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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Gugel; Guilbert; Guillaume

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Gugel - Guillaume.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Guffens'

was er und was sein andres Ich geschaffen hat; höchstens ist der Unterschied bemerkbar, daß, wo es sich um den Ausdruck des stillen Ernstes und der Sanftmut handelt, mehr G., wo es sich um feurige, bewegte Kraft und Erregtheit des Gemüts handelt, mehr Swerts an seiner Stelle ist. So wirkten sie zusammen, bis Swerts 1874 einem Ruf als Direktor der Akademie in Prag folgte. Der erste Auftrag, den sie erhielten, war die Ausmalung der Kirche Notre Dame zu St. Nicolas bei Antwerpen, in welcher sie unter sehr ungünstigen räumlichen Verhältnissen (nicht in der Freskotechnik, sondern mit einer Auflösung von Guttapercha) als Hauptgegenstand die sieben Leiden der Maria darstellten. Der zweite Auftrag war die Ausschmückung der Börse in Antwerpen mit Wandgemälden aus der Geschichte des Handels und seiner Produkte, eine Arbeit, welche, kaum vollendet, durch den Brand der Börse 1858 zu Grunde ging und nur noch in Kartons vorhanden ist. In demselben Jahr gingen beide im Auftrag ihrer Regierung nach München, um über die erste große deutsche Kunstausstellung zu berichten. Früchte dieser Reise waren ihre kleine Schrift »Voyage artistique en Allemagne« und die von ihnen 1859 in Brüssel veranstaltete, für die belgische Künstlerwelt sehr erfolgreiche Ausstellung der Kartons von Cornelius, Kaulbach, Schwind u. a. Noch glänzender als jener Bildercyklus in St. Nicolas fielen die dann folgenden stereochromischen Wandgemälde in der St. Georgskirche zu Antwerpen aus, wo sie auf günstigern Flächen Scenen aus dem Leben Christi in der Weise darstellten, daß das Langhaus ein Bild der Kirche auf Erden, das Chor ein Bild der Kirche im Himmel gewährt. Diesem herrlichen Werk folgten die ebenso bedeutenden Wandgemälde im großen Saal des Rathauses zu Ypern (Episoden aus der flandrischen Geschichte); weniger umfangreich die in der Kirche des Schlosses Ince Blundell Hall bei Liverpool und die des gotischen Saals im Stadthaus zu Courtray; danach noch die von G. allein in Angriff genommenen, noch unvollendeten im Ehrensaal des Hôtel de Schild in Antwerpen. ↔ Wegen ihrer Verdienste um die monumentale Malerei wurden beide zu Mitgliedern zahlreicher Akademien ernannt und erhielten Orden von Belgien, Sachsen, Preußen, Baden, Österreich etc.

Gugel, Karl, Genre- und Porträtmaler, geb. 12. April 1820 zu Bergzabern (Rheinpfalz), lebt und wirkt seit 1852 in München. Die Porträte überwiegen wenigstens der Zahl nach unter seinen Arbeiten. Darunter sind viele Aktzeichnungen, sonstige Studien und Skizzen. Unter den Genredarstellungen mögen hervorgehoben werden: Mädchen nach dem Bade, die Lautenspielerin, Zigeunerin und Hexenfahrt auf den Blocksberg (zu einer größern Komposition: Walpurgisnacht).

Guilbert (spr. gilbähr), Ernest Charles Démosthène, franz. Bildhauer, geboren zu Paris, Schüler von A. Dumont und Chapu, machte sich durch mehrere geistvoll erfundene Bildwerke, z. B. der kleine Rechtspfleger (Bronzegruppe), durch mehrere treffliche Porträtbüsten und neuerdings durch die 1879 in Nancy enthüllte Statue Thiers' einen geachteten Namen.

Guillaume (spr. gĭjóhm), Claude Jean Bapt. Eugène, franz. Bildhauer, geb. 3. Febr. 1822 zu Montbard (Côte d'Or), empfing den ersten Unterricht in Dijon und kam nach Paris in die École des beaux-arts und ins Atelier von Pradier. Als er hier 1845 für sein Erstlingswerk: Theseus, der das Schwert seines Vaters findet, den großen römischen Preis erhielt, setzte er in Italien seine Ausbildung fort und sandte von dort aus eine Amazone, einen Schnitter und das Grab der Gracchen ein, stellte 1852 in Paris seinen in Rom gearbeiteten Anakreon aus, welcher großen Beifall fand, worauf dann die bronzene Doppelbüste der Gracchen (1853) und für die Kirche Ste. Clotilde vier Reliefs aus dem Leben dieser Heiligen und der heil. Valeria folgten. Noch bekannter wurde er durch die Karyatiden und den Giebelschmuck des Pavillon Turgot (1857) und durch die Marmorbüste Napoleons I., die er nachher (1867) mit sieben andern Büsten ausstellte, welche denselben in verschiedenen Lebensaltern zeigen. Zu den Arbeiten des letzten

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 225.