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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Mothes; Motte; Mottez; Mouilleron; Moulin

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Mothes - Moulin.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Möst'

werke Michelangelos, Canovas und Thorwaldsens. Nach seiner Rückkehr folgten zunächst wieder einige sehr gelungene Büsten und sein erstes größeres Werk: die Gruppe der Minerva mit Handel und Industrie auf der Eisenbahnbrücke in Mannheim, die ihm einen bedeutenden Namen machte und andre Arbeiten nach sich zog. Es sind namentlich: die Gruppe des Triumphs der Galatea in Karlsruhe, das Kriegerdenkmal in Mannheim und als sein Hauptwerk das eherne Siegesdenkmal in Freiburg i. Br. (enthüllt 1876), bestehend aus vier kolossalen Kriegerfiguren, sowie das 1879 enthüllte eherne Kriegerdenkmal in Pforzheim, bestehend aus einem altgermanischen Krieger von herkulischer Gestalt. Er ist seit 1872 Professor in Karlsruhe, Ritter des Zähringer Löwen- und des preußischen Kronenordens.

Mothes, Oskar, Architekt und Kunstschriftsteller, geb. 27. Dez. 1828 zu Leipzig, bildete sich unter Semper in Dresden aus, baute schon 1848 eine Kirche bei Leipzig, bereiste 1851 und 1852 Italien und Spanien, gründete 1858 den Leipziger Künstlerverein und 1867 den Verein für Geschichte Leipzigs, erhielt 1865 die philosophische Doktorwürde und wurde 1870 königlich sächsischer Baurat. Nach der Rückkehr von jenen Reisen baute er in Sachsen zahlreiche Kirchen und Kapellen, ebenso die evangelische Kirche in Karlsbad, restaurierte mehrere Burgen und Schlösser und machte sich besonders verdient um die Restauration der mittelalterlichen Wandbilder im Kreuzgang des Paulinums (1868). Unter seinen kunstwissenschaftlichen Arbeiten nennen wir nur, mit Übergehung zahlreicher Artikel in architektonischen Journalen: die »Geschichte der Baukunst und Bildhauerei Venedigs« (1859-1860, 2 Bde.); »Baukunst und Bauhandwerk und ihre Geschichte« in Spamers »Buch der Erfindungen«; »Illustriertes Baulexikon« (4. Aufl. in Vorbereitung); »Die Basilikenform bei den Christen der ersten Jahrhunderte« (1865); »Französisches, deutsches, englisches technologisches Wörterbuch« (mit Rumpf, 1869-74) und »Illustriertes archäologisches Wörterbuch des Mittelalters und der Renaissance«, ↔ mit H. A. Müller (1874-78, 2 Bde.; 2. Aufl. in Vorbereitung).

Motte (spr. mott), Henri Paul, franz. Historienmaler, geboren zu Paris, Schüler von Gérôme, hat sich in den letzten Jahren durch mehrere geistreiche Bilder aus dem Altertum bekannt gemacht, die gründliche Sachkenntnis verraten, aber bisweilen etwas trocken in der Farbe sind; dahin gehören: das trojanische Pferd, Pythia (1875), Baal verzehrt die Kriegsgefangenen in Babylon, Übergang über den Rhône (1878) und eine phantastische, mit einem leichten Zug von Ironie dargestellte Episode aus der »Odyssee« von der Kirke, welche die Gefährten des Odysseus in Schweine verwandelt.

Mottez (spr. mottäs), Victor Louis, franz. Monumentalmaler, geb. 13. Febr. 1809 zu Lille, Schüler Picots und der École des beaux-arts, machte sich einen Namen durch seine bereits sehr verdorbenen Malereien auf Goldgrund in der Vorhalle von St. Germain l'Auxerrois (Kreuzigung, Bergpredigt, Ölberg, Tempellehre und Ausgießung des Heiligen Geistes), die er im Stil der Präraffaeliten ausführte, aber ohne den modernen Charakter zu verleugnen. Unter seinen übrigen Werken nennen wir als besonders gelungen das Freskobild des heil. Martinus in dessen Kapelle der Kirche St. Sulpice und die Ölbilder: Episode aus der Auferstehung und die beiden Marien. 1846 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Mouilleron (spr. muj'rong), Adolphe, franz. Lithograph, geb. 13. Dez. 1820 zu Paris, brachte zunächst 1841 einige Blätter zu Challamels »Les artistes contemporains« und begründete seinen Ruf insbesondere durch das Autodafee und andre Bilder nach Robert-Fleury, so daß er jetzt für einen der bedeutendsten Lithographen Frankreichs gilt. Seine übrigen Hauptblätter sind: die Judenschule, nach Eugen Delacroix; die Gartenecke, nach K. Bodmer (1852), und namentlich die Nachtwache, nach Rembrandts Bild im Museum zu Amsterdam (1859). 1852 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Moulin (spr. muläng), Hippolyte, franz. Bildhauer, geb. 1832 zu Paris,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 381.