.

Frère (spr. frähr), 1) Charles Théodore, franz. Maler des ethnographischen Genres, geb. 24. Juni 1815 zu Paris, wo er sich unter Cogniet und Roqueplan der Malerei widmete. Sein erstes Bild war 1834 eine Ansicht von Straßburg. 1836 reiste er nach Algerien, wohnte 1837 der Einnahme von Konstantine bei, durchwanderte die Wüste und besuchte dann das Innere der Provinz Oran, Griechenland, Konstantinopel, Kleinasien, Syrien und Ägypten, begleitete 1869 die Kaiserin Eugenie bei ihrer Fahrt auf dem Nil und führte in ihrem Auftrag eine Reihe von Aquarellen von den Hauptpunkten dieser Fahrt aus. Zuletzt ließ er sich in Kairo nieder. Seine Bilder, teils in Öl, teils in Wasserfarben, schildern in höchst interessanter Weise Natur und Leben der dortigen Gegenden. Zu den besten derselben gehören, abgesehen von den noch vor jene Reisen fallenden Landschaften aus Frankreich, die in Konstantine 1840-48 entstandenen, z. B.: die Judenstraße, die Vorstadt Bab a Zounn, der Bazar von Janina, Markt in Konstantine, ferner der Ruheplatz der Araber (1850), Moschee in Beirut, Straße in Konstantinopel, Bazar in Damaskus, Harem in Kairo, das Café Mohammed daselbst (1859), das Innere eines Hofs zu Tantah in Ägypten, Fest bei einem Ulema in Konstantinopel (1861), Ruinen von Karnak (1862), das Café von Galata (1867), der Samum, Karawane in Mekka, und aus den letzten Jahren: Halt einer Karawane bei Kairo, Abend in Oberägypten, Insel Philä in Nubien, die Chalifengräber in Kairo (1876) und die 1878 ausgestellten: der Nil bei Abend, die Wüste und der Mittag.

2) Pierre Edouard, franz. Genremaler, Bruder des vorigen, geb. 10. Jan. 1819 zu Paris, kam mit 17 Jahren in das Atelier von Delaroche und wurde Schüler der École des beaux-arts. Sehr

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 185.