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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Leloir; Leman

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Leloir - Leman.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Leleux'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

entlehnten überaus zahlreichen Bilder schildern Land und Leute mit entschieden malerischem Talent, sehr charaktervoll, aber in der Zeichnung oft etwas flüchtig. Zu den ihn am besten charakterisierenden gehören: Hochzeit in der Bretagne (1863, Museum des Luxembourg), Begräbnis in der Bretagne (1867), der Hufschmied und aus dem letzten Decennium: Frühlingsblumen, ein Speisesaal in Crénille (Seine-et-Marne), Markttag im Departement Finistère, der Col d'Anterne bei Chamonix, Beduinen von Hunden angegriffen, Waschfrauen in Bern (1878). Er erhielt mehrere Medaillen und wurde 1855 Ritter der Ehrenlegion.

2) Armand, franz. Genremaler, Bruder des vorigen, geb. 1818 zu Paris, Schüler von Ingres, den er 1834 nach Rom begleitete, wo er zwei Jahre bei ihm blieb. Seine meistens aus dem italienischen Klosterleben entlehnten Bilder (häufig Interieurs) sind geistreich und fesselnd, wenn auch oft etwas flüchtig in der Zeichnung, aber stets meisterhaft in der Beleuchtung der Räume und im Helldunkel. Dahin gehören: mehrere Interieurs eines Ateliers, Inneres der Apotheke eines Kapuzinerklosters in Rom (1863, im Museum des Luxembourg), die Schachpartie, Küche eines Franziskanerklosters (1864), die Zeichenstunde (1865), die Beichte, der Gerichtsschreiber, der Seifensieder (1867), die Ernte, die Konsultation u. a. Er erhielt mehrere Medaillen und 1860 das Ritterkreuz der Ehrenlegion. - Seine Gattin Emilie L., geborne Giraud aus Genf, war dort Schülerin von Lugardon und später ihres Gemahls. Sie malt geistvolle Genrescenen, häufig aus dem 18. Jahrh., z. B. die seit 1859 ausgestellten Bilder: eine Matinée im 17. Jahrhundert, der Fußkuß an der Statue Petri in Rom, die Zeitungslektüre, die Musikprobe, der verstohlene Kuß, der Nachmittag im Schloß, Madame Dubarry bei J. J. Rousseau (1875) und mehrere Porträte.

Leloir (spr. löloa'hr), 1) Jean Baptiste Auguste, franz. Historienmaler, geb. 27. Juli 1809 zu Paris, Schüler Picots und der École des beaux-arts, debütierte ↔ 1835 mit einem Porträt und brachte nachher großenteils religiöse Historienbilder, die der Raffaelschen Formenschönheit nachstreben; z. B.: Ruth und Naemi, die klugen und die thörichten Jungfrauen, die heil. Cäcilie, das Abendmahl, eine Christenfamilie den wilden Tieren preisgegeben, Maria und Johannes nach dem Tod Christi (1855), die Abreise des jungen Tobias (1857), Jeanne d'Arc im Kerker, Vermählung der heil. Jungfrau (in St. Jean zu Belleville), gefangene Athener in Syrakus. Dazu kommen einige Genrebilder: eine Taufe im 17. Jahrhundert und der heil. Einsiedler, beide sehr humoristisch (1878), und verschiedene dekorative Malereien in den Kirchen St. Germain l'Auxerrois, St. Merry sowie in St. Jean zu Belleville (1874). Seit 1870 ist er Ritter der Ehrenlegion. - Seine Gattin Héloise L., geborne Colin, geboren um 1820 zu Paris, die seit 1835 mehrere Aquarelle aus Nîmes ausstellte, wo ihre Eltern damals wohnten, hat sich durch Genrebilder, Porträte und allegorische Gegenstände einen Namen gemacht.

2) Louis Auguste, Sohn des vorigen und seiner Gattin Héloise, geb. 15. März 1843 zu Paris, Schüler seines Vaters, malte bis jetzt sehr ansprechende Scenen aus dem Alten und Neuen Testament und Genrebilder von trefflicher Auffassung, Individualisierung und Beleuchtung, darunter auch mehrere Aquarelle. Dahin gehören: der bethlehemitische Kindermord (1863), Daniel in der Löwengrube, das Ringen Jakobs mit dem Engel u. a. Später näherte er sich mehr der Weise Meissoniers und stellte z. B. aus: die Versuchung des heil. Antonius, der Geburtstag des Großvaters, der Sklave, eine Taufe (1873), Fischer von Tréport, eine Kartenpartie (1877), die Ruhe u. a. 1876 wurde er Ritter der Ehrenlegion. - Auch sein Bruder Maurice L. brachte seit 1876 einige historische Genrebilder, z. B. Robinson Crusoe und letzte Reise Voltaires nach Paris.

Leman (spr. lömáng), Jacques Edmond, franz. Maler im Porträt und historischen Genre, geb. 15. Sept. 1829 zu L'Aigle (Orne), debütierte in der Ausstellung von

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 331.