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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Mohn; Mohr; Möller

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Mohn - Möller.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Minnigerode'

nung und sorgfältiger Ausführung, wenn auch im Farbenton manchmal etwas flau. Es sind namentlich: das Tête-à-tête, das Morgenbad, die eifrige Leserin und der studierende Mönch (1874). Im Speisesaal der kaiserlichen Hofburg in Wien malte er einen der zwölf Regenten aus dem österreichischen Haus: Maximilian I.

Mohn, 1) Ernst Fürchtegott, Kupferstecher und Radierer, geb. 10. Jan. 1835 zu Pieschen bei Dresden, besuchte die dortige Akademie, war Schüler von Julius Hübner und von Gruner. Er stach bis jetzt in Linienmanier einige Blätter für das »Art Journal«, ein männliches Porträt (Halbfigur) nach Velazquez im Museum zu Dresden und kleinere Sachen, außerdem mehrere Blätter, nach Öhmichen, Meißner, Philips u. a. radiert oder in gemischter Manier gestochen.

2) Victor Paul, Landschaftsmaler, geb. 17. Nov. 1842 zu Meißen, besuchte 1858-66 die Akademie in Dresden, genoß 1861-66 den Unterricht Ludw. Richters und bildete sich dann bis 1869 in Rom weiter aus. Unter seinen sehr anmutigen Landschaften von warmem Kolorit sind zu erwähnen: Ostermorgen in der Campagna, Torre del Quinto bei Rom (1871), ein Frühlingssonntag, die Hochzeitsreise (1876). Außerdem malte er bis jetzt einige dekorative Arbeiten in Sgraffito und Fresko sowie Wandmalereien im Hoftheater zu Dresden (1876-77).

Mohr, Christian, Bildhauer, geb. 1823 zu Andernach, lernte seine Kunst in Köln, beschränkte sich aber anfangs in Mainz und Koblenz auf ornamentale Skulpturen, bis er 1845 sich in Köln niederließ, wo er sich durch seine Arbeiten für den Dom bald einen Namen machte und Dombildhauer wurde. Die bedeutendsten dieser für den Dom wie für andre Kölner Kirchen ausgeführten Arbeiten, in denen er die Strenge des kirchlichen Stils mit künstlerisch geschmackvoller Formbildung vereint, sind die 59 knieenden und sitzenden Engel in den Hohlkehlen des südlichen Domportals von reichster Mannigfaltigkeit der Symbolik, die Statuen des Petrus und acht andrer Heiligen, die Passionsgeschichte im Giebelfeld des ↔ Portals (nach Schwanthalers Entwurf) und die Figuren am Sarkophag des Erzbischofs Konrad von Hochstaden in der Johanniskapelle des Doms; dazu kommen die Ritterstatuen für das Schloß Herdringen, die Statuen der Familie von Hohenzollern-Sigmaringen, der Brunnen auf dem Markt zu Lübeck und zahlreiche Porträtbüsten.

Möller, 1) Heinrich Herm. Christian, Bildhauer, geb. 1835 zu Altona, wuchs bei der Dürftigkeit seiner Eltern ohne allen Unterricht auf und mußte sich durch verschiedene Beschäftigungen und häusliche Dienste sein Brot erwerben, bis Dr. Ferd. Hesse in Altona ihm vielfachen Unterricht geben ließ und ihn einem Bildschnitzer in München anvertraute. Da er aber noch keinen akademischen Unterricht genossen, so ging er einstweilen, 22 Jahre alt, nach Dresden, wo er nach einigen Jahren Schillings Schüler wurde. Dann bereiste er England, Belgien, Holland, Skandinavien und kurze Zeit Italien und ließ sich in Dresden nieder. Unter seinen fast nur der idealen Plastik angehörenden Werken sind zu nennen: die lebensvolle, naive Gruppe eines Satyrs, der einen Faun Becken schlagen lehrt, und dazu das Gegenstück: weiblicher Faun mit Satyrknaben, Hans Sachs (Statuette), das Lornsen-Denkmal in Rendsburg, Amor auf dem Anstand, Pan als Schalmei-Erfinder, Empfang alter Frauen (Relief im Heine-Asyl zu Hamburg) und (1880) ein Siegesdenkmal in Altona, bestehend aus einem sterbenden Krieger mit einer Victoria.

2) Karl Heinrich, Bildhauer, geb. 22. Dez. 1803 zu Berlin, lernte anfangs im Atelier seines Vaters, besuchte dann die Akademie daselbst und arbeitete 1827-40 in Rauchs Atelier. 1855 besuchte er Paris und 1872 Italien. Abgesehen von einigen kleinern Kompositionen und Porträten, sind seine bedeutendern Werke die Gruppe auf der Berliner Schloßbrücke: Pallas reicht dem Kämpfer die Waffen (freilich keine der besten der acht Gruppen), die Figur der Wahrheit auf dem Dach des Berliner Schlosses, die sehr gelungenen allegorischen Statuen der Mathematik und der Naturwissenschaft auf dem Universitäts-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 374.