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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Hiolle; Hirt; Hitzig; Hlavácek

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Hiolle - Hlavácek.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hinckley'

Seine selten ausgestellten, in Amerika sehr geschätzten Bilder befinden sich in fast allen Hauptstädten der Vereinigten Staaten.

Hiolle (spr. ĭ-óll), Erneste Eugène, franz. Bildhauer, geb. 5. Mai 1834 zu Valenciennes, wurde in Paris Schüler von Grandfils und Jouffroy, besuchte die École des beaux-arts und erhielt hier 1862 den großen römischen Preis. Meisterhaft sind seine Porträtbüsten und seine genial aufgefaßten Idealbildwerke; unter jenen z. B. die von Robert-Fleury, vom General Martimprey, von Viollet le Duc, von Chenavard, Carpeaux u. a.; unter diesen namentlich eine Marmorstatue des Narciß (1869), ein Arion auf dem Delphin (1870, beide im Luxembourg), eine Statue des St. Johann von Matha für das Pantheon und eine Victoria für ein Kriegerdenkmal in Cambrai. Er erhielt zahlreiche Medaillen und 1873 das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Hirt, Johann, Bildhauer, geb. 1836 zu Fürth, bezog 1855 die Akademie in München und bildete sich unter Widnmann aus. Neben dem Porträt, das er lebendig u. charaktervoll behandelt, sind seine Hauptfächer die Statuette und das kleinere lyrische Genre, das er in einer großen Anzahl von reizenden Figuren behandelt, z. B.: Faust und Gretchen, der verweigerte Kuß, Spinnerin, Heideröslein, Hermann und Dorothea u. a., welche er für das Nationalmuseum, für die Residenz und andre Gebäude Münchens schuf.

Hitzig, Georg Heinrich Friedrich, einer der bedeutendsten Architekten, geb. 8. April 1811 zu Berlin als Sohn des bekannten Kriminalisten Julius Eduard H., erhielt seine Schulbildung auf dem dortigen Friedrich-Wilhelms-Gymnasium und auf der Gewerbschule, machte 1828 das Feldmesserexamen, war eine Zeitlang beim Oderbrückenbau beschäftigt, nahm 1830 unter Schinkels Leitung am Bau der Sternwarte teil, studierte dann gründlich die theoretische Baukunst und vollendete diese Studien in Paris. Nach bestandener Prüfung als Baumeister (1837) etablierte er sich mit Knoblauch als Privatbaumeister und entfaltete als solcher in Berlin wie im Ausland eine reiche ↔ Thätigkeit, in welcher er namentlich bei Wohnhäusern Schinkels malerisches Prinzip anwandte und bei den Villen landschaftliche Reize in die architektonischen Anlagen brachte. Statt der ihm stets fern gebliebenen Gotik wendet er häufig den Rundbogen und die deutschen Renaissanceformen mit antikisierendem Charakter an. In die erste Periode seiner Thätigkeit fallen die Anlage der reizenden Wohnhäuser des Berliner Tiergartenstadtteils, die Victoriastraße und die nach ihm benannte Hitzigstraße, in dieselbe Zeit auch außerhalb Berlins die großartigen Monumentalbauten in Triest (Palast Revoltella) im Renaissancestil; neuerdings auch das prächtige Palais des Barons v. Kronenberg in Warschau. In der Zeit zwischen einem fünfmonatlichen Aufenthalt in Italien (1845) und einer 1857 unternommenen größern Reise nach Ägypten, Griechenland und der Türkei baute er in Berlin das Palais des Grafen Pourtalès, die Villa Gerson mit ihrer zweigeschossigen Säulenloggia, das Haus des Bankiers Krause in französischer Renaissance und das höchst anmutige, stattlich wirkende Gersonsche Wohnhaus, Bauten, die er nebst vielen andern teils in Erbkams »Zeitschrift für Bauwesen«, teils in einem eignen Werk (Berl.) veröffentlichte. In die Jahre 1859-64 fällt eins seiner Hauptwerke, die Börse in Berlin, ein Bau in ernsten Renaissanceformen und einer nachher in Privatbauten vielfach nachgeahmten vollständigen Ausführung der Sandsteinfassaden, die freilich dadurch eine gewisse Monotonie erhalten haben; ferner die imposante Reichsbank in Sandstein und Backsteinverblendung, das Reichenheimsche Waisenhaus, das provisorische Reichstagsgebäude, der noch im Werden begriffene Umbau des Zeughauses in ein Waffenmuseum und eine Ruhmeshalle. Mit zahlreichen Orden und Auszeichnungen geschmückt, ist er Geheimer Regierungs- und Baurat und seit 1875 Präsident der Akademie der Künste.

Hlavácek, Anton, Landschaftsmaler, geb. 1842 zu Wien, mußte als Sohn eines armen Webers dessen Handwerk ergreifen und konnte erst später wenigstens Stuben-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 261.