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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Heyden

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Heyden.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Heubner'

Erfolg unter Pauwels die Malerei von Genrebildern und Landschaften. 1869 bis 1873 leitete er das Aarlandsche Institut in Leipzig und widmete sich in den letzten Jahren auch der Illustration.

Heyden, 1) August Jakob Theodor von, Historienmaler, geb. 13. Juni 1827 zu Breslau als Sohn des Verfassers der bekannten Dichtung »Das Wort der Frau«, mußte anfangs das Bergfach ergreifen und kam als Bergbeamter nach Istrien, später auch nach Oberschlesien, wo er die Bergwerke des Herzogs von Ujest verwaltete. Erst 1859 konnte er sich der Kunst widmen, lernte in Berlin das Zeichnen unter dem Holzbildhauer Holbein, bildete sich im Atelier Steffecks zum Maler aus und vollendete 1861 in Paris unter Gleyre und Couture seine Studien. Später machte er wiederholt Reisen nach Italien und studierte dort die Monumentalmalerei der Renaissance. Schon sein erstes selbständiges Bild von imposanter Großartigkeit, eine heil. Barbara als Schutzpatronin der Bergleute (1864, Kirche in Dudweiler, Regierungsbezirk Trier), zeigte seine romantisch-poetische Richtung, der er später so große Erfolge verdankte. Ihr folgten einige kleinere Genrebilder und die historischen Bilder: Luthers Zusammentreffen mit Frundsberg vor seinem Eintritt in den Reichstag zu Worms (Germanisches Museum) und Volksmenge vor der Schloßkirche in Wittenberg nach dem Anschlag der Thesen, die wegen ihrer Romantik zwar manchen Widerspruch erregten, aber doch seine wahrhaft historische Auffassung zeigten. In welcher Weise er den germanischen Geist mit hellenischer Klassicität zu verbinden weiß, zeigte er namentlich in dem Vorhang des Berliner Opernhauses: Arion auf den Meereswogen, einer herrlichen Verkörperung der Macht des Gesangs (1868), der bald nachher die moralisch gefährliche, aber möglichst keusch behandelte Werbung der französischen Gesandten um die Prinzessin Clémence nach einer provençalischen Erzählung folgte. In die Jahre 1870 und 1871 fallen nur einige Genrebilder (z. B. der Festmorgen, Nationalgallerie in Berlin) und 1872 wiederum der bedeutende Walkürenritt, ↔ zu dem ihm die Ereignisse von 1870 und 1871 die Veranlassung gaben. Nach einigen weniger bedeutenden und zum Teil weniger erfreulichen Bildern (Leukothea, ein Märtyrer auf dem Scheiterhaufen, Ödipus vor der Sphinx) erschien 1878 eine seiner reifsten Schöpfungen, der Hochzeitsritt des Herrn Olof (nach Herders »Stimmen der Völker«), eine selbständige, echt poetische Nachdichtung, deren geisterhafter Inhalt durch das etwas verschwommene Kolorit trefflich wiedergegeben ist. Neben diesen Ölbildern finden wir die Früchte jenes Studiums der italienischen Monumentalmalerei im Keller und in der Turmhalle des Berliner Rathauses, in den Wandmalereien des Generalstabsgebäudes, im Plafond des großen Saals der Kaisergallerie und in dem Bilderschmuck des Kuppelsaals der Nationalgallerie (Wachsfarben), wo sich in dem Tierkreis wieder sein klassisch-romantischer Geist sehr günstig zeigt. Auch in Breslau schmückte er den Festsaal eines Hauses mit Malereien. 1879 wurde er mit zwei großen historischen Wandgemälden für den Saal des Schwurgerichts in Posen beauftragt.

2) Otto Joh. Heinr., Historien- und Porträtmaler, geb. 8. Juli 1820 zu Ducherow (Vorpommern), studierte anfangs Theologie und ging 1843 zur Malerei über, die er als Schüler der Berliner Akademie und speciell unter Wach und v. Klöber erlernte. 1847 und 1848 war er in Paris im Atelier Cogniets, wo er die Kunstmedaille erlangte. 1850-54 verweilte er in Italien und schuf dort mehrere Genrebilder und Porträte, die sein entschiedenes Talent für dieses letztere Fach bekundeten. 1855 brachte er einen Hiob mit seinen Freunden (Gemäldesammlung in Stettin) und errang 1856 die ersten größern Erfolge durch ein männliches Porträt, eine italienische Schnitterin und durch das Historienbild von der Stiftung der Universität Greifswald, das er der Aula der dortigen Hochschule schenkte, wofür er zum Ehrendoktor promoviert wurde. Nachdem er dann die zwei größern Historienbilder: Boguslaw X. auf seiner Wallfahrt nach Jerusalem von Seeräubern überfallen (ebenfalls in Stettin) und Feldmarschall

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 257.