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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Lazerges; Le Clear; Leader; Lebourg; Lechesne

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Lazerges - Le Clear.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Lay'

beliebte Porträte namhafter Persönlichkeiten und mehrere sowohl in der Zeichnung wie im Kolorit gerühmte graziöse Genrebilder, gewöhnlich nur von wenigen Figuren, z. B.: der Brief, das Fenster, die beiden Freunde.

Lazerges (spr. lasärsch), Jean Raymond Hippolyte, franz. Historienmaler, geb. 5. Juli 1817 zu Narbonne, konnte als Sohn eines Bäckers erst im 20. Jahr es durchsetzen, nach Paris zu gehen, um sich der Kunst zu widmen. Hier wurde er Schüler von David d'Angers und von Bouchot und debütierte 1841 mit einem Porträt. Abgesehen von einigen Schilderungen aus dem Orient, malt er fast nur religiöse Bilder von ernster, würdevoller Auffassung, aber oft ohne große Tiefe des Ausdrucks. Unter den zahlreichen Schöpfungen dieses Faches nennen wir nur: Tod der heil. Jungfrau (1853, Kapelle der Tuilerien), Abnahme vom Kreuz (im Luxembourg), Ecce homo, Bestattung des heil. Sebastian, Susanna im Bad, Stabat mater, Auferstehung Christi (1875) u. a.; ebenso unter seinen Orientbildern: Kabylen in der Ebene von Metidschah, Karawane der Kabylen (1876), Tanz der Aissaouas etc. An monumentalen Malereien führte er mehrere in der Wallfahrtskirche au bon secours bei Rouen, in der Kapelle des Klosters der Frauen der Vorsehung zu Rouen und im Theater zu Nantes aus. Er ist zugleich Musiker und Komponist und Schriftsteller. 1867 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Leader (spr. lihdr), Benjamin William, engl. Landschaftsmaler, geb. 1831 zu Worcester, besuchte die dortige Zeichenschule und von 1854 an die Akademie in London, wo er schon in demselben Jahr sein erstes Bild, die Seifenblasen, ausstellte. Seine Arbeiten verraten zwar keine große Freiheit und Gewandtheit, aber eine fleißige Behandlung und eine feine Empfindung, z. B.: das Vogelstellen, der Bergstrom (1857), Partie aus Worcestershire (1860), der Kirchhof (1863), die Themse bei Stratley (1874), Schafe auf der Weide in Nordwales, das Wetterhorn (1875), ein Novemberabend (1876), Luzern, Lauterbrunnen und andre aus der Schweiz. ↔

Lebourg (spr. löbúhr), Charles Auguste, franz. Bildhauer, geb. 29. Nov. 1830 zu Nantes, war in Paris Schüler von Rude und debütierte in der Ausstellung von 1853. Seine zahlreichen Bildwerke, lyrischen, mythologischen und kirchlichen Inhalts, sind von geistvoller Auffassung und höchst graziöser Behandlung, z. B.: ein Negerknabe, der mit einer Eidechse spielt (1853), eine gallische Jungfrau, die zum Opfer geht (Marmorstatue 1859), Danae (1861), der heil. Jacobus in Sandstein für die Dreifaltigkeitskirche, ein junger Vogelsteller, der einer Schwalbe die Freiheit schenkt, die Spiele der Liebe (Terrakotte), der Kentaur Eurytion, der die Braut des Pirithoos raubt (1869, Gipsgruppe), die Priesterin des eleusinischen Tempels (Gips, 1870), Äolos und Thetis (Terrakotterelief), viele Porträtbüsten und dekorative Bildwerke für öffentliche und Privatgebäude.

Lechesne (spr. löschän), Auguste, franz. Bildhauer, geb. 1815 zu Caen (Calvados), widmete sich in Paris der Skulptur und machte sich zuerst 1840 durch einen geschmackvollen Fries für die Maison dorée in Paris bekannt sowie durch Ornamentierung von Gebäuden vermittelst Laubwerk und Tiergestalten. Andre Bildwerke von ihm, die großen Beifall fanden, sind: Liebe und Eifersucht (1848, Kampf zwischen Vögeln), Während des Schlafs, Schmerz und Kampf (1849), Eberjagd, Sieg und Dankbarkeit (1853) und zwei Gruppen von Nestausnehmern (in Bronze, 1857). 1855 wurde er Ritter der Ehrenlegion. - Auch sein Sohn und Schüler Henri L. machte sich als Bildhauer bekannt durch einige Jagdkompositionen und Allegorien.

Le Clear (spr. lĕ-klíhr), Thomas, amerikan. Porträtmaler, geb. 1818 zu Owego (New York), malte schon als Knabe sehr gute ideale Köpfe, kam mit seinen Eltern nach London in Oberkanada, wo er Porträte malte, aber kein sonderliches Glück machte, bis er sich 1839 in New York niederließ, wo er größere Anerkennung fand und nebenbei auch Genrebilder malte. Unter den Porträten namhafter Persönlichkeiten befinden sich das

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 325.