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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Navatel; Nazon; Neal; Neher; Nehlig

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Navatel - Nehlig.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Naumann'

Zitherspieleritt im Garten, zur Fastenzeit (ein geistlicher Herr als Angler), das Frühstück, Schmetterlingsjäger, der alte Pechvogel u. a.

Navatel, s. Vidal, Louis.

Nazon (spr. nasóng), François Henri, franz. Landschaftsmaler, geboren zu Réalmont (Tarn), war Schüler von Gleyre, malt Stimmungslandschaften in der Weise Corots, ist aber in der Farbe zu schwer und versteigt sich oft zu manierierten, bis zur Glut gesteigerten Lichteffekten, mischt auch wohl phantastische Formen von Bäumen u. dgl. ein; z. B.: die Bai von Cancale, Ufer des Tarn, Ufer der Seine u. a.

Neal (spr. nihl), David, amerikan. Architektur- und Genremaler, geb. 1837 zu Lowell (Massachusetts), ging 1861 nach München, wo er im folgenden Jahr Schüler der Akademie wurde, zwei Jahre nach der Antike studierte und später als Schüler bei seinem nachmaligen Schwiegervater Ainmiller eintrat. Unter ihm malte er verschiedene Architekturbilder, das Innere von Kirchen, z. B. sein Hauptwerk dieser Art, die Kapelle Eduards des Bekenners in der Westminsterabtei, und die Marcuskirche in Venedig. 1869 aber trat er in das Atelier Pilotys und widmete sich von da an ganz in dessen Richtung der Figurenmalerei, worin er 1876 für sein Bild: erste Begegnung der Maria Stuart und des Riccio, das auch auf mehreren Ausstellungen bewundert wurde, die große Medaille erhielt. Von seinen übrigen Bildern sind die bedeutendsten: Rückkehr von der Jagd, James Watt (1874), der Bürgermeister sowie mehrere Porträte und ideale Köpfe.

Neher, Bernhard, Historienmaler, geb. 16. Jan. 1806 zu Biberach in Württemberg, erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater und vom Maler Müller, genoß dann in Stuttgart von 1822 an den Unterricht Danneckers und Hetschs, erhielt aber seine Hauptausbildung auf der Akademie in München unter Cornelius. Infolge eines Kartons: Joseph wird von seinen Brüdern erkannt, und eines Ölbilds: Tod des Herzogs Ulrich von Württemberg bei Döffingen, erhielt er ein Reisestipendium und verweilte vier Jahre ↔ in Rom, wo er die Auferweckung des Jünglings zu Nain malte (1831, Museum in Stuttgart). Nachdem er noch Neapel besucht hatte, kehrte er nach München zurück und begründete 1833 seinen eigentlichen Ruf durch das meisterhafte Freskobild des Isarthors: Einzug des Kaisers Ludwig des Bayern nach der Schlacht von Ampfing. Bald nachher malte er für die Großherzogin von Weimar in den Dichterzimmern des dortigen Schlosses 34 Freskobilder nach Schillers und 28 nach Goethes Dichtungen. Nachdem er dann fünf Jahre Direktor der Akademie in Leipzig gewesen war, ging er 1846 als Professor an die Kunstschule in Stuttgart, deren Direktorat er 1854-79 verwaltete. Dort entfaltete er eine reiche Thätigkeit sowohl in Ölbildern wie in Kartons für Glasgemälde, die sich durch Adel der Empfindung und Auffassung sowie Großartigkeit des Stils auszeichnen. Es sind unter den Ölbildern z. B.: eine Kreuzigung in der Kirche zu Ravensburg (1850), eine Kreuzabnahme (Museum in Stuttgart), der Frühling von Zephyren getragen, Noahs Dankopfer (1861), Christus segnet die Kinder, Abrahams Fürbitte für die Gerechten in Sodom (1872) und unter den Kartons zu Glasmalereien vor allen die sechs Fenster der Stiftskirche in Stuttgart, die, mit der Geburt Christi beginnend, mit dem Neuen Jerusalem und der Anbetung des Lammes schließen werden; ebenso die der Leonhardskirche, der Schloßkapelle und der neuen Johanniskirche. Er ist Mitglied der Akademien zu München und Wien und Inhaber zahlreicher Orden.

Nehlig, Victor, amerikan. Genremaler, geb. 1830 zu Paris, Schüler von Cogniet und Abel de Pujol, ließ sich 1850 in New York nieder, wo er bald nachher Genosse und 1870 infolge seines Bildes: der Bravo Mitglied der Akademie wurde. Von seinen genialen, energisch dargestellten Bildern nennen wir das nach seinem Aufenthalt in Cuba entstandene: das Mahagoniholzschneiden (1871) und die nach seiner europäischen Reise gemalten: des Künstlers Traum, der Waffenschmied aus der alten Zeit, Hiawatha, der gefangene Hugenotte u. a.