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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Laugée; Laurens

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Laugée - Laurens.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Laufberger'

und Holzschnitt, die, mit flottem Pinsel und malerischem Gefühl ausgeführt, verdientes Aufsehen erregten. Später arbeitete er auf dem humoristischen Gebiet viel für den »Figaro«. 1862 bereiste er Deutschland, Belgien, England, Frankreich und 1863 Italien, wo das Studium der Renaissancezeit so nachhaltig auf sein feines dekoratives Gefühl wirkte, daß er sich fortan mit Vorliebe der Monumentalmalerei zuwandte. So entstand zunächst für das Neue Opernhaus der reizende Vorhang zur komischen Oper, sodann die Außendekorationen (Sgraffito) und die Deckenmalereien im Treppenhaus des Österreichischen Museums, die Kartons zu dem riesigen Glasgemälde über dem Hauptportal des Weltausstellungspalastes und zahlreiche geschmackvolle Malereien in Privathäusern Wiens. Von seinen sonstigen Genrebildern nennen wir noch: Bauernkongreß vor einem Wirtshaus, der alte Junggeselle (1860), gemütliches Plätzchen, Genoveva im Wald, Sommerabend im Prater (1864), Gebirgsreisende etc. 1866 wurde er akademischer Rat und 1868 Professor der Malerei an der Kunstgewerbschule in Wien.

Laugée (spr. lohschéh), Désiré François, franz. Historien- und Genremaler, geb. 25. Jan. 1823 zu Maromme (Seine-Inférieure), besuchte die Schule Delatour in St. Quentin, war in Paris Schüler Picots und der École des beaux-arts und bereiste nachher Belgien und England. Nachdem er anfangs romantische Stoffe behandelt hatte, ging er zum Genre über und bewegte sich mit Vorliebe in der Schilderung des Bauernlebens und der niedern Stände, das er sowie später auch Scenen aus der Geschichte der Heiligen in schlichter, sehr naturwahrer Weise behandelt. Derartige Bilder aus den 50er Jahren sind: die Ermordung Riccios, der Tod Zurbarans, Belagerung von St. Quentin, Tod Wilhelms des Eroberers, der Maler Le Sueur bei den Kartäusermönchen, das Frühstück des Schnitters, auf der Thürschwelle, die Marodeure, die Reitstunde; aus den spätern Jahren: das Nelkenpflücken, die frohe Nachricht, Episode aus dem Krieg in Polen 1863, die ↔ heil. Elisabeth von Frankreich, die den Armen die Füße wäscht (Hauptbild), und neuerdings: der Hymnus auf die heil. Cäcilie, die junge Haushälterin, der Engel als Rauchfaßträger (1876). Dazu kommen zahlreiche Bildnisse und Wandgemälde in der Kirche St. Pierre et Paul zu St. Quentin, in der Dreifaltigkeitskirche zu Paris, wo er 1876 das Martyrium des heil. Dionysius voll Leben und dramatischer Bewegung darstellte. Nachdem er zahlreiche Medaillen erhalten, wurde er 1865 Ritter der Ehrenlegion.

Laurens (spr. lorängss), 1) Jules Joseph Augustin, franz. Maler und Lithograph, geb. 1825 zu Carpentras (Vaucluse), war Schüler seines Bruders Joseph Bonaventura L. und von Paul Delaroche. Am bekanntesten ist er durch seine landschaftlichen Bilder aus Persien und der Türkei, die Früchte seiner 1846-49 auf Kosten der Regierung dorthin unternommenen Reise, die er 1854-60 als Ansichten, später auch in einem Reiseportefeuille, verbunden mit Darstellungen aus Frankreich, England und Italien, und in zahlreichen Ölbildern brachte. Schon in den 50er Jahren begann er auch zu lithographieren nach vielen neuern Meistern. Zu seinen hervorragendsten, großenteils orientalischen Bildern gehören: auf dem Weg nach Teheran, das Schwarze Meer bei Sinope, Ansicht der Grande Chartreuse, die Ufer der Donau, Landschaft im ehemaligen Comtat Venaissin, befestigtes Dorf in Chorassan, auf den Dächern von Teheran, ein türkischer Friedhof, der Winter in Persien (1867), aus der Vorstadt Ejub in Konstantinopel, der Bosporus u. a. Unter seinen zahlreichen Lithographien nennen wir nur: die Tränke, nach Rosa Bonheur; Velleda, nach Cabanel; der entwaffnete Amor und Sommervergnügen, nach Diaz; Kühe in der Normandie, nach Troyon; der Abend, nach Corot, etc. Er erhielt mehrere Medaillen und 1868 das Kreuz der Ehrenlegion.

2) Jean Paul, franz. Historienmaler, geb. 29. März 1838 zu Fourquevaux (Haute-Garonne), war anfangs Schüler der École des beaux-arts in Toulouse, später in Paris Schüler von Cogniet und Bida, malt großartige, stark

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 323.