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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Millet; Millner; Mills; Milmore; Minisīni; Minnigerode

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Millet - Minnigerode.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Miller'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 3)

Paris aus mit Bonpland 1799 seine große Forschungsreise nach Südamerika antrat, und die noch unvollendete Statue des Albertus Magnus für dessen Geburtsstadt Lauingen (Schwaben); unter den neuerdings von ihm gegossenen Werken z. B. die Quadriga auf dem Dresdener Theater und die Reiterstatue König Wilhelms, von Halbig (in Kannstatt). Er ist Ritter des württembergischen Friedrichsordens.

Millet (spr. miläh), Aimé, franz. Bildhauer, geb. 1816 zu Paris, Schüler von David d'Angers und vom Architekten Viollet le Duc, betrieb anfangs neben der Skulptur auch die Malerei und stellte in letzterer Kunst 1842-52 aus, ohne große Erfolge zu erringen. Größern Ruf dagegen erlangte er in der Plastik schon mit seinem ersten Werk, einer Bacchantin (1845), der dann später ein Narciß, eine Statue der Ariadne (1857, im Luxembourg), ein Merkur, eine Statue der bürgerlichen Justiz, ein Rosen entblätterndes junges Mädchen für ein Grabmal auf dem Montmartre, eine kolossale Apollongruppe für die Neue Oper, eine in Kupfer getriebene Statue des Vercingetorix in Alise Ste. Reine (Côte d'Or), Marmorgruppe der Kassandra und Minerva (seit 1879 ebenfalls im Luxembourg) folgten. Sein interessantestes, gelungenstes Werk ist wohl die in St. Malo 1875 errichtete Statue des auf einem Felsen sitzenden Dichters Chateaubriand. Auf der Ausstellung von 1878 hatte er außer jener Kassandra eine Bronzestatue des Rocafuerte, ehemaligen Präsidenten der Republik Ecuador, und eine geistvolle Büste der George Sand. 1859 wurde er Ritter und 1870 Offizier der Ehrenlegion.

Millner, Karl, Landschaftsmaler, geb. 1825. Unter seinen Bildern, von denen viele nach Nordamerika gingen, nennen wir: Abend auf der Kampenwand (Alpenglühen), Scheibenwand in Bayern, die Teufelsbrücke am St. Gotthard, Partie am Untersberg, der Bärensee bei Niederaschau, Felsenpartie bei Splügen in glänzender Abendbeleuchtung und das Oythal bei Oberstdorf im Algäu. M. strebt in seinen namentlich aus den bayrischen und Tiroler Alpen entlehnten Landschaften ↔ nach der Wiedergabe der Natur in voller, ungeschminkter Wahrheit und zeigt in der Wahl seiner Motive viel Geschmack; besonders trefflich weiß er das Gestein und die Felsen zu behandeln. Durch eine große Beherrschung der Technik wird er allerdings auch zu produktiv und geht in einigen Bildern zu sehr auf den Effekt aus.

Mills, Clark, amerikan. Bildhauer, geb. 1815 im Staat New York, war anfangs Stukkaturarbeiter in Charleston, begann 1835 das Modellieren in Thon und stellte 1846 eine Büste aus, für die er die goldne Medaille erhielt. In Washington erhielt er vom Kongreß den Auftrag für eine Reiterstatue Jacksons, die, in Bronze ausgeführt, 1853 vollendet wurde; später die 1860 enthüllte Statue Washingtons (daselbst) und eine nach Crawfords Zeichnung in Bronze ausgeführte Statue der Freiheit auf der Kuppel des dortigen Kapitols, welche freilich europäischen Ansprüchen schwerlich genügen.

Milmore (spr. millmohr), Martin, amerikan. Bildhauer, geb. 1845 zu Boston, wurde 1860 Schüler von Thomas Ball, bildete sich dann eine Zeitlang in Rom weiter, wo er mehrere Büsten namhafter Persönlichkeiten anfertigte, und erhielt nach seiner Rückkehr den Auftrag für das Kriegerdenkmal in Boston (enthüllt 1877), das er in sehr geschickter, poetisch gedachter Weise ausführte. Ein zweites Kriegerdenkmal von ihm ist in Roxbury (Massachusetts). Besonders gerühmt werden seine Idealgestalten: Ceres, Flora, Pomona (in Boston), seine Kindergestalten und Porträtbüsten.

Minisīni, Luigi, ital. Bildhauer, geb. 22. Mai 1817 zu San Daniele in Friaul, Schüler von Zandomeneghi in Venedig, schuf manche sehr anmutige ideale und allegorische Bildwerke, z. B. das betende Kind, der schlafende Jesusknabe, die Schamhaftigkeit, die Dankbarkeit sowie mehrere Statuen und Denkmäler für den Dom in Pavia und die Kathedrale von Udine.

Minnigerode, Ludwig, Genremaler, geb. 12. April 1847 zu Stryi (Galizien), bildete sich auf der Akademie in Wien unter Engerth und ließ sich dort nieder. Seine Genrebilder sind von feiner Zeich-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 373.