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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Gennerich; Genschow; Gensler; Gentz

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Gennerich - Gentz.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gendron'

Jahreszeiten) aus, die den monumentalen Stil mit einer naturalistischen Wärme der Erscheinung verbinden. Infolge der Ausstellung von 1855 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Gennerich, Otto, Historienmaler, geb. 1823 zu Berlin, wurde auf der dortigen Akademie unterrichtet, worauf er 1841 mit dem Historienmaler Lengerich nach Italien ging und sich unter dessen Leitung noch weiter ausbildete. Nach Berlin zurückgekehrt, malte er einige in mancher Beziehung gerühmte Historienbilder, unter denen drei die bedeutendsten sind: Götz von Berlichingen vor dem Rat in Heilbronn (1848), das Testament des Großen Kurfürsten (1852) und Besuch der brandenburgischen Kurfürstenfamilie bei der Leiche Gustav Adolfs in Wolgast (1869). Als Kunstschriftsteller bewährte er sich in dem »Lehrbuch der Perspektive für bildende Künstler«, mit 28 lithographierten Tafeln (Leipz. 1865).

Genschow, 1) A., Bildhauer in Berlin, zeichnete sich durch eine Reihe trefflicher Porträtbüsten, namentlich durch die Schillers, sowie durch die in Motiven und Komposition sehr ansprechenden Figuren der vier Elemente (Bronze) und durch die zwei sich und ihre Pferde zum Kampf rüstenden Obotriten aus, die in kolossaler Größe in bronziertem Zink für die Schloßbrücke in Schwerin ausgeführt wurden. Einen sehr gelungenen Konkurrenzentwurf lieferte er für das Denkmal Friedrich Wilhelms III. in Berlin.

2) Georg, Landschaftsmaler, geb. 1829 zu Rostock, widmete sich in Düsseldorf unter Andr. Achenbach der Malerei und machte später Studienreisen im bayrischen Hochland, in der Schweiz und in den Karpathen. Die meisten seiner Landschaften sind daher diesen Gebirgsgegenden entnommen, doch malt er seit etwa zehn Jahren auch treffliche Stimmungslandschaften aus deutschen Gegenden, insbesondere Abendstimmungen. Zu seinen bedeutendern Bildern gehören: Wasserfall in den Karpathen (1862, Kunsthalle in Kiel), Waldbach (1864), Kohlbachfall im Tatragebirge (1866), ein Bild von tief-poetischer Stimmung, ebenso eine durch ↔ Wahrheit und Schönheit des Farbentons ausgezeichnete Abendlandschaft (1867), der Engstlensee im Berner Oberland u. a.

Gensler, Martin, Architektur- und Genremaler, geb. 9. Mai 1811 zu Hamburg, erhielt den ersten Unterricht in der Kunst von seinen ältern Brüdern, Günther (s. unten) und Jakob (geb. 1808, gest. 1845), studierte 1835 und 1836 in München und machte mehrfache Reisen in Holland, wo ihn besonders das Leben in den Fischerwohnungen anzog. In seiner Vaterstadt machte er sich auch um die Förderung des Kunstgewerbes durch Lehre und Schrift, durch Zeichnungen und Sammlungen sehr verdient. Unter seinen Ölbildern, meist ältern Datums, nennen wir nur: die Sakristei, der Gelehrte des Mittelalters (1841), der gastliche Herd (1847), des Wanderers Bitte um Obdach (1857, Kunsthalle in Hamburg), die im Privatbesitz in Hamburg befindlichen Hospitaliten am Brunnen (1854) und Fischerwohnung an der Niederelbe (1866). Er malte auch verschiedene recht schätzenswerte Aquarelle und radierte mehrere Blätter. - Der genannte Günther G., geb. 1803 zu Hamburg, der seine Studien in Dresden, in den Niederlanden und Italien machte, war in den 40er und 50er Jahren als Porträtmaler thätig.

Gentz, Wilhelm Karl, Maler der Historie und des ethnographischen Genres, geb. 9. Dez. 1822 zu Neuruppin, besuchte anfangs die Universität in Berlin, entschloß sich aber dann zur Malerei, wurde Schüler von Klöber, bildete sich hierauf ein Jahr in Antwerpen und von 1846 an in Paris aus, wo er mit Unterbrechungen bis 1852 unter Gleyre und Couture studierte. Schon 1847 begann er große Studienreisen nach Spanien, Marokko und Ägypten (das er später noch fünfmal besuchte), nach Nubien, Kleinasien und der Türkei, erweiterte überall seinen Gesichtskreis und faßte eine besondere Vorliebe für das orientalische Sittenbild, das er mit stets steigendem Verständnis und stets steigendem Erfolg kultivierte. In der Farben- und Sonnenglut des Südens ist sein Kolorit von großer Leuchtkraft, so daß er hierin den gepriesensten Koloristen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 201.