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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Heimerdinger; Heinlein; Heinrich; Helfft; Hellen

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Heimerdinger - Hellen.

Heimerdinger, Friedrich, Tier- und Stilllebenmaler, geb. 10. Jan. 1817 zu Altona, widmete sich bis 1839 dem Lehrfach, beschäftigte sich aber daneben viel mit Zeichnen, studierte 1839-42 in Düsseldorf unter Th. Hildebrandt und 1842-45 in München. Später gründete er in Hamburg eine Vorschule für Künstler, in der manche tüchtige Maler gebildet wurden, gab 1857 Vorübungen zu den »Elementen des Zeichnens nach körperlichen Gegenständen« und 1868 »Aufgaben für Schule und Haus« heraus. Zu seinen mit großer Naturwahrheit und Sorgfalt ausgeführten Bildern von Früchten und einzelnen lebenden und toten Tieren fügte er in den letzten Jahren zahlreiche Bilder hinzu, in denen die bloße täuschende Nachahmung körperlicher Gegenstände bezweckt wird, z. B. Früchte oder tote Vögel an einem hölzernen Kistenbrett hangend u. dgl.

Heinlein, Heinrich, der Nestor der deutschen Landschaftsmaler, geb. 3. Dez. 1803 zu Weilburg (Nassau), widmete sich anfangs in Mannheim unter Weinbrenner der Architektur, trieb aber daneben auch die Ölmalerei und setzte zwar 1822 in München die architektonischen Studien unter Gärtner fort, ging jedoch infolge mehrerer Wanderungen durch die nahen Alpengegenden, die ihn unwiderstehlich fesselten, zur Landschaftsmalerei über, worin er sich durch bloßes Studium der Natur ausbildete. Da seine ersten Bilder günstig aufgenommen wurden, so konnte er eine Reise nach der Schweiz und Oberitalien machen, die ihm reiche Ausbeute gewährte. Nachdem er sich dann etwa ein Jahr in Wien aufgehalten hatte, wo er nicht den gewünschten Erfolg fand, kehrte er 1826 zu seinen Eltern nach Mannheim zurück, verweilte dort einige Jahre und begab sich 1829 nach München, wo er 1832 seinen bleibenden Wohnsitz nahm. Seine in fast allen öffentlichen Gallerien und Privatsammlungen zerstreuten Landschaften, in den Motiven fast sämtlich den deutschen Alpen entnommen, sind von überaus großartiger, ernster Auffassung, von hochpoetischer, romantischer Stimmung und korrekter Zeichnung, fallen aber in ihrem durchgehends bräunlichen ↔ Ton bisweilen ins Manierierte, namentlich soweit er in den letzten Jahren noch thätig gewesen ist. Aus der großen Zahl derselben sind einige der bedeutendsten: das Klösterl am Walchensee, der hintere Gosausee, Windauthal, Engadin, der Plansee in Tirol, der Königssee, Mittag am Walchensee, Seitenthal des Vintschgaus in Tirol, der Zellersee in Tirol, Forellenbach im Ötzthal. Sie gehören meistens seiner Blütezeit, den 60er Jahren, an. Er ist Ehrenmitglied der Akademien in München und Wien und Ritter des bayrischen Michaelsordens erster Klasse.

Heinrich, Franz, Architekturmaler, geb. 1803 zu Nachod in Böhmen, war Schüler der Akademie zu Wien unter Joh. Ender und Kupelwieser und machte dann Studienreisen in Italien. Besonders meisterhaft sind in der Beleuchtung seine Aquarellbilder vom Innern der Kirchen und Paläste, z. B.: San Miniato bei Florenz, das Innere des Rathauses in Courtray, der Lettner im Dom zu Halberstadt und mehreres aus Venedig.

Helfft, Julius Eduard Wilhelm, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 6. April 1818 zu Berlin, bildete sich auf der dortigen Akademie namentlich unter Fr. Wilh. Schirmer. 1843-47 war er in Italien, wohin er auf Studienreisen noch öfter zurückkehrte. Neben der Landschaft malt er mit Vorliebe Architekturen aus Italien, z. B.: Dogenpalast in Venedig (1846) und italienischer Klosterhof (1847), beide in der Nationalgallerie, der Große Kanal in Venedig, San Miniato bei Florenz u. a. In den letzten Jahren wurde er durch Augenleiden in seiner Thätigkeit gehindert.

Hellen, Karl von der, Landschaftsmaler, geb. 10. Mai 1843 zu Bremen, erlernte die Malerei 1859-63 in Düsseldorf unter Oswald Achenbach, hielt sich dann kurze Zeit in München auf, bildete sich 1864-68 in Karlsruhe unter Gude aus, ging in den folgenden Jahren nach Paris und nach Rom und ließ sich 1871 in Düsseldorf nieder. Seine meistens den deutschen Wäldern und Mittelgebirgen entlehnten Landschaften sind allmählich recht erfreuliche Leistungen geworden.