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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Munkacsy

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Munkacsy.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Müller'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 12)

ersten Menschen aus dem Paradies (Gallerie in Düsseldorf), Figuren und Reliefs eines Altars in Nonnenwerth, mehrere reizende Genrestatuetten und einige sehr getroffene kolossale Porträtbüsten.

13) Leopold Karl, Genremaler, geb. 1834 zu Dresden von österreichischen Eltern, erhielt seine Ausbildung auf der Akademie in Wien unter Blaas und Chr. Ruben, versuchte sich anfangs in der Historie, vertauschte sie aber bald mit dem Genre, zu dem er sich die Vorwürfe zunächst aus Oberösterreich und Ungarn holte, Bilder, die in Zeichnung und Farbe noch sehr unvollkommen waren. Mißliche Verhältnisse veranlaßten ihn, zum Illustrieren überzugehen, worin er acht Jahre lang besonders für den »Figaro« Ausgezeichnetes leistete. Dann bereiste er Italien und Ägypten und brachte reizende Interieurs aus dem italienischen und orientalischen Volksleben, dazu auch Landschaftliches. Es sind Bilder von kraftvollem Vortrag und herrlicher Licht- und Farbenwirkung, z. B.: am Brunnen, der Flickschneider, die Lautenschlägerin, eine ruhende Karawane, Strand bei Palermo, Geistliche im Klosterhof, die letzte Tagesmühe (Belvedere in Wien), Hühner auf einer alten Mauer, Scene auf dem Marcusplatz in Venedig und namentlich (Ausstellung in München 1879) Markt in Arabien. Er ist seit 1877 Professor an der Wiener Akademie.

14) Morten, Landschaftsmaler, geb. 1828 bei Drontheim in Norwegen, bildete sich von 1849 an auf der Akademie zu Düsseldorf, bereiste wiederholt die Küstengegenden seines Vaterlands, aus denen er meistens die Motive seiner ansprechenden, gewissenhaft und geschickt ausgeführten Landschaften entnimmt, z. B.: Kiefernwald, norwegische Gletscher, Mündung des Hardangerfjords (Nationalgallerie in Christiania), Winterlandschaft (Museum in Stockholm), nächtlicher Fischfang in Norwegen, norwegischer Wasserfall mit Tannenwald (1879) u. a. Er ist schwedischer Hofmaler, Ritter des Wasaordens und Mitglied der Akademie in Stockholm.

15) Paul, Bildhauer, geb. 1843 zu Mergelstetten (Württemberg), bildete sich ↔ auf der Kunstschule in Stuttgart unter Theod. v. Wagner und in Dresden unter Schilling und debütierte 1865 mit einer Statuette, der dann mehrere andre durch Schönheit der Linien und der Formen ausgezeichnete Werke folgten, z. B.: ein schlafender Amor, Orestes von den Furien verfolgt (Fries, Gallerie in Stuttgart), Statue Goethes, die Braut von Korinth und neuerdings die sehr gerühmte kolossale Gruppe: Graf Eberhard von Württemberg im Schoß eines Hirten ruhend.

16) Rudolf, Historienmaler, geb. 28. Dez. 1816 zu Reichenberg (Böhmen), bildete sich von 1831 an in Prag unter Franz Kadlik (gest. 1840), machte 1834-38 Studien in Wien und ließ sich in Prag nieder, wo er gewöhnlich Kirchenbilder von sehr geschickter Komposition, sorgfältiger Modellierung und tiefem Gefühl malt, z. B.: die Grundsteinlegung der Karolinenthaler Kirche in Prag, Gefangennehmung Christi, Bau der durch Kaiser Karl IV. angeordneten Hungermauer, der ungläubige Thomas, St. Martinus, die erste Kommunion des heil. Wenzel, Rückkehr des heil. Adalbert nach Böhmen (Hauptbild), der heil. Joseph, die heil. Anna mit St. Simon und Judas Thaddäus, der heil. Nepomuk in seiner Hauskapelle betend u. a.

Munkacsy, Michael, ungar. Genremaler, geb. 10. Okt. 1846 zu Munkács, verlor in der Revolution seine Eltern und kam zu einem Oheim, der ihn zu einem Tischler in die Lehre gab. Nach sechs Jahren verließ er die Werkstätte, verschaffte sich Unterricht im Zeichnen und verdiente in Pest durch Porträte und kleine Genrebilder so viel, daß er auf die Akademie in Wien gehen konnte. Schon nach kurzer Zeit sah er sich genötigt, diese mit München zu vertauschen, wo er unter Franz Adam sich so rasch ausbildete, daß er für drei Genrebilder Preise gewann und imstande war, nach Düsseldorf zu gehen, wo er, durch Knaus und Vautier angeregt, sich zum Genre wandte und sich 1869 durch sein erstes größeres Bild: die letzten Tage eines Verurteilten, von großer Feinheit der Charakteristik, psychologischer Wahrheit und tief-ernster Stimmung, mit Einem Schlag einen bedeutenden Namen machte

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 386.