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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Petersen; Peterssen; Petit; Petrak; Pettenkofen

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Petersen - Pettenkofen.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Peters'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 3)

in Stuttgart und machte sich auch durch Kunstausstellungen andrer Art verdient.

Petersen, Vilhelm Valdemar, dän. Architekt, geb. 5. April 1830 zu Kopenhagen, kam schon mit 13 Jahren auf die dortige Akademie, erhielt bis 1860 alle Medaillen und machte mit Hülfe eines akademischen Stipendiums eine dreijährige Studienreise durch Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Italien. In Florenz erhielt er in der Konkurrenz für den Ausbau der Fassade des Doms (zugleich mit de Fabris) den zweiten Preis (der erste wurde gar nicht erteilt) und entwarf dann noch einen zweiten Plan; doch erhielt schließlich de Fabris (1865) den ersten Preis. Nach seiner Rückkehr aus Italien wurde er 1866 Mitglied der Kunstakademie und 1874 Bauinspektor. Er baute in Kopenhagen die neue Zollkammer, das Seearchiv, das meteorologische Institut, das Gefangenhaus in Roeskilde und zahlreiche Privatbauten.

Peterssen, Eilif, norweg. Historienmaler, geb. 4. Sept. 1852 zu Christiania, begann seine künstlerischen Studien in Karlsruhe unter Riefstahl und Descoudres, war kurze Zeit im Atelier von Diez in München, bildete sich großenteils durch Studienreisen in Italien, den Niederlanden und Paris und ließ sich dann in seiner Vaterstadt nieder. Nachdem er mit einem Genrebild: die Nähmaschine, debütiert hatte, machte er sich durch das in der Zeichnung zwar noch mangelhafte, aber drastisch behandelte und breit, pastos gemalte Historienbild: Tod von Corfitz Ulfeld und noch mehr durch die in die Hamburger Kunsthalle gekommene Fürbitte Elisabeths von Schweden bei ihrem Gemahl Christian II. für das Leben des Torben Oxe einen ehrenvollen Namen. Später folgte ein durch koloristische Eigenschaften bestechender Judaskuß. Sein neuestes Bild (München 1879) war der Klavierunterricht.

Petit (spr. p'ti), Léonce Justin Alexandre, franz. Zeichner und Illustrator, geb. 1839 zu Taden (Côtes du Nord), studierte anfangs Jura, gab aber 1866 diesen Beruf auf und wurde Schüler von Harpignies und Feyen-Perrin. Gleich ↔ anfangs widmete er sich der Illustration für Journale, worin er in der Weise Töpffers eine Menge von geistreichen Zeichnungen lieferte, z. B. für das »Journal amusant«, »Le monde illustré«, »Paris caprice« u. a. Er illustrierte eine Ausgabe der »Aventures de M. Tringle« von Champfleury und gab ein Album mit Text: »Les aventures de M. Béton« (1869), heraus.

Petrak, Aloys, Kupferstecher, geb. 1811 zu Königseck in Böhmen, widmete sich zunächst wissenschaftlichen Studien, begann erst 1846 in Wien auf den Rat Führichs seine Thätigkeit als Kupferstecher und errang sich hierin einen bedeutenden Namen. Er stach zuerst nach Führich den Traum Josephs, die Heilung des Tobias, Nehemia, den verlornen Sohn (8 Blätter), den heil. Kreuzweg (14 Blätter), die Pietà, den Triumph Christi (11 Blätter), den heil. Joseph, die geistliche Rose (16 Blätter) und die Kirchenuhr; nach Overbeck Christus den Kinderfreund; nach Kupelwieser Gregor d. Gr.; nach Gauermann Heimkehr der Tiere beim Gewitter und eine große Anzahl von Kopien nach Martin Schongauer und Albrecht Dürer.

Pettenkofen, August von, Genremaler, geb. 1821 zu Wien, widmete sich anfangs dem Militärstand, ging erst spät zur Kunst über und erlangte durch seine Genrebilder in Österreich einen Ruf ähnlich dem Meissoniers in Paris. Viele Jahre hindurch machte er Studienreisen und Künstlerfahrten nach Ungarn oder auch nach Venedig, behandelt daher mit entschiedener Vorliebe das specifisch ungarische Soldaten- und Volksleben, kehrte aber in der Zwischenzeit immer nach Wien zurück. In seiner ersten Zeit zeigte er eine ängstliche, mitunter fast kleinliche Pinselführung, später trat er voll künstlerischer Freiheit in der Charakteristik und malerischer Breite des Vortrags auf; alles aber, was er malt, lebt wirklich, ist naturwahr, von poetischer, pikanter Auffassung und mit eminentem Farbensinn ausgeführt. Wir nennen nur einige seiner Hauptbilder: ungarische Freiwillige, Fuhrwerk mit Verwundeten, russisches Lager, ungarischer Landmarkt, ein sich küssendes

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 415.