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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Kühling; Kummer; Kundmann

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Kühling - Kundmann.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Küchler'

entstanden die Bilder: Christus erscheint nach der Auferstehung den Jüngern und Joseph erzählt seine Träume (Gallerie in Kopenhagen) sowie später mehrere aus dem römischen Volks- und Klosterleben, das ihn 1844 zum Übertritt zum Katholicismus bewog. Er wurde 1851 Franziskanermönch und malte seitdem nur streng katholische Kirchenbilder. 1877 wurde er Mitglied der Akademie in Kopenhagen.

Kühling, Wilhelm, Landschaftsmaler, geb. 2. Sept. 1823 zu Berlin, besuchte 1837-44 die dortige Akademie und machte darauf Studienreisen in der Schweiz, Frankreich und Italien. Er begann mit dem Bildnis, ging aber bald zur Landschaft über und eignete sich hierin die Technik der französischen Realisten an. Seine Bilder, deren Motive er häufig aus Oberbayern entlehnt, pflegen eine sehr sorgfältig behandelte Tierstaffage zu haben; besonders gut gelingt ihm die Regenstimmung. Zu seinen besten gehören: am Bach, zur Herbstzeit, auf der Aue, an der Furt und die in der Nationalgallerie befindliche Viehweide (1874). Nachdem er 1844-52 am Hof zu Schwerin thätig gewesen, ließ er sich in Berlin nieder.

Kummer, Karl Robert, Landschaftsmaler, geb. 30. Mai 1810 zu Dresden, sah sich, da die Dresdener Akademie damals keinen Lehrer für das Fach der Landschaft bot, in seiner Ausbildung zunächst auf sich selbst angewiesen, erlangte aber durch einen Kunstfreund die Möglichkeit, nach Tirol zu reisen, von wo er mit Hülfe eines Stipendiums der Regierung 1831 nach Italien ging und bis 1837 eifrig nach der Natur studierte. Dazwischen fällt ein längerer Aufenthalt in Ungarn, Slawonien und Kroatien. 1843 kehrte er nach Dresden zurück, machte andre Studienreisen, 1851 nach Schottland, 1859 mit dem Prinzen Georg von Sachsen nach Portugal und 1867 nach Ägypten, indem er überall zahlreiche Skizzen für seine spätern Ölbilder und Aquarelle entwarf. Seine Landschaften aus dem südlichen Europa wie aus Holland und namentlich aus Schottland sind von großer ↔ Wahrheit der Zeichnung und von trefflicher Wiedergabe der Atmosphäre und Beleuchtung, z. B.: zwei große Bilder aus Montenegro, der See von Skutari mit dem albanesischen Gebirge, aus Portugal das Schloß Cintra mit den maurischen Burgen sowie ein jenem Prinzen gewidmetes Aquarellenalbum, aus Schottland mehrere Küstenpartien, aus Sicilien ein Sturm am Strand von Palermo, zwei treffliche Bilder aus Schottland und aus der Schweiz im Museum zu Leipzig u. a. 1847 wurde er Ehrenmitglied der Akademie und 1859 Professor in Dresden.

Kundmann, Karl, Bildhauer, geb. 15. Juli 1838 zu Wien, genoß anfangs den Unterricht Franz Bauers an der dortigen Akademie und ging dann 1860 nach Dresden, wo er bis 1865 Hähnels Schüler war. Neben einem Relief: Chiron und Achilles, und einigen dekorativen Statuen für die dortige Kunstschule war es besonders die Gruppe des barmherzigen Samariters, welche durch die Reinheit der Linien und der Form und die Tiefe der Empfindung ihn vorteilhaft bekannt machte und ihm ein Reisestipendium für Rom verschaffte. Vor Beginn dieser Reise schuf er einige allegorische Figuren für die Schwarzenbergbrücke in Wien und eine Statue des Kaisers Rudolf für das Arsenal. In Rom, wo er 1865-67 verweilte, entstanden eine zweite Statue für das Arsenal und die erste Skizze zu seinem nachmaligen Meisterwerk, dem Schubert-Denkmal, das, nach einer veränderten Skizze in Marmor ausgeführt, 1872 im Stadtpark zu Wien errichtet wurde. Künstlerisch von gleicher Bedeutung ist sein andres Meisterwerk, das eherne Denkmal des Admirals Tegetthoff in Pola, das den Sieger bei Lissa in voller Lebenswahrheit und Kraft darstellt, mit den vier Kolossalfiguren des Kriegs, des Meers, des Ruhms und des Siegs am Sockel. Unter seinen übrigen, weniger bedeutenden Schöpfungen nennen wir noch: eine Statue des Prinzen Eugen und des Grafen Boucquoy (beide für das Arsenal), einige Reliefs mythologischen Inhalts und mehrere treffliche Büsten, z. B. des Chemikers Redtenbacher und des Malers Joseph Führich. Er ist seit 1872

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 314.