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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Halauska; Halbig

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Halauska - Halbig.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hähnel'

los angezogen fühlte, entstand seine erste größere Arbeit, das Gipsrelief: Penelope und Telemach bei den Freiern. Auf dem Rückweg verweilte er 1835-38 in München und schloß sich hier an Schwanthaler, Cornelius und Genelli an. Seinen ersten, vielleicht sogar größten Triumph feierte er mit dem überaus schwungvollen, im Geiste der antiken Kunst und Religion gedachten, an lebensvoller Wahrheit reichen Bacchuszug für das Hoftheater zu Dresden (1840 daselbst vollendet) der bei dem Brande desselben 1869 zu Grunde ging, aber in Abgüssen vorhanden ist. Einige Jahre später entstand das 1845 in Bonn aufgestellte Erzdenkmal Beethovens, dessen derbe, allzu realistische Gestalt viel weniger dem Geist Hähnels entspricht als die ganz aus seinem Geist hervorgegangenen Reliefs am Postament. Seine völlig befriedigenden monumentalen Porträtstatuen sind: der 1848 aufgestellte Kaiser Karl IV. in Prag mit den allegorischen Gestalten der vier Fakultäten am Postament, die ausdrucksvolle Statue des Königs Friedrich August II. in Dresden (1866), die Reiterstatue des Fürsten Schwarzenberg in Wien (1867) und der nur als begeisterter Dichter aufgefaßte Theodor Körner in Dresden (1869); weniger glücklich dagegen fiel die aus Kupfer getriebene Reiterstatue des 1815 bei Quatrebras gefallenen Herzogs Friedrich Wilhelm auf dem Schloßplatz zu Braunschweig aus. Unter seinen zahlreichen dekorativen Statuen an der Fassade des Museums in Dresden ist sein größtes Meisterwerk der herrliche Raffael, den er zu wiederholten Malen schuf, am schönsten in der Marmorstatue des Museums zu Leipzig; dagegen fanden seine Gruppen der klassischen und romantischen Poesie auf geflügelten Rossen über der Loggia des Neuen Opernhauses in Wien nur geteilten Beifall. Ein reizendes Werk ist sein Bacchus, Ganymed und Amor, die sich an dem Streit eines Adlers und eines Panthers um den Göttertrank ergötzen, und höchst charaktervoll sein neuestes: eine sitzende Eva, welche Abel an ihre Brust drückt, während Kain mit geballter Faust den Bruder zu verdrängen sucht. Er ist Professor ↔ an der Akademie in Dresden, Mitglied der Akademie in Berlin und Inhaber mehrerer Orden.

Halauska, Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 1827 zu Waidhofen (Niederösterreich), wollte anfangs Jura studieren und ging erst 1847 zur Kunst über. Nachdem er kurze Zeit Schüler Steinfelds gewesen, studierte und arbeitete er bloß nach der Natur und bereiste die Gebirgsgegenden Tirols, Steiermarks und Bayerns sowie, die Rhein- und Mainufer. Seine Bilder von großer Gewandtheit und Bravour sind im allgemeinen liebenswürdig empfunden und von tüchtiger Zeichnung, besonders in der Behandlung des Terrains und der Perspektive, aber in der Farbenwirkung oft schwach und durch ein gewisses kaltes Graugrün entstellt. Zu den bekanntesten seiner zahlreichen Landschaften gehören: Motiv am Attersee (im Besitz des Kaisers von Österreich), Dorf am Main (im Belvedere), Motiv bei St. Andrä unweit Budapest, stiller See, Motiv bei Salzburg, Fähre am Main u. a.

Halbig, Johann, überaus produktiver Bildhauer, geb. 13. Juli 1814 zu Donnersdorf in Unterfranken, bildete sich auf der Münchener Akademie, wo er die romantische Richtung der Schwanthalerschen Schule nach der realistischen Seite weiter zu bilden suchte. Schon 1845 wurde er Professor an der dortigen polytechnischen Schule. Seine ersten, meistens sehr gelungenen Arbeiten waren dekorativer Art, z. B.: die Löwen am Eingang der Alten Pinakothek (1835), Roma und Minerva im Hofgarten (1840) und die zwölf Kolossalfiguren für die Vorhalle des kaiserlichen Museums in Petersburg. 1847 schuf er die vier Löwen der Quadriga auf dem Siegesthor und 1850 den besonders meisterhaften gekreuzigten Heiland aus Bronze in der Mitte des alten, südlichen Friedhofs, dem später ein ähnlicher aus Marmor auf dem nördlichen Friedhof folgte; in den nächsten Jahren die Modelle zu 18 Figuren der Hauptprovinzen Deutschlands in der Befreiungshalle bei Kelheim, die prächtige Bronzestatue des Königs Max II. im Kostüm des Hubertusritterordens in Lindau nebst dem kolossalen, 6 m hohen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 233.