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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Koekkoek; Kolitz; Koller

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Koekkoek - Koller.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Koken'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

sein Vetter Gustav, unter Hagens Einfluß stand, und machte Studienreisen im Teutoburger Wald, in den Rheingegenden, in Süddeutschland und Oberitalien. Unter seinen bis jetzt auf die Ausstellungen gebrachten Bildern nennen wir einen Herbstabend und ein Waldinneres im Winter.

Koekkoek (spr. kuk-kuk), holländ. Malerfamilie, deren Stammvater der Marinemaler Johann Hermann K. (gest. 12. Jan. 1851) war. Er hinterließ drei Söhne, von denen der älteste, Barend Cornelis K., geb. 11. Okt. 1803 zu Middelburg, gest. 5. April 1862, sich durch meisterhafte Landschaften auszeichnete. Der zweite, Marinus Adrian K., geb. 25. Sept. 1807, ist ein ebenfalls geachteter, aber weniger bedeutender Landschaftsmaler. Der dritte, Hermann K., geb. 13. März 1815, war Marinemaler und hinterließ zwei Söhne, Johann Hermann und Joh. Herm. Barend, die beide in ihres Vaters Fußstapfen traten und die Ausstellungen Hollands und Norddeutschlands mit trefflichen Marinebildern zu beschicken Pflegen.

Kolitz, Louis, Soldaten- und Schlachtenmaler, geb. 5. April 1845 zu Tilsit, begann 1862 seine Studien auf der Akademie in Berlin und setzte sie 1864 in Düsseldorf unter Oswald Achenbach und unter dem Einfluß Karl Sohns und Bendemanns fort. Zuerst behandelte er die Landschaft in Verbindung mit Architektur und Figuren, bis ihn seine Teilnahme an dem Krieg von 1866 und namentlich an dem von 1870/71 zur Darstellung des Kriegslebens und der Schlachten führte, worin er bei einer anfänglich noch etwas flüchtigen Zeichnung allmählich große Erfolge erzielt hat. Dahin gehören: Aufbruch der Landsknechte nach dem Quartier (1868), Abendlandschaft, Belagerung einer Stadt (1869), am Waldessaum bei Orléans (Landschaft mit Kriegsstaffage), aus den Vorkämpfen von Metz (Nachtstück, 1872) und bald darauf ein zweites mehr landschaftliches Bild: vor Metz, die Preußen bei Mars la Tour (1873), Eroberung eines französischen Geschützes, Schlacht bei Gravelotte, Ulanenvedette, die große Armee Napoleons im Winter, Scene aus dem Gefecht bei Vendôme (Nationalgallerie ↔ in Berlin), die fast alle von großer Lebenswahrheit und meisterhafter Komposition sind. 1880 folgte er einem Ruf als Direktor der Kunstakademie in Kassel.

Koller, 1) Rudolf, Idyllen- und Tiermaler, geb. 1828 zu Zürich, war Schüler des dortigen Landschafts- und Tiermalers Ulrich, machte in Stuttgart für sein Fach Pferdestudien, besuchte ein Jahr die Akademie in Düsseldorf und bildete sich später in Belgien und in Paris durch das Studium der alten Meister weiter aus. Sein eigentliches Fach, die Tiermalerei, begann er erst 1850 während seines Aufenthalts in München, das er aber bald wieder verließ, um sich in seiner Vaterstadt niederzulassen. Seine Bilder sind von rein realistischer Auffassung, von korrekter, treffender Zeichnung, aber in der Farbe nicht immer gelungen, auch manchmal für den einfachen Gegenstand in zu großen Dimensionen. Zu den bedeutendern gehören: Kühe in einem Krautgarten, Idylle aus dem Berner Oberland, Mittagsruhe (Museum in Zürich). Kuh und Kalb im Gebirge verirrt, Kühe im Nebel, der Abend, die (lebensgroße) Kuh, endlich die zwei landschaftlichen Bilder: Herbstabend und Nach Sonnenuntergang.

2) Wilhelm, Maler des historischen Genres, geb. 1829 zu Wien, begann seine Studien auf der dortigen Akademie und setzte sie 1851-55 in Düsseldorf fort, wo seine ersten Bilder: die Auswanderer, das Asyl und einige Scenen aus dem Bauernkrieg, Beifall fanden und in Privatbesitz nach Wien gingen. 1856-59 lebte er in Antwerpen, wo er eins seiner Hauptbilder, die heimliche Ehe des Erzherzogs Ferdinand mit Philippine Welser im Schloß zu Meran malte. 1859 nahm er seinen Wohnsitz in Brüssel. Die bedeutendsten seiner verhältnismäßig nicht zahlreichen, überaus sorgfältig, aber meist ohne große Empfindung gemalten Bilder sind: die Taufe Luthers, die freilich von Goethe weit entfernten Faust und Gretchen, Albrecht Dürer empfängt eine Botschaft von der Erzherzogin von Parma, Philippine Welser bittet den Kaiser um Gnade für ihren Gemahl, Auszug zum Krieg, das Almosen u. a.