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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Paul; Paulsen; Pausinger; Pauwels

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Paul - Pauwels.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Patten'

1865) und der dortigen Akademie. Er malt poetische Genrebilder, in deren Charakteristik und Ausdruck er manchmal zu weit geht. Aus den letzten Jahren nennen wir nur die Bilder: Maikönigin, die glückliche Frühlingszeit (1873), Vorlesung des »Robinson Crusoe«, frische Blumen, die Fütterung der Enten etc.

Paul, Richard, Zeichner, Maler und Dichter, geb. 25. Aug. 1843 zu Breslau, erhielt in seiner Vaterstadt den ersten Unterricht in der Kunst, besuchte dann in München die Akademie und erfreute sich der besondern Leitung Kaulbachs. Er malt charaktervoll aufgefaßte, treffend ähnliche Bildnisse. Vor einigen Jahren siedelte er von München nach Berlin über. Von seinen litterarischen Arbeiten ist zu erwähnen ein Drama: »Der entfesselte Prometheus« (Stuttg.).

Paulsen, Fritz, Genre- und Porträtmaler, geb. 1838 zu Schwerin, besuchte die Akademie in Düsseldorf, lernte in München unter Piloty, bildete sich vier Jahre lang in Paris weiter und ließ sich 1870 in Berlin nieder, wo er lebensvolle Genrebilder von trefflichem Humor und feiner Durchbildung malt. Dahin gehörte schon 1872 der Besuch in der Kinderstube und noch mehr seine durchschlagenden Bauernfänger beim Kümmelblättchen (1874), von seinem satirischen Humor, lebendiger Charakteristik und elegantem Kolorit. Seit etwa zwei Jahren hat er auch im Bildnis Treffliches geleistet, z. B. sein 1878 ausgestelltes Damenporträt und 1879 der meisterhaft aufgefaßte und charakterisierte Oberbürgermeister v. Forckenbeck.

Pausinger, Franz von, Tier- und Landschaftsmaler, geb. 1839 zu Salzburg, bildete sich in seinem Fach auf der Akademie in Wien, später unter Schirmer in Karlsruhe und unter dem Idyllenmaler Koller in Zürich. Von seinen in Komposition, Charakteristik der Tiere und Kolorit sehr lobenswerten Bildern nennen wir: Füchse, die verwundete Gemse, zur Brunstzeit, Waldinneres (im Belvedere), nach dem Kampf, kämpfende Hirsche, Hochwild an: Höllengebirge im Salzkammergut und andre nur »Tierstück« betitelte. Sehr poetisch sind seine Kohlezeichnungen von ↔ Wild- und Waldbildern. - Auch seine Gattin Rosalie v. P. hat sich durch einige hübsche Genrebilder, z. B. fischende Knaben, bekannt gemacht.

Pauwels, Wilhelm Ferdinand, Historienmaler, geb. 15. Aug. 1830 zu Eckeren bei Antwerpen, kam schon 1842 auf die dortige Akademie unter Dujardin und blieb Schüler derselben bis 1850, wo er Schüler von Wappers wurde, dem er den größten Teil seiner künstlerischen Ausbildung verdankt. Nachdem er 1851 mit dem Bild: Balduin und seine Tochter Johanna guten Erfolg gehabt hatte, trug er 1852 mit Coriolan vor Rom, durch die Thränen seiner Mutter überwunden, den großen römischen Preis davon. Er ging daher auf vier Jahre nach Italien und malte unter dem Einfluß der dortigen Kunstwerke einige biblische Gegenstände, die er zum Teil erst nach seiner Rückkehr vollendete. Es sind: Deborah als Richterin über einen Ehebruch und Rispa, die Gattin Sauls, an den Leichen ihrer Söhne wachend (1856 in Dresden vollendet). Nach Antwerpen zurückgekehrt, bezog er das Atelier seines ehemaligen Lehrers Wappers und warf sich auf die Darstellung der vaterländischen Geschichte, worin er glänzende, fast stetig zunehmende Erfolge hatte. Dahin gehört zunächst das meisterhafte Bild: die Witwe Jakobs van Artevelde (1857, Museum in Brüssel) und noch mehr die 1861 in Antwerpen allgemein bewunderten Verbannten des Herzogs Alba (Privatbesitz in Berlin), die den belgischen Leopoldsorden und einen Ruf als Professor der Historienmalerei nach Weimar zur Folge hatten. Hier bildete er eine Reihe von tüchtigen Schülern, z. B. Thumann, Gussow, Günther, Graf von Harrach u. a., und schuf während seines dortigen zehnjährigen Aufenthalts an historischen Bildern unter andern: Lebensrettung Levyn Pyns, Genter Bürger vor Philipp dem Kühnen (1865), Amerika schafft die Sklaverei ab (kolossales Bild für Amerika), Scene aus der Verfolgung der Protestanten in den Niederlanden (Museum in Königsberg), Königin Philippine den Armen in Gent Hülfe spendend, Ludwig XIV. empfängt

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 410.