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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Kotzebue; Kowalski von Wierusz; Kozakiewicz; Kraus; Krauskopf

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Kotzebue - Krauskopf.

Kotzebue, Alexander von, Historien- und Schlachtenmaler, geb. 9. Juni 1815 zu Königsberg als Sohn des 1819 ermordeten Dichters August v. K., widmete sich anfangs dem Militärstand, trieb aber in seinen Mußestunden die Malerei. 1837 wählte er sie zu seinem Beruf, nahm seinen Abschied und wurde unter Sauerweid (gest. 1844) Schüler der Akademie in Petersburg. Sein erstes bedeutendes Bild war 1844 die Erstürmung Warschaus, das die große goldne Medaille erhielt und ihm vom Kaiser später mehrere bedeutende Aufträge verschaffte, die allmählich zur Ausführung kamen. Nachdem er sich in Paris bis zum Ausbruch der Revolution von 1848 aufgehalten, bereiste er die Niederlande und Italien und ließ sich in München nieder. Jene ihm vom Kaiser aufgetragenen Bilder behandeln die Schlachten der Russen im Siebenjährigen Krieg und die Feldzüge Suworows in der Schweiz und Oberitalien. Es sind nicht bloße Schlachtenepisoden, sondern großartige landschaftliche Kompositionen von überaus korrekter Zeichnung und glänzendem Kolorit, in denen die Aktion sich stets in klarster Weise entwickelt. Zu diesen und seinen sonstigen Hauptbildern gehören: die Erstürmung von Schlüsselburg, Schlacht bei Poltawa, Erstürmung von Narwa, Suworows Übergang über den Panixer Paß, eine Episode aus der Schlacht an der Trebbia im Juni 1799, das Gefecht an der Teufelsbrücke, der Übergang über den Bottnischen Meerbusen u. a. Für das Maximilianeum in München malte er die Gründung Petersburgs durch Peter d. Gr. Eine treffliche Darstellung von sprudelndem Humor und glänzendem Kolorit ist das Bild: der General Scheremetjew nimmt 1710 im Namen Peters d. Gr. den Huldigungseid der Stadt Riga entgegen.

Kowalski von Wierusz, Alfred, poln. Historien- und Schlachtenmaler, geboren zu Warschau, besuchte das Gymnasium zu Kalisch, die Kunstakademien zu Warschau, Dresden u. zuletzt zu München, wo er sich der besondern Leitung Alex. Wagners und seines Landsmanns Joseph Brandt erfreute und seit etwa acht Jahren ↔ seinen Wirkungskreis hat. Zu seinen durch Reproduktion bereits großenteils verbreiteten besten Schöpfungen gehören: die Treibjagd in Polen, Duell nach dem Ball, eine Reihe von Genrescenen aus der Zopfzeit, Soldatenscenen mit Tscherkessen aus den Kämpfen der Russen mit den Bergvölkern in Transkaukasien u. a. Viele derselben gingen nach Rußland, Polen, Österreich, Norddeutschland, England und Nordamerika.

Kozakiewicz, Anton, Genremaler, geb. 1844 zu Krakau, war Schüler der dortigen Kunstschule und bezog dann die Akademie in Wien, wo er bis 1871 den Unterricht Engerths genoß, worauf er in München seinen Wohnsitz nahm. Er malte bisher Genrebilder, meistens aus dem Volksleben seiner Heimat, von recht gelungener Komposition und allmählich immer besserm Kolorit, z. B.: das Wiederfinden (1870), Kinderlust (1872), Verlassen (1873), das Maleratelier, Soldatenlos, Motiv aus Polen (Nachtscene mit Bauern und Fuhrwerken), die ersten Schritte.

Kraus, Friedrich, Genre- und Porträtmaler, geb. 27. Mai 1826 zu Krottingen (Ostpreußen), besuchte die Akademie in Königsberg, bildete sich 1852-54 in Paris und 1855 in Rom aus und ließ sich hierauf in Berlin nieder, wo er Genrebilder, zum Teil aus der Geschichte entlehnt, und Porträte malt. Mit feinem harmonischen Kolorit und zarter Modellierung behandelt er das Salonbild in der Manier von Netscher und Terburg. Dieser Art war schon sein erstes Bild: nach dem Frühstück, mit dem er einen Erfolg errang, der ihm auch später treu blieb, z. B.: die neue Robe, Schachpartie, Stadtneuigkeiten, Bürgermeister Six bei Rembrandt, Kartoffelernte, Besuch Seb. del Piombos bei Tizian, Tizian und seine Geliebte, namentlich die Morgenvisite (1872) und (1880) die erwachende Bacchantin. Seine Porträte haben einen breiten, malerischen Vortrag und eine feine Charakteristik.

Krauskopf, Wilhelm, Kupferstecher, geb. 30. Juni 1847 zu Zerbst, lernte die Anfangsgründe seiner Kunst in Dessau und bildete sich in Dresden und in Reichenberg aus. Nachdem er den Feldzug

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 310.