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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Henning; Hennings; Henriet; Henriquel-Dupont

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Henning - Henriquel-Dupont.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hennessy'

und 1863 Mitglied der Nationalakademie geworden, ließ er sich 1870 in London nieder. Zu seinen bedeutendem, noch in Amerika entstandenen Bildern gehören: Frühlingszeit, In memoriam, die Wanderer, ein Seitenpfad in der Normandie; zu den in London entstandenen: der Herbst, auf dem Weg zum Fest, die guten Freunde, in der Dämmerung, die Heimkehr der Ährenleser, Feiertag des Künstlers und namentlich der Sommerabend an der Themse.

Henning, Adolf, Historien- und Porträtmaler, geb. 1809 zu Berlin, bildete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt und 1824-33 als Schüler Wachs. Schon 1826 debütierte er mit einem Selbstporträt und ließ in den nächsten Jahren einige mythologische und biblische Bilder folgen. 1833 ging er auf mehrere Jahre nach Italien, wo er seine künstlerische Reife empfing und bedeutende Studien machte, die er nach seiner Rückkehr ausbeutete. So brachte er z. B. eine der damals beliebten italienischen Halbfiguren, ein Mädchen aus Frascati (1838, Nationalgallerie), ganz in derselben heitern, rosigen Färbung wie Wachs Bilder, und ebenso einen Leichenzug in der Campagna. 1836 hatte er auf der akademischen Ausstellung eine Reihe von Bildern aus der Historie und dem Genre, korrekt gezeichnet und trefflich modelliert, aber in der Farbe ziemlich kalt und trocken. Seine Hauptwerke sind die mit mehreren andern in der Schloßkapelle zu Berlin stereochromisch gemalten Bilder: Lukas und Johannes, die Kolossalfiguren der acht (damaligen) preußischen Provinzen im Weißen Saal des Schlosses und die Wandbilder des Niobidensaals im Neuen Museum, wo er Thetis dem Achill die Waffen bringend, Odysseus und Leukothea, Diana entführt Iphigenia, Äneas und Anchises, der rasende Aias und Romulus umpflügt die Mauern Roms malte. Daneben kultivierte er auch das Porträt, dem er sich jetzt fast ausschließlich widmet. Seine Bildnisse genügen zwar im Kolorit dem heutigen Standpunkt der Technik nicht, sind aber korrekt gezeichnet und trefflich modelliert. Er ist Mitglied der Akademie zu Berlin und Professor an derselben. ↔

Hennings, Johann Friedrich, Landschaftsmaler, geb. 1838 zu Bremen, war lange Zeit in Düsseldorf Schüler von Oswald Achenbach und bildete sich durch mehrfache Studienreisen in Italien aus. Seine Landschaften aus Deutschland wie aus Oberitalien sind von poetischer Auffassung, breit und keck gemalt, am gelungensten die Mondscheinbilder. Neuerdings bringt er vorzugsweise Garten- und Parkansichten mit reicher Staffage im Rokokokostüm. Unter den ältern Bildern nennen wir: eine Landschaft mit Zigeunerstaffage (1864), Abend im Garten der Villa San Lissandro, Malcesine am Gardasee, Nürnberg bei Mondaufgang und Salzburg bei Mondbeleuchtung (1869), und unter den spätern: Passau von der Innseite, Venedig, Allee bei Nymphenburg, Allee auf Wilhelmshöhe bei Kassel.

Henriet (spr. angrĭäh), Frédéric, franz. Landschaftsmaler und Kunstschriftsteller, geb. 6. Sept. 1826 zu Château-Thierry (Aisne), studierte anfangs Jura, war 1853-60 Sekretär des damaligen Direktors des Nationalmuseums, Grafen von Nieuwerkerke, und begann dann die Malerei von Landschaften in Öl und Aquarell aus dem Innern Frankreichs, die von korrekter Zeichnung und ansprechendem Kolorit sind. Als Schriftsteller arbeitete er für mehrere Kunstjournale, gab 1855 »Œillades et sourires« heraus, den »Paysagiste aux champs« (2. Aufl. 1876) und 1874 mit de Fizelière und Champfleury eine Biographie des Landschaftsmalers Chintreuil (gest. 1873).

Henriquel-Dupont (spr. angrĭkäl-düpóng), Louis Pierre, einer der bedeutendsten und ältesten Kupferstecher Frankreichs, geb. 13. Jan. 1797 zu Paris, widmete sich anfangs unter Guérin (gest. 1833) der Malerei, vertauschte aber diese nach drei Jahren mit der Kupferstecherkunst, wurde hierin Schüler von Bervic und gründete 1818 sein eignes Atelier, worin er anfangs für den Buchhandel arbeitete. Das erste Blatt, welches er ausstellte, war 1822 ein Porträtbild nach van Dyck, worauf dann während seines langen Lebens eine so große Menge (fast alle in Linienmanier) folgte, daß wir nur die künstlerisch bedeutendsten

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 251.