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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Hartmann; Hartzer; Harveng; Hase

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Hartmann - Hase.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Härtel'

tung angefertigte Entwurf zu einem Kriegerdenkmal, der, eine Germania darstellend, wie sie einem an einer Mitrailleuse hingefallenen Krieger den Lorbeerkranz reicht, zwar den Preis erhielt, aber weder von geistreicher Erfindung noch von monumentaler Wirkung im Aufbau ist.

Hartmann, Ludwig, Landschafts- und Tiermaler, geb. 15. Okt. 1835 zu München, besuchte 1857 die dortige Akademie, trat aber, nachdem er die Zeichenklasse absolviert hatte, wieder aus und widmete sich unter der Leitung von Wagner-Deines (gest. 1880) der Landschaft und der Malerei der Tiere, worin er ein solches Geschick entfaltete, daß seine Bilder großen Erfolg hatten. Er weiß hübsch zu gruppieren, hat einen durchgebildeten Sinn für Schönheit der Linien und eine kräftige Farbe. Am besten unter den Tieren gelingen ihm Schiffs- und Ackerpferde. Dahin gehören: der in verschiedenen Scenen gemalte Schiffzug auf dem Inn (1863), ein Pferdehändler vom Viehmarkt kommend, die Kartoffelernte (1867), Gespann (1870), Ruhe auf dem Feld (1872), Vorspannpferde an einem Hügel (1873 in Wien ausgestellt), Scene vor dem Wirtshaus (1874) u. a. Meisterhaft sind auch einige von ihm radierte Blätter ähnlichen Inhalts.

Hartzer, Karl Ferdinand, Bildhauer, geb. 22. Juni 1831 zu Celle, widmete sich seiner Kunst zunächst in Hannover unter dem Bildhauer Hurtzig, besuchte dann die Dresdener Akademie und das Atelier von Hähnel, ging auf einige Jahre (1858-60) nach München, verweilte ein Jahr in Nürnberg und vollendete seine eigentliche Ausbildung 1862-67 in Dresden. Nachdem er 1868 und 1869 in Italien zugebracht hatte, ließ er sich in Berlin nieder und schuf sowohl kleinere Genrebildwerke wie größere Monumentalstatuen von echt künstlerischem Realismus und trefflicher Ausführung. Der Hauptvertreter der erstern Art ist (1871) ein Amor mit der Satyrmaske, der in den Besitz des deutschen Kaisers kam und durch Vervielfältigung sehr bekannt wurde; zu den letztern gehören: die Bronzestatue des Komponisten Marschner in Hannover, die durch ihre frische, natürliche Auffassung, geistvolle ↔ Behandlung des Kostüms und charaktervollen Kopf ausgezeichnete Marmorstatue von Thaer in Celle und die noch im Werden begriffene Bronzestatue Spohrs für Kassel, deren Vollendung 1881 zu erwarten ist. Dazu kommen im allegorischen Fach ein Siegesdenkmal für die Stadt Gleiwitz in Schlesien und das Relief der vereinigten Künste im Bogenfeld über der Eingangsthür zu den Skulptur- und Gemäldesälen der Nationalgallerie in Berlin.

Harveng, Karl Friedrich, Maler des landschaftlichen Genres, geb. 1832 zu Frankfurt a. M., war Schüler des dortigen Städelschen Instituts unter Ed. Steinle und Jakob Becker und folgte 1854 dem von Düsseldorf nach Karlsruhe berufenen Schirmer. Von hier aus machte er für seine Landschaften, mit der die Figurenstaffage oft von gleicher Wichtigkeit ist, jährliche Studienreisen in den Schwarzwald, aus dem er vorzugsweise seine Motive entlehnt, später auch nach Tirol, nach der Schweiz und dem südlichen Frankreich. Zu seinen Hauptbildern gehören: Heidegrund im Schwarzwald mit Schulkindern, Landschaft bei aufziehendem Gewitter, Schwarzwälder Leute zum Kirchweihtanz ziehend, St. Peter im Vilnösthal in Tirol u. a. Er lebt gegenwärtig in Frankfurt a. M.

Hase, Konrad Wilhelm, Architekt, geb. 1818 zu Einbeck, war Schüler der polytechnischen Schule in Hannover, studierte einige Jahre unter Gärtner in München und bildete sich dann noch durch Reisen in Italien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden aus. Er hat sich durch geistvolle Bauten in den beiden Hauptstilen des Mittelalters hervorgethan, indem er zunächst nicht allein die romanischen Kirchen St. Godehard und St. Michael in Hildesheim und die Klosterkirche in Lokkum (Übergangsstil) gründlich und stilgemäß restaurierte, sondern auch die spätgotische Nikolaikirche in Lüneburg, wobei er ein klares Verständnis für den Stil und die Schönheiten der mittelalterlichen Kunst dokumentierte. 1853-56 erbaute er in Hannover das Museum für Kunst und Wissenschaft im Rundbogenstil mit organischer Verbindung des Backsteins

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 241.