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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Henry; Henze; Her; Herbelin

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Henry - Herbelin.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Henriquel-Dupont'

namhaft machen können. Es sind: die Grablegung Christi, nach Delaroche; die Abdankung Gustav Wasas, nach Hersent (1831); Lord Strafford auf dem Gang zur Richtstätte (1840) und Cromwell am Sarg Karls I., nach Delaroche; Christus Consolator, nach Ary Scheffer (1842); der nach zehnjähriger Arbeit vollendete meisterhafte Stich des sogen. Hémicycle, nach Delaroche; die heil. Jungfrau mit dem Kind, nach einer Zeichnung Raffaels; dann wieder Moses, nach Delaroche; die Jünger zu Emmaus, nach Paolo Veronese (im Louvre, 1863); das meisterhafte Blatt der Vermählung Katharinas mit dem Christuskind, nach Correggio (1867); Jeanne d'Arc, nach Benouville (1871), und zahlreiche Porträte nach Ingres, Delaroche, Dubufe, Dupont, Benouville u. a. Er wurde 1831 Ritter, 1855 Offizier und 1878 Kommandeur der Ehrenlegion, 1849 Mitglied des Institut de France, 1863 Professor der Kupferstecherkunst an der École des beaux-arts und 1869 Ehrenmitglied der Akademie in London.

Henry, William, amerikan. Genre- und Interieurmaler, geb. 1831 in Südcarolina, bildete sich zunächst in New York und auf der Akademie zu Philadelphia, später zwei Jahre in Paris unter verschiedenen Meistern. Abgesehen von fünf Jahren, die er in Europa zubrachte, arbeitete er stets in New York, wo er 1870 Mitglied der Nationalakademie wurde. Sein erstes Werk, das allgemeine Aufmerksamkeit erregte, war eine Eisenbahnstation in Neuengland; später malte er viele Interieurscenen aus den ältern Städten Amerikas, worin er an Sauberkeit der Ausführung und an Glanz der Farben Meissonier nahekommt, z. B. in dem Bild mit dem sonderbaren Titel: »Der Friede, den die Welt nicht geben kann«, aber auch Ansichten von Kirchen, einzelne Schlachten- und historische Genrebilder, z. B. die Begegnung Washingtons mit dem französischen Marschall Rochambeau und der Empfang Lafayettes.

Henze, Eduard Robert, Bildhauer, geb. 8. Juli 1827 zu Dresden, ergriff anfangs das Schlosserhandwerk, bewies aber im Zeichnen, Modellieren und Porträtieren ↔ seiner Kameraden eine so große Geschicklichkeit, daß er bewogen wurde, die Akademie zu besuchen, nach deren Absolvierung er 1856 in Schillings Atelier eintrat, wo sein Talent sich ungemein rasch entwickelte. Nachdem er dann noch fünf Jahre unter Hähnel gearbeitet hatte, machte er auf dessen Rat eine Studienreise nach Italien. Das erste Werk nach seiner Rückkehr war 1864 die Brunnenstatue Heinrichs I. in Meißen, der bald nachher die ebenso sehr gelobte Bronzestatue der Kurfürstin Anna neben der Annenkirche in Dresden, eine Germania für die Siegesfeier von 1871, ein Brunnenstandbild in Krimmitzschau und das bronzene Siegesdenkmal in der Aula der Leipziger Universität folgten. Seine neuesten Arbeiten sind: die meisterhafte Erzstatue des Reformationshelden Fürsten Wolfgang von Anhalt (in Bernburg 1880 enthüllt) und jene als Marmorfigur in kolossaler Größe auf dem Altmarkt zu Dresden 1880 aufgestellte siegreiche Germania mit vier weiblichen allegorischen Statuen am Postament.

Her, Theodor, Landschaftsmaler, geb. 30. Juli 1838 zu Roth (Württemberg), wollte anfangs Notar werden und trat erst spät in die Kunstschule zu Stuttgart, wo er sich unter Nehers Leitung sieben Jahre lang ausbildete. Mit einem Reisestipendium ging er 1868 nach Paris, studierte hier die Werke der venetianischen Schule und die Delacroix' und ging dann noch eine Zeitlang zu Ramberg nach München. Unter seinen bisherigen Landschaften, die in ihrer stimmungsvollen Manier an Schleich und in ihrer Technik an die Franzosen erinnern, nennen wir nur den Frühlingstag, den Abend und eine Landschaft mit Staffage. Er lebt in München.

Herbelin (spr. ĕrb'läng), Jeanne Mathilde, geborne Habert, franz. Miniaturmalerin, geb. 24. Aug. 1820 zu Brunoy (Seine-et-Oise), erlernte die Malerei unter ihrem Oheim Belloc und widmete sich seit 1838 vorzugsweise der Miniaturmalerei, worin sie zuerst 1848 erfolgreich auftrat. Sie malt namentlich Porträte, aber auch verkleinerte Kopien nach Werken andrer Meister und besuchte zu diesem Zweck mehrmals die Museen Italiens,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 252.