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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Gail; Gaillard; Gaisser; Gale

190

Gail - Gale.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gabl'

tuation in spannendster Weise ausgedrückt ist. Ebenso 1873 seine Nähmaschinenprobe und der 1879 ausgestellte Spinnunterricht.

Gail, Wilhelm, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 7. März 1804 zu München, widmete sich von 1817 an diesen Fächern auf der dortigen Akademie und wurde 1822 in der Ölmalerei Schüler von Peter Heß. 1825 reiste er mit dem Baron v. Malzen nach Turin und gab zu dessen »Monuments romains dans les états de Sardaigne« 13 Blätter sowie später infolge einer Reise nach Rom und dem südlichen Italien, das er in Land und Volk gründlich studierte, 12 Blätter Volksscenen und 30 selbstlithographierte Blätter: »Erinnerung an Florenz, Rom und Neapel« (1827). 1830 ging er nach Paris und der Normandie, 1831 nach Venedig, wo er das schöne Bild: der Korridor des Dogenpalastes malte, und 1832 nach Spanien, das er 16 Monate durchforschte. Dann ließ er sich in München nieder, stellte zunächst die Ergebnisse dieser letztern Reise in dem trefflichen Werk »Erinnerungen an Spanien« (1837) zusammen und widmete sich in Zeichnungen wie in Ölbildern vorzugsweise den Darstellungen der ältern spanischen Bauwerke. Dahin gehören: der Löwenhof in der Alhambra, Sanktuarium der Moschee in Cordova, Ruinen des Klosters San Juan de los Reyes in Toledo, und ferner aus Venedig: der Dogenpalast, Kirche San Lazzaro (beide in der Neuen Pinakothek in München), das Innere eines Klosterhofs (Kunsthalle in Karlsruhe). Wie diese Ölbilder von trefflicher Zeichnung und geschmackvoller Ausführung sind, so weiß er auch mit Geschick die Radiernadel zu führen.

Gaillard (spr. găjáhr), Claude Ferdinand, franz. Kupferstecher und Maler, geb. 7. Jan. 1834 zu Paris, trat in die École des beaux-arts, wurde Schüler von Cogniet und erhielt im Kupferstich 1856 den großen Preis für Rom, wo er bis 1866 verweilte. Sowohl dort wie später in Paris erwarb er sich durch seine Arbeiten von sehr charakteristischer Zeichnung und graziöser Technik einen geachteten Namen, wurde aber in der Malerei auch ↔ des Plagiats beschuldigt. Aus der großen Zahl seiner Stiche nennen wir nur als die bedeutendern: die Vierge au donateur, nach Giovanni Bellini; den Condottiere, nach Antonello von Messina; das Reiterbild des Gattamelata, nach Donatellos Statue in Padua; den Mann mit der Nelke, nach van Eyck (Hauptblatt); die Madonna aus dem Haus Orléans, nach Raffael; Madonna mit dem Kind, nach Botticelli; die besonders in der Wiedergabe des Marmors sehr gelungene Morgendämmerung, nach Michelangelo; Merkur und Venus, nach Thorwaldsen; Ödipus, nach Ingres, sowie mehrere Porträte und Stiche nach eignen Zeichnungen; ebenso aus der Zahl seiner Zeichnungen und Malereien die Erziehung des Achilles in einer Gouachemalerei, nach einem pompejanischen Wandgemälde; das Abendmahl, nach Lionardo da Vinci (Zeichnung); Porträt des Papstes Pius IX. (Zeichnung und Stich) und mehrere andre Bildnisse. 1876 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Gaisser, Jakob Emanuel, Genremaler, geb. 21. Nov. 1825 zu Augsburg, war dort anfangs Schüler von Joh. Geyer, kam dann auf die Akademie in München und wurde Schüler von Gärtner, Zimmermann und Schnorr. Seine Genrebilder, oft humoristischen Inhalts, sind meistens von großer Naturwahrheit und kräftiger Färbung; z. B.: das Konzert, die Einquartierung, heimliche Liebesbotschaft, das Schachspiel, Abgefaßt, Hans Fugger im Familienkreis, Cœur atout, zufriedene Leute u. a.

Gale (spr. gehl), William, engl. Maler in verschiedenen Fächern, geb. 1823 zu London, wurde 1841 Schüler der dortigen Akademie, wo er 1841-45 drei Medaillen erhielt, machte in seinen spätern Jahren größere Studienreisen nach Italien, nach Syrien und Palästina (1862 und 1867), nach der Schweiz (1871 u. 1872) und Algier, die seiner künstlerischen Entwickelung sehr förderlich waren. Seit 1845 hat er viele Genrebilder, religiöse Historienbilder, orientalische Scenen, Landschaften und Porträte ausgestellt, unter denen besonders die kleinern Genrebilder ihn sehr populär machten. In Rom entstanden

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 191.