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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Guy; Gysis; Haag

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Guy - Haag.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Guthers'

und in der École des beaux-arts ausbildete. Beim Ausbruch des Kriegs 1870 begab er sich nach Belgien, studierte hier in Brüssel und Antwerpen und ließ sich 1871 in Rom nieder, wo er sein erstes bedeutendes Bild: das Erwachen des Frühlings, malte. Nach einem kurzen Aufenthalt in München kehrte er 1873 nach Memphis zurück und zog von da 1874 nach St. Louis. Neben seinen zahlreichen koloristisch besonders gerühmten Bildnissen verdienen Erwähnung: ein Ecce homo, Abend am Nil, Sappho, und eine Amerikanerin.

Guy (spr. gei), Seymour Joseph, Genremaler zu New York, geb. 1824 in England, begann hier seine künstlerische Ausbildung und zog 1854 nach New York, wo er mit Porträtmalen begann, sich aber dann mit größerm Erfolg dem Genre und insbesondere der Darstellung der Kinderwelt widmete, worin er eine große Frische und Lebendigkeit und ein glänzendes Kolorit, aber gewöhnlich eine zu minutiöse Ausmalung der Details zeigt. Wir nennen unter seinen Bildern: die gute Schwester (1868), nach dem Regenschauer (1869), der kleine Fremdling, das Spiel auf der Maultrommel (1870), der Gang zur Oper (1874, Familienporträt), das kleine Orangenmädchen, das Einstudieren der Tonleiter (1875), die erste Liebesarbeit (1876) und das Schlafengehen der Kinder. Auch seine Bildnisse werden sehr geschätzt. 1861 wurde er Genosse, 1865 Mitglied der Akademie in New York und 1866 Mitglied der amerikanischen Gesellschaft der Aquarellisten.

Gysis, Nikolaus, griech. Historien- und Genremaler, geb. 1. März 1842 auf ↔ der Insel Tinos im Archipelagus, kam schon mit neun Jahren nach Athen, wo er im 13. Jahr Zeichenunterricht erhielt und vom 17. bis zum 23. Jahr die Klassen der polytechnischen Schule durchmachte, sodann ein königliches Stipendium erhielt und seine Studien in München fortsetzte. Hier trat er in die Akademie und rückte nachher in die Schule Pilotys vor, worin er etwa vier Jahre blieb. Sein erstes bedeutenderes Bild aus jener Zeit war Joseph in Ägypten als Traumdeuter im Gefängnis (lebensgroß). Bald darauf folgten: die Hundevisitation, die Waisenkinder und als Preisaufgabe der Akademie die Sedansnachricht. 1872 kehrte er nach Athen zurück, machte dort weitere Studien und bereiste zu demselben Zweck auch Kleinasien. Eine Frucht dieser Reise war sein bekannter Hühnerdieb, ein hühnerfleischlüsterner Lumpenkerl in Smyrna, der, gefesselt rückwärts auf einem Esel sitzend, unter den Verwünschungen des Pöbels durch die Straßen geführt wird. 1874 kehrte er nach München zurück und brachte seitdem unter der Ägide seines Lehrers Piloty mehrere Darstellungen orientalischen Inhalts. Die bekanntesten sind: Verlobung der Kinder in Griechenland und Wallfahrt der Maler im Orient. Vor einigen Jahren wandte er sich auch größern allegorischen Darstellungen zu, z. B. 1879 die Kunst und ihre Genien, das allgemeine Anerkennung fand. G. ist ein eigenartiger, origineller Künstler, der im Stoff sowohl wie im Kolorit von allen andern Schülern Pilotys ganz unabhängig dasteht. Vorwürfe aus seiner griechischen Heimat und dem Morgenland gelingen ihm stets vorzüglich.

H.

Haag, Karl, Aquarellmaler des ethnographischen Genres, geb. 20. April 1820 zu Erlangen, besuchte von 1837 an die Kunstschule in Nürnberg und ging zu seiner weitern Ausbildung nach München und nach Rom. Als er 1847 nach England kam, fühlte er sich von der dortigen ↔ Aquarellmalerei so angezogen, daß er die Ölmalerei aufgab. Zur Erweiterung des Kreises seiner Stoffe machte er Reisen nach Italien und dem Orient und brachte auf die Ausstellung Bilder (anfangs aus Italien, Dalmatien und Montenegro, später auch aus dem Orient), die neben

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 229.