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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Kellner; Kels

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Kellner - Kels.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Keller'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

Friedrich K.-Leuzinger (geb. 1835, Verfasser und Zeichner des illustrierten Werks »Vom Amazonas und Madeira«, 1875, lebt in Stuttgart), die als Ingenieure zum Straßen- und Brückenbau nach Brasilien reisten, wo er viele landschaftlichen Studien machte. 1862 begann er auf der Kunstschule seiner Vaterstadt unter Schirmer die Landschaftsmalerei, ging nach dessen Tod (1863) unter Canon zur Figurenmalerei über und bereiste 1866 Frankreich und später mehrere Male Italien. Seine ersten Schöpfungen waren die jener ersten Reise entnommenen tropischen und brasilischen Landschaften (vor allem aus der Umgegend von Rio de Janeiro), von kräftiger Behandlung und leuchtendem Kolorit. Nach einigen ebenfalls sehr gelungenen Genrebildern trat er 1867 auf der Pariser Ausstellung mit seinem ersten historischen Bilde: Tod Philipps II. von Spanien, auf, das durch seine Komposition, seine Kraft der Darstellung und des Kolorits Bewunderung erregte. Noch bekannter wurde er 1873 durch seinen Nero beim Brand Roms, zu dem er an Ort und Stelle große Studien gemacht hatte. Mit Glück versuchte er sich auch im Fresko und malte in der 1870 restaurierten Jesuitenkirche zu Heidelberg eine Verkündigung. Neben manchen in diese Zeit fallenden Porträten errang er für seinen geistreichen Entwurf zum Vorhang des Dresdener Hoftheaters den ersten Preis; er stellt die geflügelte Phantasie mit den sie begleitenden Künsten des Dramas und der Musik dar. Seine neuesten Schöpfungen sind: eine Grablegung Christi, der hochbedeutsame Sieg des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden bei Salankemen 19. Aug. 1691 (Gallerie in Karlsruhe) und (1880 in Düsseldorf) das tragische, mit koloristischer Bravour gemalte Bild: Hero und Leander. Er ist Professor und seit 1880 Direktor der Kunstschule zu Karlsruhe.

3) Franz, Kupferstecher, geb. 1821 zu Linz am Rhein, jüngerer Bruder des bekannten Stechers Joseph v. K. (gest. 1873), dessen Schüler er auf der Düsseldorfer Akademie war, welche er 1837-51 besuchte. Er arbeitet nur in Kartonmanier ↔ und lieferte darin manche sehr gelungene Blätter, unter denen die bedeutendsten sind: der gute Hirt, nach Ed. Steinle (1845); Tod des Kaisers Friedrich Barbarossa, nach Rethel (1849), und der Schutzengel, nach Führich (1865); weniger bedeutend einige Blätter für das Overbecksche Evangelienwerk und die Himmelskönigin, nach Deger.

Kellner, Glasmalerfamilie, deren Stammvater Johann Jakob war (geb. 19. Dez. 1788 zu Nürnberg, gest. 20. Dez. 1873). Er hatte folgende vier Söhne, die ihn mehr oder weniger bei seinen Arbeiten unterstützten, und von denen die drei erstern, durch Reindel gebildet, vom Ende der 40er Jahre selbständig, wenn auch oft gemeinschaftlich arbeiteten.

1) Georg Konrad, geb. 15. Mai 1811, malte drei Fenster in der Spitalkirche zu Rothenburg a. T., die sämtlichen Fenster der Kirche zu Viersen (Regierungsbezirk Düsseldorf), fünf Fenster der Marienkapelle daselbst, sechs in der Petrikirche u. a., die nach Paris, England und Wien kamen.

2) Joh. Stephan, geb. 25. Okt. 1812, gest. 26. Juli 1867, malte mehrere Fenster für Neustrelitz, für zwei Kirchen in Amberg, andre für Immenstadt und große Bilder für Petersburg. Seine beiden Söhne sind: Samuel, geb. 5. Okt. 1848, malte z. B. Fenster für Amberg, Geldersheim bei Schweinfurt, Neubrandenburg, Koburg und Essen, und Hermann, geb. 27. Sept. 1849, der Mitte der 70er Jahre die Glasmalerei aufgab.

3) Joh. Gustav Hermann, geb. 7. April 1814, malte Fenster in der Kirche zu Steir bei Nürnberg und zog 1868 mit seinem Sohn Karl nach Ulm zur Restaurierung der Fenster des Münsters; sein Sohn Karl ist ebenfalls Glasmaler.

4) Joh. Georg Michael, geb. 24. April 1825, gest. 13. Okt. 1859. Ihre Arbeiten sind sämtlich in der einfachen, energischen, nicht auf sinnliche Täuschung berechneten Weise der ältern Glasmaler, oft nach Zeichnungen Dürers und der Meister seiner Zeit.

Kels, Franz, Maler des ländlichen Genres, geb. 1828 zu Derendorf (Regierungsbezirk Düsseldorf), wurde 1842 Schüler der Akademie in Düsseldorf,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 297.