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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Geyling; Giacomelli; Giacomotti; Gibert; Gide

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Geyling - Gide.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Geyer'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 3)

der Schlüssel der Stadt an den ersten hohenzollernschen Kurfürsten darstellt, und neuerdings die allegorischen Figuren auf der Belle-Alliancebrücke.

Geyling, Rudolf, Genremaler, geb. 1840 zu Wien, bildete sich auf der dortigen Akademie unter dem verstorbenen Ruben und nachher unter Wurzinger aus, nahm zu seiner weitern Ausbildung einen längern Aufenthalt in Italien und ließ sich später in Wien nieder. 1868 debütierte er mit der trotz des Süjets genrehaften Heimfahrt der Leiche Siegfrieds aus dem Nibelungenlied. Das bedeutendste seiner Genrebilder, die von korrekter Zeichnung und wirksamem Kolorit, aber in der jüngsten Zeit in der Farbe etwas geleckt und süßlich sind, sind wohl die Kirchenschänder (Akademie in Wien); ein andres lustiges Bildchen ist: vergebliche Mühe. Aus Italien hat er auch manche gute Veduten mitgebracht, z. B. Motiv aus Siena.

Giacomelli (spr. dschako-), Hector, franz. Zeichner, geboren 1. April 1822 zu Paris, lernte das Gravieren und Ciselieren bei einem ausgezeichneten Goldschmied, wurde nachher Zeichner für dies Fach und illustrierte durch Ornamente wie durch eigne Kompositionen eine große Zahl von Prachtwerken, namentlich: »Le livre de mes petits enfants« von Delapalme (1866), »L'oiseau« und »L'insecte« von Michelet (1876), »Birds and flowers« (Lond. 1873), »Sketches of natural history«, »The history of the robins« (1875), »Les mois« von Coppée (Par. 1877), »The birds world« (Lond. 1878), »Ailes et fleurs« (Par. 1878), »Les nids« von Thuriet (1879). Für Dorés Bilderbibel lieferte er die Initialen und Randzeichnungen und schrieb einen »Catalogue raisonné de l'œuvre de Raffet« (1862). 1878 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Giacomotti (spr. dschako-), Felix Henri, franz. Historien- und Porträtmaler, geb. 18. Nov. 1828 zu Quingey (Doubs), wurde Schüler von Picot und der École des beaux-arts. Bei einer Konkurrenz, deren Gegenstand der Besuch der Engel bei Abraham war, erhielt er den großen römischen Preis und brachte nachher mythologische Bilder von großer Freiheit der ↔ Komposition und tiefer, warmer Färbung, oft auch von starker Sinnlichkeit; ebenso religiöse Bilder, die im allgemeinen zu weltlichen, fast theatralischen Charakter haben. Zu jenen gehören: Nymphe und Satyr (1861), Amor, der seinen Durst löscht (1863), Raub der Amymone (1865, Museum des Luxembourg), Venus und Amor (1873) u. a.; zu denen religiösen Inhalts: das Martyrium des heil. Hippolyt (1861), Christus segnet die Kinder (1867) und Christus lehrt im Tempel (beide in St. Etienne du Mont in Paris), das Pfingstfest (1870) und der Kalvarienberg (1875). 1878 stellte er eine Verherrlichung des Rubens und der Malerei aus als Deckenbild für einen Saal im Museum des Luxembourg. Seine zahlreichen Porträte werden als sehr charaktervoll aufgefaßt und geschmackvoll ausgeführt bezeichnet. 1867 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Gibert (spr. schĭbähr), Jean Baptiste Adolphe, franz. Landschaftsmaler, geb. 1802 zu Pointe à Pitre auf Guadeloupe, wurde in Paris Schüler von Gullion-Lethière und der École des beaux-arts, trug 1829 mit einer historischen Landschaft den großen Preis für Rom davon, wo er sich nachher niederließ. Unter seinen eben nicht zahlreichen Bildern sind zu nennen: Wald von Nettuno, Schlacht bei Eckmühl (Museum in Versailles), die kalydonische Eberjagd, Ufer des Teverone (1850), die Akropolis von Athen (1853), Ansicht von Ardea (1859), Ansicht von Abu Mandur in Unterägypten (1863), Blick von der Terrasse der französischen Akademie in Rom (1872) und mehrere aus Sicilien.

Gide (spr. schihd), Théophile, franz. Genre- und Historienmaler, geb. 15. März 1822 zu Paris, wo er Schüler von Delaroche und Cogniet wurde und sich in verschiedenen Gattungen des Genres, bisweilen auch in der Historie versuchte, am meisten und erfolgreichsten in sehr realistischen Darstellungen des italienischen Klosterlebens. Zu seinen Bildern aus den 50er Jahren gehören: Messe in einer Kirche der Pyrenäen, Auferweckung des Jünglings zu Nain, Ludwig XI. und Quen-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 205.