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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Herlin; Hermans; Hermelin; Herpfer; Herpin

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Herlin - Herpin.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Herkomer'

schon, ehe ein Jahr verflossen war, eine Medaille. Nachdem er mit seinem Vater 1865 München besucht hatte, wo er durch den Maler Echter in seinem Streben sehr gefördert wurde, trat er 1866 in die Schule von South Kensington, ließ sich dann in dem Dorf Hythe nieder und malte zwei Bilder, die, 1869 in der Dudley-Gallerie ausgestellt, sehr günstig aufgenommen wurden, so daß er im folgenden Jahr nach London übersiedeln konnte, wo er durch die Wahrheit und Schärfe der Charakteristik seiner Bilder immer mehr Beifall erntete, namentlich durch die Kompositionen im Journal »The Graphic« und durch das in der Normandie gemalte Bild: Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Seitdem stieg er zu immer größerm Ansehen und sandte in den Jahren 1873-75 in die Ausstellung der Akademie meisterhafte Aquarelle, unter denen besonders der Gottesdienst der alten Invaliden von höchster Naturwahrheit ist. 1876 brachte er das melancholische Bild: An der Pforte des Todes, 1877 ein Porträt Richard Wagners (auch 1879 auf der Münchener Ausstellung), eine weniger ansprechende Prozession in Bayern und wiederum 1878 ein treffliches Bild: Thee trinkende alte Frauen in einem Arbeitshaus. Seine Bilder von 1879 sind ein großes Aquarell, betitelt: Life, light and melody, und ein Porträt des Dichters Alfred Tennyson.

Herlin (spr. ärläng), Auguste, franz. Genremaler, geb. 18. Aug. 1835 zu Lille, war Schüler von Souchon (gest. 1857), debütierte 1861 und brachte bisher viele mit Geist und Humor behandelte Scenen aus dem Alltagsleben, z. B.: das Viatikum, das Rapsdreschen, die Wäscherinnen, Vergnügungsreise (1863), Besuch beim Gevatter, Begräbnis eines Armen (1866), eine Konferenz, Antritt einer Missionsreise, Ufer des Sees von Evian in Savoyen, Vision am Karfreitag bei den Dominikanern, die Stunde des Spaziergangs, Duell junger Damen u. a.

Hermans (spr. ärmangss), Charles, belg. Genremaler, geb. 17. Aug. 1839 zu Brüssel, widmete sich dort der Kunst bis zum 19. Jahr und war dann drei Jahre zu Paris in der École des beaux-arts ↔ und im Atelier von Gleyre. Nachdem er 1862-66 in Italien, meistens in Rom, gelebt hatte, kehrte er in seine Vaterstadt zurück und malte Bilder, unter denen z. B. 1872 Hiob von seinen Freunden besucht und 1873 ein Kinderkrankenhaus noch ziemlich unbeachtet blieben, bis 1875 das Genrebild in lebensgroßen Figuren: in der Morgendämmerung folgte, das, eine unmoralische Gesellschaft beiderlei Geschlechts nach einer durchschwärmten Nacht darstellend, keck und breit gemalt, aber kalt und kreidig in der Farbe, ihm gleichwohl den Leopoldorden einbrachte. Sein neuestes Bild (1880) ist ein Maskenball.

Hermelin, Olof, schwed. Landschaftsmaler, geb. 8. Febr. 1820 auf Gripenberg in Småland, widmete sich nach beendigten Studien in Upsala dem Militärstand, nahm aber 1851 seinen Abschied, trat in die Akademie zu Stockholm und genoß den Unterricht Billings in der Landschaftsmalerei. 1870 machte er eine Studienreise nach Kopenhagen, Düsseldorf, Paris, von da durch Belgien und Holland sowie 1873 eine ähnliche nach London ausgedehnte Reise. Zu seinen besten Bildern zählt man: Herbstabend, Königshütte in Örebro, Gewitterschauer im Bohuslän, ein wolkiger Abend, Frühjahrsstimmung, das Ende des Winters, Herbststimmung, Fischmarkt in Honfleur, auf dem Jagdterrain u. a. Er lieferte auch zahlreiche novellistische und archäologische Aufsätze für schwedische Journale und verfaßte einige in Schweden mit Erfolg aufgeführte dramatische Dichtungen. 1870 wurde er Genosse der Kunstakademie in Stockholm und 1872 korrespondierendes Mitglied derselben.

Herpfer, Karl, Genremaler, geb. 30. Nov. 1836 zu Dinkelsbühl, widmete sich in München unter v. Ramberg der Malerei, machte mehrere Studienreisen in Deutschland und brachte bis jetzt viele wenn auch nicht tiefgedachte, doch gut gezeichnete und kräftig kolorierte Genrebilder, meistens Scenen aus der Rokokozeit, z. B.: gestörte Verlobung (Kunsthalle in Hamburg), Schlußscene aus Brachvogels »Narciß« und andre nach England und Amerika gekommene.

Herpin (spr. ärpäng), Léon, franz. Land-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 254.