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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Lamorinière; Landelle; Landgrebe; Lang

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Lamorinière - Lang.

Lamorinière (spr. -jär), Jean Pierre François, belg. Landschaftsmaler, geb. 28. April 1828 zu Antwerpen, empfing seine Ausbildung auf der Akademie daselbst und studierte dann nach der Natur. Er zeichnet sich in der realistischen Darstellung meistens flacher Gegenden durch eine sehr ansprechende Komposition und eine feine Stimmung aus, z. B.: Gegend bei Spaa, Gegend bei Edeghem (Museum in Brüssel), Weide, Wiese, Sumpflandschaft, Morgen in den Ardennen u. a.; bisweilen aber zeigt er sich unter dem Einfluß der Manier des geschichtlichen Genremalers Leys einseitig und unfrei und sucht dessen Geschmack in der Landschaft nachzuahmen, z. B. in dem Bilde: Dämmerungseffekt. 1878 stellte er in Paris drei ihn völlig charakterisierende Bilder: die ersten Herbsttage, Ansicht von der Insel Walcheren und Einsamkeit, aus. In letzter Zeit malte er die Wartburg bei Eisenach (Privatbesitz in Antwerpen). Als Radierer ließ er zu London ein Album in 24 Blättern erscheinen. 1857 erhielt er in Brüssel die goldne Medaille, wurde später Offizier des Leopoldordens und Kommandeur des österreichischen Franz-Joseph-Ordens.

Landelle (spr. langdäl), Charles, franz. Historienmaler, geb. 2. Juni 1821 zu Laval (Mayenne), Schüler Delaroches, malt Bilder aus der heiligen wie aus der profanen Geschichte und zahlreiche Porträte, die oft als kokette, lüsterne Genrebilder auftreten. In seinen religiösen Bildern strebt er in der Weise Ary Scheffers nach einem gewissen Adel der Erscheinung und einer Innigkeit des Ausdrucks, die aber selten über eine weichliche Empfindsamkeit hinauskommt. Eins der besten seiner frühesten Bilder sind die heiligen Frauen, die zum Grab Christi wandeln (1845), sodann: Fra Angelico da Fiesole (1842), Christus und die Apostel Johannes und Petrus (1850), die Ruhe der heil. Jungfrau (1850), die Vorahnung der heil. Jungfrau (1859, Museum des Luxembourg), die in Babylon gefangenen Frauen von Jerusalem (1859), Besuch des Kaisers und der Kaiserin in der Spiegelmanufaktur St. Gobain u. a. ↔ sowie aus jener frühern Zeit schon die Lorettenbilder: Heute und morgen (1846), das Erwachen, Venus etc. 1865 machte er eine Reise nach Kleinasien und brachte seitdem neben den Historienbildern auch viele charakteristische Gestalten jener Gegenden, z. B.: Armenierin vom Kaukasus, Fellahweib, der Gefangene von Tanger, die Almeh von Kairo (1872); dazu kommen als Wandgemälde die Gestalten des Gesetzes, der Gerechtigkeit und des Rechts im Palast des Staatsrats (1871 zerstört), sechs Superportenbilder im Palais de l'Elysée, andre 1871 ebenfalls zerstörte im Hôtel de Ville, und für die Kirche St. Sulpice die Skizze: Traum und Tod des heil. Joseph (1875). Unter den aus verschiedenen Zeiten seiner Thätigkeit stammenden Porträten nennen wir nur die bekannten Persönlichkeiten: Baron Stackelberg, Admiral Baudin, Frau Achille Fould, die Herzogin von Broglie, Alfred de Musset und die Gräfin Fitz-James, unter denen besonders die weiblichen meisterhaft sind. 1879 stellte er zwei herrliche Personifikationen des ruhigen und des stürmischen Meers aus. Nach zahlreichen Medaillen wurde er 1855 Ritter der Ehrenlegion.

Landgrebe, Gustav Adolf, Bildhauer, geb. 27. Dez. 1837 zu Berlin, war Schüler der dortigen Akademie und des Bildhauers Aug. Fischer, trug 1865 den großen Staatspreis der Akademie davon und bildete sich von 1865-68 in Rom weiter aus. Nach Berlin zurückgekehrt, schuf er in den Skulpturensälen des ersten Geschosses der Nationalgallerie mehrere Medaillons in Stuck, bezüglich auf die Geschichte der griechischen Skulptur.

Lang, 1) Heinrich, Architekt, geb. 1824 zu Neckargemünd bei Heidelberg, erlernte die Baukunst auf dem Polytechnikum in Karlsruhe unter Hübsch und Eisenlohr, machte dann Studienreisen in Frankreich, England und Italien und baute nachher zahlreiche öffentliche Gebäude in Karlsruhe, Freiburg und Heidelberg. Er ist Ritter des Zähringer Löwenordens, Oberbaurat und Professor am Polytechnikum in Karlsruhe, Ehrenmitglied des Instituts der britischen Architektur.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 319.