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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Magnussen; Maignan; Maillet; Maindron

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Magnussen - Maindron.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Magaud'

tigen Kunstschule, später in Paris Schüler Cogniets. Unter seinen überaus zahlreichen Werken, die besonders in den öffentlichen Gallerien Frankreichs zerstreut sind, nennen wir aus der biblischen und heiligen Geschichte nur: Episode aus dem bethlehemitischen Kindermord (1842), Abnahme Christi vom Kreuz (1845), Mater dolorosa (1852), der heil. Bernhard predigt den Kreuzzug in Vezelay (1864), Paulus in Athen; aus der Zahl seiner übrigen Bilder: aus der Umgegend von Marseille (1841), gefangene Christen (1844), Frauen an der Quelle (1846), eine Scene aus Dantes »Purgatorio«, die Schöffen von Marseille während der Pest von 1720 (1860), Condé auf dem Schlachtfeld von Rocroy sowie eine Menge dekorativer Arbeiten in öffentlichen Gebäuden von Marseille. Er ist seit 1859 Direktor der Kunstschule seiner Vaterstadt.

Magnussen, Christian Karl, Genre- und Porträtmaler, geboren zu Bredstedt (Holstein), machte seine Studien in Paris unter Couture und nach den Werken Rembrandts im Louvre; dann ging er nach Rom, lebte längere Zeit in Hamburg, jetzt in Schleswig, wo er einer von ihm gegründeten Holzschnitzschule vorsteht. Einige seiner besten Genrebilder sind im Privatbesitz zu Hamburg, z. B.: die alte Wahrsagerin, Pifferari, Aus der Stadt heimkehrende Landleute und mehrere treffliche Porträte.

Maignan (spr. mänjáng), Albert, franz. Historienmaler, geboren zu Beaumont (Sarthe), Schüler von Jules Noël und von Luminais, malte anfangs mehrere Skizzen aus Spanien und wandte sich dann, wenn auch mit ungleichem Glück, zu historischen Darstellungen, von denen nur einige sich allgemeine Anerkennung erwarben. Die bedeutendsten derselben sind: Abfahrt der Normannenflotte zur Eroberung Englands (1874), Beschimpfung der Gefangenen (1875, Scene aus dem Kreuzzug gegen die Albigenser), Friedrich Barbarossa zu den Füßen des Papstes vor der Marcuskirche in Venedig (1876) und (1878) der auch in der Komposition verfehlte Christus als Tröster der Betrübten. Neuerdings wurde er für die Ausschmückung des kürzlich geschaffenen Museums ↔ in Belfort mit einem großen Bild aus der Geschichte der Stadt beauftragt.

Maillet (spr. majäh), Jacques Léonard, franz. Bildhauer, geb. 12. Juli 1823 zu Paris, Schüler von Fauchère und Pradier, erhielt 1847 den großen Preis für Rom, wo er sich weiter ausbildete. Von dort sandte er die im Luxembourg befindlichen herrlichen Bildwerke: Agrippina und Caligula sowie Agrippina mit der Asche des Germanicus. Unter seinen übrigen sehr gerühmten Arbeiten, die zum Teil in den Louvre, in die Tuilerien und verschiedene Kirchen von Paris kamen, nennen wir: die Statuen der Wissenschaft und der Abundantia, eine Jägergruppe in Bronze, Statue des Königs Jérôme am Denkmal der Familie Napoleons in Ajaccio (1864), eine Gipsgruppe: Cäsar (1877), Satyr und Amor und dekorative Bildwerke in den Kirchen St. Severin, Ste. Clotilde, St. Leu, in der Neuen Oper etc. Auf den Ausstellungen erhielt er mehrere Medaillen und 1861 das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Maindron (spr. mängdróng), Etienne Hippolyte, franz. Bildhauer, geb. 16. Nov. 1801 zu Champtoceaux (Maine-et-Loire), kam erst 1825 nach Paris, wo er in der École des beaux-arts die Kupferstecherkunst erlernte. Dann trat er, um Bildhauer zu werden, in das Atelier von David d'Angers und debütierte 1834 mit der Gipsstatue eines von einer Schlange gebissenen Hirten, die er nachher in Marmor ausführte. Zu den bedeutendsten seiner übrigen Bildwerke gehören zunächst die im Garten des Luxembourg befindliche Velleda (1839, spätere Wiederholung im Museum daselbst), in welcher er den gallischen Typus an die Stelle des griechischen Ideals setzte, eine Statue Senefelders, eine Genoveva, die den Attila entwaffnet (Kolossalgruppe für die Kirche Ste. Geneviève), Statue des Generals Auguste Colbert (1849), Pygmalion und Galatea, der verliebte Löwe (1860), die Marmorstatue der Resignation Frankreichs (1874), die Zukunft (1875, Gipsgruppe) und zahlreiche in streng-kirchlichem Stil gearbeitete religiöse Bildwerke, z. B.: ein kolossaler Christus am Kreuz und 32 Statuen für

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 349.